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Corona-Lockdown in Bayern: Söder kündigt große Änderungen an - Apotheker genervt von Schnelltest-Chaos

  • Katarina Amtmann
    vonKatarina Amtmann
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Tagelang lag München unter dem wichtigen Corona-Grenzwert von 50, nun hat die Stadt die Inzidenz überschritten. Das hat auch Folgen für die ab heute geltenden Lockerungen.

  • München hat einen wichtigen Grenzwert gerissen - und liegt auch am Montag weiter darüber (siehe Update vom 8. März, 7.55 Uhr).
  • In 13 bayerischen Landkreisen gibt es seit Montag spürbare Lockerungen der Corona-Maßnahmen (siehe Update vom 7. März, 17.40 Uhr).
  • Markus Söder hat sich dafür ausgesprochen, das „starre Impfprotokoll“ zu lockern (siehe Update vom 8. März, 15.01 Uhr).

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Update vom 8. März, 20.20 Uhr: In Warngau hat das Coronavirus zugeschlagen: Es erwischte unter anderem Bürgermeister Klaus Thurnhuber (57). Dabei wurde dieser bereits gegen das Virus geimpft. Am 23. Februar hatte er die erste Impfdosis des AstraZeneca-Impfstoffs erhalten.

Update vom 8. März, 17.37 Uhr: Trotz der Ankündigung des Bundes, ab dem heutigen Montag allen Bürgern einen wöchentlichen Corona-Schnelltest zu bezahlen, waren diese in vielen bayerischen heute Apotheken nicht verfügbar. Obwohl die Staatsregierung mehrere Millionen Schnelltests bereits erhalten und nach eigenen Angaben 4,6 Millionen Tests an die Kommunen weitergegeben hat, beginnt auch in einigen kommunalen Testzentren das kostenlose Angebot erst später. Der tatsächliche Bedarf an Schnelltests wird für Bayern auf monatlich rund 10 Millionen Schnelltests geschätzt, so ein Sprecher des Gesundheitsministeriums. Weitere Lieferungen würden bald erfolgen.

Kostenlose Corona-Schnelltests in Bayern: Apothekern fehlt der „Startschuss“

Verfügbar seien Schnelltests bislang aber nur in gut einem Drittel der kommunalen Testzentren, sagte der Ministeriumssprecher. Auch viele bayerische Apotheker warteten am Montag noch auf die Veröffentlichung der geänderten Corona-Testverordnung. „Faktisch fehlt der Startschuss“, sagte der Sprecher des Bayerischen Apothekerverbands (BAV), Thomas Metz, am Montagvormittag in München. Ohne die Verordnung fehle Klarheit darüber, wie viel der Bund den Apotheken pro Schnelltest bezahle.

Es sei zwar nicht auszuschließen, dass einzelne Apotheken in Vorleistung gingen und Schnelltests kostenlos anböten, doch aktuell seien Schnelltests eigentlich nur für Selbstzahler möglich. „Es scheint sich aber auch kein allzu großer Andrang zu entwickeln“, sagte Metz. Engpässe bei den bestellten Lieferungen erwarte er nicht.

Fast parallel zu den Apotheken-Schnelltests sind seit Samstag auch Laien-Selbsttests zur Anwendung zu Hause verfügbar. In den Discountern war der Ansturm groß.

Update vom 8. März, 15.01 Uhr: Markus Söder hat sich dafür ausgesprochen, das „starre Impfprotokoll“ schon bald zu lockern und auch jungen Menschen den Zugang zu Impfstoff zu ermöglichen. Das könne bald etwa auch für Studierende an Universitäten gelten, wie Söder am Montag laut dpa sagte. Von April an sollen in Bayern auch Lehrer, die nicht an Grundschulen tätig sind, geimpft werden.

Bayerns Ministerpräsident will auch mehr Impfstoff in Hotspots umverteilen, etwa an die Grenze zu Tschechien. Auch Pendler könnten für Impfungen infrage kommen. Er habe bei der EU zu verstehen gegeben: „Wir brauchen mehr Impfstoff für die Hotspots“, sagte Söder. „Wenn Impfstoff kommt und mehr kommt - und zwar sehr viel mehr kommt - dann muss man das breit aufstellen“, sagte Söder. Auch Haus-, Betriebs- und Schulärzte müssten dann einbezogen werden.

