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Corona-Alarm: „Höchstdramatisch und besorgniserregend“ - 2G-Plan für ganz Bayern bestätigt

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Von: Katarina Amtmann

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Die Inzidenz in Bayern liegt deutlich über 400, auch in vielen Kreisen ist die Corona-Lage angespannt. Ab kommender Woche gilt im Freistaat nun 2G. Alle News im Ticker für den Freistaat.

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Update vom 12. November, 19.22 Uhr: Jetzt wurde es offiziell bestätigt. Ab kommendem Dienstag, 16. November, soll bayernweit 2G eingeführt werden. Das teilte das Gesundheitsministerium am Freitag mit. „Die aktuelle Lage ist höchstdramatisch und besorgniserregend“, sagte Minister Klaus Holetschek. „Nur mit konsequenten Zutrittsbeschränkungen wie 2G kann es uns gelingen, unser Gesundheitssystem vor einer noch dramatischeren Belastung zu schützen.“ Gäste von Restaurants und Beherbergungsbetrieben benötigen damit ab dem 16. November einen Impf- oder Genesungsnachweis. Die 14. Bayerische Infektionsschutzmaßnahmenverordnung soll entsprechend angepasst werden. 

Corona in Bayern: 2G plus in Clubs und Diskotheken?

Bayern fordert außerdem den Bund auf, „eine Rechtsgrundlage für ein verpflichtendes 2G plus in Clubs und Diskotheken“ zu schaffen - also eine Regelung, nach der auch Getestete und Genesene nur mit einem negativen Test zugelassen werden. Betreiber von Clubs und Diskotheken im Freistaat haben von kommendem Dienstag an die Wahl, sagte Holetschek: „Entweder sie etablieren eine freiwillige 2G-plus-Regel für ihr Geschäft oder es gilt 2G. Dann muss in den Räumen verpflichtend eine FFP2-Maske* getragen werden.“

Wie die Deutsche Presse-Agentur aus gut unterrichteten Kreisen erfuhr, sollen körpernahe Dienstleistungen - also etwa Friseure und Fußpflege - von der strengeren Auflage ausgenommen bleiben. Ungeimpfte könnten hier weiterhin mit einem negativen PCR-Testergebnis Termine vereinbaren. 

Update vom 12. November, 14.25 Uhr: In den Landkreisen Mühldorf am Inn, Altötting, Traunstein, Berchtesgadener Land, Miesbach sowie Stadt und Landkreis Rosenheim gelte ab Montag 2G in Gastronomie und Beherbergungsbetrieben, teilten die Landratsämter am Freitag mit. Zudem müssen auch kleine Betriebe - nicht erst ab zehn Mitarbeitern - die 3G-Regel anwenden. „Die Lage in den Kliniken der Region ist besorgniserregend“, heißt es in einer gemeinsamen Mitteilung. Wie die Deutsche Presse-Agentur aus Kreisen erfuhr, soll die 2G-Regelung schon nächste Woche bayernweit zur Anwendung kommen (siehe voriges Update).

Corona-Alarm: 2G-Plan für ganz Bayern durchgesickert

Update vom 12. November, 13.31 Uhr: In der kommenden Woche soll bayernweit die 2G-Regel in Kraft treten. Für Ungeimpfte gelten dann Zugangsbeschränkungen für die Gastronomie und die Hotellerie, wie die Deutsche Presse-Agentur in München am Freitag aus gut unterrichteten Kreisen erfuhr. Frühestmöglicher Termin für die Einführung wäre demnach der Dienstag, die genauen Details sollen aber erst auf der Klausur der Staatsregierung am Wochenende beschlossen werden.

2G-Regel Berlin
In der kommenden Woche könnte bereits bayernweit die 2G-Regelung gelten. (Symbolbild) © Fabian Sommer/dpa

Körpernahe Dienstleistungen - also etwa Friseure und Fußpflege - sollen von der strengeren Auflage ausgenommen bleiben. Ministerpräsident Markus Söder* (CSU) hatte zudem bereits angekündigt, für Clubs und Diskotheken sogar den Standard 2G plus - also Zutritt nur für Geimpfte und Genesene, die aber zusätzlich noch einen Schnelltest machen müssen, zulassen zu wollen.

Dramatische Corona-Lage in Niederbayern: Landräte und Oberbürgermeister in Sorge

Update vom 12. November, 11.58 Uhr: In den Krankenhäusern in Niederbayern gestaltet sich die Corona-Lage nach Behördenangaben dramatisch. Ärzte appellieren an die Bürger, sich impfen zu lassen. „Die Kapazitäten auf den Intensivstationen sind quasi erschöpft, eine heimatnahe Versorgung ist nicht mehr in allen Fällen möglich“, teilte der Landkreis Straubing-Bogen mit. Landräte und Oberbürgermeister informierten sich am Freitag mit Vertretern der Regierung von Niederbayern über die Lage in Kliniken.

