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Corona-Zahlen in Bayern schießen nach oben: Inzidenz erreicht neuen Rekord - Söder mit klarer Forderung

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Von: Katarina Amtmann

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Die Corona-Zahlen in Bayern steigen unaufhaltsam. Am Montag erreichte die Sieben-Tage-Inzidenz einen neuen Rekord. Markus Söder und Klaus Holetschek stellen Forderungen.

Update vom 1. November, 17.45 Uhr: Die Corona-Zahlen steigen. CSU-Chef Markus Söder hat deshalb bereits ein Treffen gefordert, um vor dem bevorstehenden Regierungswechsel die Corona-Politik von Bund und Ländern genauer abzustimmen (siehe Erstmeldung). Auch der Präsident des Bayerischen Landkreistags, Christian Bernreiter (CSU), hat nun ein schnelles Bund-Länder-Treffen angemahnt.

Corona-Forderung von Bernreiter: „Wir können das nicht aus dem Ärmel zaubern“

Wenn für die Corona-Auffrischungsimpfungen die Kapazität in den Impfzentren wieder hochgefahren werden soll, brauche es Vorlauf. „Wir können das nicht aus dem Ärmel zaubern“, sagte er am Montag der Deutschen Presse-Agentur in München. Die Landkreise bräuchten klare Ansagen, was erforderlich sei. Bayern sei allerdings gerüstet, weil die Kapazität der Zentren nicht massiv heruntergefahren worden sei.

„Aktuell bestehen 81 Impfzentren als Basisstationen mit reduzierter Kapazität“, erklärte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums. „Die mobilen Impfteams setzen derzeit bei der Durchführung von Auffrischungsimpfungen ihren Schwerpunkt auf Alten- und Pflegeheime, um dort das Personal und die besonders vulnerablen Bewohnergruppen zu schützen.“ Die Impfzentren könnten bei Bedarf ihre Kapazitäten aufstocken. Der Sprecher verwies darauf, dass Auffrischungsimpfungen vor allem in niedergelassenen Praxen erfolgen sollten, aber auch in Krankenhäusern möglich seien.

Corona-Zahlen in Bayern schießen nach oben: Inzidenz erreicht neuen Rekord - Söder mit klarer Forderung

Erstmeldung vom 1. November, 15.14 Uhr: München - Die Corona*-Zahlen in Bayern steigen weiter sprunghaft an. Vor allem bei den Ungeimpften spitzt sich die Lage zu. Nach den Herbstferien wird wohl bayernweit wieder eine Maskenpflicht auch im Schulunterricht gelten.

Corona-Zahlen in Bayern explodieren - Rekord-Inzidenz im Freistaat

Die Corona*-Infektionszahlen sind am langen Wochenende in Bayern auf ein bisher unerreichtes Niveau gestiegen. Dadurch nimmt auch die Diskussion über Auffrischungsimpfungen vor dem Winter weiter an Fahrt auf. Vor allem in Südbayern stecken sich derzeit viele Menschen mit dem Virus an. Die Zahl der Geimpften steigt allerdings nur noch langsam. Auf den Intensivstationen in Bayern kämpfen nach Worten von Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU*) vor allem Ungeimpfte um ihr Leben.

Die Sieben-Tage-Inzidenz* liegt bayernweit am Montag bei 248,1 - das geht aus Zahlen des Robert-Koch-Instituts* hervor. Der Wert ist ein Rekord für den Freistaat. Die bundesweit höchste Inzidenz hat weiter der Landkreis Mühldorf am Inn mit 654,2. Am Sonntag war der vom RKI ermittelte Wert in der Region mit 662,8 so hoch wie noch nie zuvor in einem bayerischen Landkreis.