Söder leitet Kinder- und Jugendkonferenz in Bayern: Schüler sollen unterstützt werden

Update vom 8. März, 14.16 Uhr: Am Vormittag leitete Markus Söder eine Kinder- und Jugendkonferenz. Bei der anschließenden Pressekonferenz stellten er und die Minister Carolina Trautner und Michael Piazolo vor, wie man Schüler:innen künftig in der Corona-Krise unterstützen will. Jugendzentren zu öffnen, sei trotz der Forderung des bayerischen Jugendrings aber nicht geplant. Die Mutation mache Sorgen, wie Trautner erklärte. Bei steigenden Inzidenzen zusätzliche Öffnungen zu machen, „macht keinen Sinn“, ergänzte der CSU-Chef.

Söder erwähnte bei der Pressekonferenz auch die Stadt München. Der Wert in der Landeshauptstadt sei längere Zeit stabil gewesen, sogar nahe an dem Grenzwert von 35. Nun würden die Zahlen jedoch hochgehen. Am Montag lag der Wert bei 54,2 (siehe Update von 7.55 Uhr).

Corona/Bayern: Gratis-Schnelltests in vielen bayerischen Apotheken nicht verfügbar

Update vom 8. März, 13.31 Uhr: Kostenlose Corona-Schnelltests sind in vielen Apotheken im Freistaat am Montag nicht verfügbar gewesen - trotz der Ankündigung des Bundes, ab diesem Datum allen Bürgern einen wöchentlichen Schnelltest zu bezahlen. „Faktisch fehlt der Startschuss“, sagte der Sprecher des Bayerischen Apothekerverbands, Thomas Metz, am Montagvormittag in München. 

„Wir warten zur Stunde noch auf die Veröffentlichung der geänderten Corona-Testverordnung im Bundesanzeiger“, betonte Metz. Daher fehle Klarheit darüber, wie viel der Bund den Apotheken pro Schnelltest bezahle. Zwar sei nicht auszuschließen, dass einzelne Apotheken am Montag in Vorleistung gingen und Schnelltests kostenlos anbieten, doch aktuell sei das eigentlich nur für Selbstzahler möglich. „Es scheint sich aber auch kein allzu großer Andrang zu entwickeln“, sagte Metz.

Wie viele der rund 3000 öffentlichen Apotheken in Bayern in den kommenden Tagen kostenlose Schnelltests anbieten, sei nicht seriös abschätzbar, betonte Metz. Der Deutsche Apothekerverband rechne bundesweit mit zehn Prozent aller Apotheken. „Wir brauchen aber einen eigenen Raum und eine eigene Fachkraft samt Schutzausrüstung für diese Tests“, sagte Metz. „Das ist nichts, was man nebenbei machen kann.“ Bei der Lieferung durch die Hersteller rechne er aber nicht mit Engpässen, betonte Metz. „Die Marktsituation ist gut.“

Update vom 8. März, 11.57 Uhr: Heute findet unter der Leitung von Markus Söder eine „Kinder- und Jugendkonferenz“ statt. Die anschließende Pressekonferenz mit Bayerns Ministerpräsidenten sehen Sie um 12.25 Uhr in unserem Ticker.

Bayerns Corona-Lockdown: München überschreitet Grenzwert weiter

Update vom 8. März, 7.55 Uhr: Gestern überschritt München den entscheidenden Corona-Grenzwert von 50. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag bei 52,1, was auch Auswirkungen auf die ab heute geltenden Lockerungen hat. Der Wert ist nun nochmal leicht angestiegen und liegt Montagfrüh bei 54,2. Das geht aus Daten des Robert-Koch-Instituts hervor. Welche Regeln jetzt in München gelten, sehen Sie in unserer Übersicht.*

Corona-Lockdown in Bayern - Spürbare Lockerungen in 13 Landkreisen

Update vom 7. März, 17.40 Uhr: In 13 bayerischen Landkreisen werden die Corona-Beschränkungen ab dem morgigen Montag (8. März) spürbar gelockert - mancherorts dagegen bleibt fast alles wie gehabt. Das bayerische Gesundheitsministerium veröffentlichte am Sonntag die Liste, was wo gilt. Entscheidend dafür ist die Zahl der Neuinfektionen.