„Die Notfalleinweisungen, nicht nur an Covid-Patienten, steigen stetig, die Intensivstationen sind immer vollständig ausgelastet“, sagte Ralf Hau, ärztlicher OP-Manager des Donau-Isar-Klinikums Deggendorf. Jede erforderliche Kapazitätserhöhung zur Behandlung von Covid-Patienten gehe zu Lasten von anderen Patienten.

Corona-Alarm in Bayern: „Dann wird es uns endgültig überrollen“

„Wenn die Prognosen zutreffen, dass in 14 Tagen mehr als die Hälfte der Intensivpatienten Covid-19-Patienten sein werden, dann wird es uns endgültig überrollen“, warnte Christian Ernst, Ärztlicher Leiter für Krankenhauskoordinierung im Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung (ZRF) Straubing.

Der Katastrophenfall sei in Bayern aus nachvollziehbaren Gründen ausgerufen worden, ergänzte Hannes Häuser, Ärztlicher Direktor und Pandemiebeauftragter des Klinikums Straubing. Leider sei der absolute medizinische Engpass in der Öffentlichkeit noch nicht angekommen.

Herrmann: Immer mehr gefälschte Impfzertifikate in Umlauf

Update vom 21. November, 10.45 Uhr: Nach Worten von Innenminister Joachim Herrmann (CSU) sind in Bayern immer mehr gefälschte Impfnachweise im Umlauf. Anfang September habe die Polizei rund 110 Fälle von falschen Impfausweisen oder -zertifikaten registriert, wenige Wochen später habe die Zahl schon bei mehr als 800 gelegen - und die Dunkelziffer sei noch viel höher: „Wir müssen davon ausgehen, dass es de facto noch eine viel größere Zahl gibt“, sagte Herrmann am Freitag im Radiosender Bayern2.

„Das ist kein Kavaliersdelikt, so etwas zu fälschen.“ Andere Menschen würden getäuscht, weil sie glaubten, um sie herum seien nur Geimpfte und Genesene, während sich tatsächlich aber „andere mit gefälschten Zertifikaten einschmuggeln“, sagte der CSU-Politiker weiter.

Corona in Bayern: Herrmann kündigt schärfere Kontrollen der 2G- und 3G-Regeln an

Herrmann bekräftigte zudem, dass die Polizei die Kontrollen der 2G- oder 3G-Regeln strikter überprüfen wird. Wirte oder beispielsweise Betreiber von Kinos müssten die Einlassbestimmungen ernst nehmen und die Nachweise kontrollieren: „Im Wiederholungsfall, wenn sich ein zweites oder drittes Mal herausstellt, dass ein Betreiber die Kontrollen nicht ernsthaft durchführt und die Leute einfach durchwinkt, muss er damit rechnen, dass sein Laden geschlossen wird.“

Zur Kritik von Vertretern der Polizeigewerkschaft am Arbeitspensum der Beamten sagte Herrmann: „Natürlich weiß ich auch um die starke Belastung der Polizei.“ Es gehe darum, nun die richtigen Prioritäten zu setzen: „Aber dann findet in den nächsten Tagen vielleicht eine Geschwindigkeitskontrolle weniger statt und stattdessen finden die Kontrollen statt, ob die Bedingungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie eingehalten werden.“

Drei Kreise mit Inzidenz über 1000 - Corona-Lage in Bayern spitzt sich zu

Erstmeldung vom 12. November, 7.54 Uhr: München - Seit Wochen spitzt sich die Corona-Lage zu: Immer höhere Inzidenzen, die Kliniken an der Belastungsgrenze und zahlreiche Todesfälle. Bayern hat erst diese Woche den Katastrophenfall ausgerufen.* Auch am Freitag (12. November) sind die Zahlen alarmierend.

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Corona in Bayern: Inzidenz bei 454,9 - Zahlreiche Hotspots im Freistaat

Die bundesweite Inzidenz stieg auf 263,7 - ein Rekord. In Bayern kletterte sie am Freitag auf 454,9 (Vortag: 427,4). Trauriger Spitzenreiter in Deutschland ist Rottal-Inn. Das Robert-Koch-Institut* gab den Wert für den bayerischen Kreis mit 1156,0 an. Zahlreiche weitere bayerische Regionen weisen hohe Inzidenzen* auf.

Corona-Hotspots in Bayern: Rottal-Inn, Miesbach und Mühldorf mit Inzidenz über 1000

Zahlreiche Corona-Hotspots in Bayern - RKI-Karte leuchtet pink

Damit liegen acht der zehn deutschen Corona-Hotspots aktuell im Freistaat. Auch die Zahl der Toten steigt weiter: Es wurden 63 neue Pandemieopfer in Bayern gemeldet. Fast jeder Dritte der bundesweit 191 Corona-Toten kam somit aus dem Freistaat.

Warnkarte RKI
Die Warnkarte des RKI leuchtet in weiten Teilen Bayerns pink. Das bedeutet: Die Inzidenz liegt über 500. © Screenshot RKI Dashboard

Was ist im Corona-Hotspot Miesbach los? Wie stark sind Drittimpfungen nachgefragt? Und haben wir gerade nur eine „Pandemie der Ungeimpften“? Eine Datenanalyse zum Corona-Herbst in Bayern. (kam) *Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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