Bayerns Ministerpräsident Markus Söder.
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Markus Söder sprach über zögerliches Verhalten bei Corona-Impfungen in der Regierung - und meinte damit wohl eine konkrete Person (Archivbild)

Zögerlicher Vize

Noch keine Corona-Impfung - Söder mit Seitenhieb gegen Aiwanger: „Der ein oder andere ...“

  • Katarina Amtmann
    VonKatarina Amtmann
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Es geht voran mit den Corona-Impfungen, auch bei der bayerischen Regierung. Doch Markus Söder berichtet auch von zögerlichem Verhalten in seinem Kabinett - doch wen meint er genau?

München - Die Corona*-Lage in Bayern scheint sich zu entspannen, die Sieben-Tage-Inzidenz im Freistaat liegt am Donnerstag nur noch knapp über 100. In immer mehr Städten und Kreisen werden deshalb die Corona*-Maßnahmen gelockert. Einen Regel-Überblick finden Sie hier.

Corona-Impfungen in Bayern: Söder-Seitenhieb? „Da gibt es sogar aus dem Kabinett den ein oder anderen“

Auch mit dem Impfen geht es voran. „Wir werden im Mai sehr viel Impfstoff* haben, so viel wie in den gesamten Monaten zuvor.“ Das sagte Ministerpräsident Markus Söder am Mittwoch bei einer Pressekonferenz. Viele warten sehnsüchtig auf ihren Impf-Termin, doch das gilt nicht für alle. „Einige waren ja ein wenig zurückhaltend, also ich kenne selbst auch Leute (...), die gesagt haben: ‚Ich warte erst einmal ab, wie das so läuft.‘ (...) Da gibt es sogar aus dem Kabinett auch den ein oder anderen, der noch ein bissl ängstlich ist und sagt: ‚Ich warte lieber noch ein, zwei Monate, um dann zu überlegen, ob ich mich auch traue mich zu impfen.‘“

Den ein oder anderen? Wie der Bayerische Rundfunk (BR) berichtet, gibt es nur einen, der lieber abwartet: Vize-Ministerpräsident Hubert Aiwanger. Als Einziger aus der Staatsregierung ist der Wirtschaftsminister, der was Lockerungen betrifft sonst forsch voran geht, zurückhaltend. Alle anderen aus der Regierung seien entweder schon geimpft, haben zumindest einen Termin oder warten nach überstandener Infektion auf den nächstmöglichen Impf-Zeitpunkt*, wie der BR weiter berichtet. Damit erfüllen sie die von Söder gewünschte „Vorbildfunktion.“

Corona in Bayern: Aiwanger wartet bei Impfung ab - CSU-Fraktionschef wird deutlich

Auf BR-Nachfrage sagte Aiwanger schon vor einigen Tagen, er lasse das Impfen auf sich „zukommen“, andere seien wichtiger. Und weiter: „Ich muss es erstmal nicht haben. Ich bin kein Impfgegner, aber auch kein Impf-Euphoriker“, so Aiwanger weiter. Staatskanzleichef Florian Herrmann stellte klar: „Impfen ist der einzige Weg, um die Pandemie zu besiegen. Das Bayerische Kabinett hat hier selbstverständlich eine Vorbildfunktion und nimmt diese auch wahr.“

CSU*-Fraktionschef Thomas Kreuzer wurde auf BR-Nachfrage deutlich: Er halte es „für richtig, wenn Politiker mit gutem Beispiel vorangehen. Ich selber habe mich mit Astrazeneca* impfen lassen, um aktiv bei der Impfkampagne mitzuwirken“. Der Politiker stellte aber auch klar, dass es keine Impfpflicht gebe „und wenn jemand Bedenken hat, muss man das bei einem stellvertretenden Ministerpräsident genauso respektieren wie bei jedem anderen Bürger“. (kam) *Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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