Ministerpräsident Markus Söder sagte bei einem Treffen mit dem CSU-Bezirksvorstand Niederbayern am Samstag, es gelte die Entwicklung abzuwarten: „In den nächsten zwei Wochen entscheidet sich, ob wir Oster-Urlaub oder Oster-Lockdown haben werden“. Kritik an seinem bisherigen Kurs, wies er zurück., dafür versprach er zusätzlichen Impfstoff für die besonders stark betroffenen Gebiete in Ostbayern zur Verfügung zu stellen, deren Inzidenzen - vermutlich aufgrund ihrer Grenznähe zu Tschechien, besonders hoch sind.

Corona in Bayern: Kinder- und Jugendkonferenz am Montag - klare Forderung zum Wohle der Kleinen

Der Bayerische Jugendring (BJR) forderte vor einer Kinder- und Jugendkonferenz mit Söder am Montag die sofortige Öffnung von
Jugendtreffs, Jugendhäusern und Jugendzentren. „Die Schmerzgrenze ist überschritten“, sagte BJR-Präsident Matthias Fack. „Junge Menschen brauchen jetzt dringend eine Perspektive. Es ist enttäuschend, dass die Jugend in den jüngsten Beschlüssen wieder nicht vorgekommen ist.“

Große bayerische Unternehmen bereiten sich unterdessen auf Corona-Impfungen durch die Betriebsärzte vor. Bei der Vereinigung der bayerischen Wirtschaft haben sich bereits knapp 200 Unternehmen gemeldet. Laut Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) sollen im April 1,8 Millionen Impfdosen zur Verfügung stehen,.

Update vom 7. März, 13.26 Uhr: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat Kritik aus dem CSU-Bezirksvorstand Niederbayern an der andauernden Schließung weiter Teile des Einzelhandels und der Gastronomie zurückgewiesen. Wie der CSU-Chef am Samstag bei einer Bezirksvorstandssitzung sagte, funktionieren deren Hygienekonzepte „nur bei niedriger Inzidenz.“ Söder bekräftigte auch seine Meinung zu den Osterfeiertagen. Man müsse die Entwicklung abwarten: „In den nächsten zwei Wochen entscheidet sich, ob wir Oster-Urlaub oder Oster-Lockdown haben werden“, sagte Söder.

Er versprach, zusätzlichen Impfstoff für Ostbayern zur Verfügung zu stellen. CSU-Bezirkschef Andreas Scheuer forderte: „Ostbayern muss wegen seiner Lage an der Grenze zu Tschechien zum Sonderkorridor werden.“ Die von der Staatsregierung zugesagten 50.000 zusätzlichen Impfdosen für die Grenzregion zu Tschechien seien ein erster Schritt, aber weitere Zusatzlieferungen seien notwendig. „Zusätzlich brauchen wir eine Flexibilität bei der Frage, wen wir damit impfen dürfen“, sagte der Bundesverkehrsminister. Söder sagte, diese Entscheidung würde er gerne den Landräten überlassen.

Wegen der Infektionen aus Tschechien gebe es in Ostbayern keine Lockerungen, „zum Nachteil der Schulen, des Handels, der Gastronomie und Hotellerie“, sagte der niederbayerische Landrätesprecher, Freyung-Grafenaus Landrat Sebastian Gruber.

Deutschlands Corona-Hotspots liegen in Bayern: Hof, Wunsiedel und Kulmbach als Spitzenreiter

Update vom 7. März, 13.03 Uhr: Die Corona-Hotspots Deutschlands liegen weiter in Bayern. Spitzenreiter bei der Sieben-Tage-Inzidenz ist die Stadt Hof mit 320,8, gefolgt vom Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge (312,4). Der oberfränkische Landkreis Kulmbach belegt mit einem Wert von 262,2 den dritten Platz. Der grenznahe Landkreis Tirschenreuth findet sich mit einer Inzidenz von 191,1 auf Platz neun.

Trotz Corona-Lockdown: Polizei löst riesige Party in München auf

Update vom 7. März, 12.28 Uhr: Am Sonntag hat München den wichtigen Corona-Grenzwert von 50 überschritten. Das hat Auswirkungen auf die ab morgen geltenden Lockerungen (siehe Erstmeldung). Einige Münchner hielten sich am Wochenende aber nicht einmal an die derzeit geltenden Regeln. Die Polizei wurde am Samstag gegen 1.25 Uhr verständigt, dass in einem Gebäude in Schwabing eine Party mit rund 100 Personen stattfinden soll.*

Als die Beamten dorthin fuhren, konnten sie laute Musik feststellen, auf das Klingeln der Polizisten wurde nicht reagiert. Schließlich wurde die Tür von einem Verantwortlichen aufgesperrt. Im Gebäude fanden die Einsatzkräfte zahlreiche benutzte Flaschen und Gläser. Insgesamt konnten 27 Personen angetroffen werden. Die Personalien wurden erhoben, alle erhielten einen Platzverweis und werden nach dem Infektionsschutzgesetz angezeigt. Ein 19-Jähriger kam dem Platzverweis nicht nach und beleidigte einen Beamten - der junge Mann wurde in Gewahrsam genommen. Gleiches gilt für eine 20-Jährige, die dem Platzverweis ebenfalls nicht nachkam. Ein weiterer 19-Jähriger wurde angezeigt, da er die ihn betreffenden Maßnahmen der Beamten mit seinem Handy filmte. Das Smartphone wurde als Beweismittel beschlagnahmt.

Corona-Lockdown in Bayern: Ministerpräsident Söder leitet Kinder- und Jugendkonferenz

Update vom 7. März, 11.34 Uhr: Bei seiner Regierungserklärung am Freitag hatte Markus Söder es bereits angekündigt, nun ist es soweit: Am Montag findet unter der Leitung von Bayerns Ministerpräsidenten eine „Kinder- und Jugendkonferenz“ statt. Kinder und Jugendliche seien „Chefsache“, so Söder.

Nach der Videoschalte wird es am Mittag eine Pressekonferenz geben. Neben Söder nehmen auch Familienministerin Carolina Trautner und Kultusminister Michael Piazolo teil.

Ausgerechnet am Tag vor den Corona-Lockerungen: München überschreitet entscheidenden Grenzwert - mit Folgen

Erstmeldung vom 7. März, 8.11 Uhr: München - Zuletzt lag München unter dem wichtigen Corona*-Grenzwert von 50. Dieser Wert spielt auch mit Blick auf die von Ministerpräsident Markus Söder* (CSU*) angekündigten Lockerungen eine wichtige Rolle. Nun riss die Landeshauptstadt aber diesen Wert: Laut Robert-Koch-Institut* (RKI) liegt die Sieben-Tage-Inzidenz* der Stadt nun bei 52,1 (Vortag, 48,3), im Landkreis liegt sie bei 48,8.

Söder erklärt Corona-Lockerungen für Bayern: Einzelhandel, Museen und Zoos dürfen öffnen

Dass der Wert eine entscheidende Rolle in der „Öffnungsmatrix“ spielt, verdeutlichte Söder bei seiner Regierungserklärung am Freitag. Die Inzidenz sei nach wie vor der verlässlichste Wert. „Wer auf Todesraten wartet, hat die Zeit verpasst zu handeln“, sagte der CSU-Chef. Bei der Regierungserklärung sowie der Pressekonferenz am Tag zuvor stellte Söder auch den konkreten Öffnungsplan für den Freistaat vor. Einen Überblick über die Regeln finden Sie in unserer Übersicht.

Ab Montag (8. März) darf demnach der Einzelhandel öffnen. Abhängig von der Verkaufsfläche ist ein Kunde pro 10 beziehungsweise 20 Quadratmeter erlaubt. Museen, Galerien, Zoos und Gedenkstätten dürfen ebenfalls öffnen. Außerdem ist kontaktfreier Außensport mit bis zu zehn Personen erlaubt.

München überschreitet Corona-Grenzwert - Folgen für Lockerungen

Da München allerdings seit Sonntag über dem Grenzwert von 50 liegt, gelten für die Landeshauptstadt verschärfte Regeln bei den Lockerungen. So darf der Einzelhandel zwar öffnen, allerdings müssen Kunden dafür einen Termin buchen. Außerdem ist nur ein Kunde pro 40 Quadratmeter erlaubt. Museen, Galerien, Zoos und Gedenkstätten können ebenfalls öffnen, auch hierfür ist allerdings eine Terminbuchung notwendig. Kontaktfreier Außensport wird ebenfalls ermöglicht, allerdings mit maximal fünf Personen aus zwei Haushalten.

Der Öffnungsplan im Überblick.

Die Inzidenz spielt auch beim vierten Öffnungsschritt (frühestens ab 22. März) eine Rolle. Dabei geht es um Sport (kontaktfrei, innen), die Außengastronomie, Theater, Konzerte und Kinos. (siehe Übersicht).

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