Corona in Bayern: Sechs Landkreise über Inzidenz von 500

Der bisherige Höchstwert in einer bayerischen Stadt oder einem Landkreis lag nach einer Auswertung der RKI-Daten durch die Deutsche Presse-Agentur bei 651,1. Er war am 17. Dezember 2020 im Landkreis Regen festgestellt worden. Bayernweit haben nur noch die Städte Bayreuth und Hof eine Inzidenz von unter 100. In sechs Landkreisen liegt der Wert bei mehr als 500.

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Corona in Bayern: Söder fordert Treffen von Bund und Ländern

Angesichts der bundesweit ebenfalls gestiegenen Corona-Zahlen forderte Ministerpräsident Markus Söder* ein Treffen, um vor dem bevorstehenden Regierungswechsel die Corona-Politik von Bund und Ländern genauer abzustimmen. „Wir müssen uns auch über die Drittimpfungen unterhalten, über Kontrollen reden und Maßnahmen gegen das Fälschen von Impfausweisen planen“, sagte er der Bild am Sonntag.

Corona in Bayern: Gesundheitsminister wirbt für Booster-Impfungen - auch Söder dafür

Auch Gesundheitsminister Holetschek warb erneut für die Auffrischungsimpfungen - auch über die „verwundbaren Gruppen“ hinaus. „Ich glaube schon, dass wir prüfen müssen, ob nicht jeder eine Auffrischungsimpfung, auch im Sinne einer gesundheitlichen Vorsorge kriegen sollte. Ich würde mir wünschen, dass wir sehr schnell jetzt da noch einmal drauf schauen“, sagte er dem Bayerischen Rundfunk. Und Söder ergänzte: „Die Booster-Impfungen brauchen wir nicht nur für die über 70-Jährigen, sondern für alle.“

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums gibt es bei den Infektionszahlen einen gewaltigen Unterschied zwischen Geimpften und Ungeimpften. „Die Sieben-Tage-Inzidenz der Geimpften beträgt in Bayern aktuell 50,9. Bei den Ungeimpften ist der Wert mit 451,5 neunmal so hoch“, so Holetschek am Sonntag.

Corona in Bayern: 480 Menschen mit Infektion neu im Krankenhaus

Innerhalb von sieben Tagen seien im Freistaat mehr als 480 Menschen mit einer Corona-Infektion neu in Krankenhäuser aufgenommen worden, bei den Hospitalisierungen liege die Inzidenz damit bei rund 3,7.

Die Sieben-Tage-Inzidenz ist wegen des Impffortschritts - mehr als 64 Prozent der Menschen in Bayern sind vollständig geimpft - nicht mehr die entscheidende Größe zur Bemessung des Infektionsgeschehens. Entscheidender ist inzwischen die Hospitalisierungsrate, dargestellt mit der sogenannten Krankenhaus-Ampel. Sie zeigt bayernweit weiter Grün. Doch wie lange noch? Immerhin gehen Experten davon aus, dass sich die hohen Infektionszahlen erst ein bis zwei Wochen später in den Krankenhauszahlen niederschlagen.

Söder-Kabinett tagt am Mittwoch: Maskenpflicht im Unterricht - weitere Maßnahmen?

„Wir werden für Corona-Hotspots, in denen sich die Lage in den Krankenhäusern zuspitzt, am Mittwoch im Kabinett weitere Maßnahmen diskutieren“, kündigte Holetschek an. „Wir werden auch über eine bayernweite Maskenpflicht im Unterricht sprechen.“ Bayerns Lehrerverbände stehen hinter der geplanten Verschärfung. Im Freistaat steigen die Infektionszahlen besonders bei den Schulkindern.

In besonders betroffenen Gegenden in Südbayern gelten seit Montag (1. November) verschärfte Pandemie-Auflagen. In den Landkreisen Mühldorf am Inn, Altötting, Traunstein, Berchtesgadener Land und Miesbach sowie in Stadt und Landkreis Rosenheim gibt es etwa neue Bestimmungen zur Maskenpflicht* und zur Teilnahme an öffentlichen Veranstaltungen.

Die Stadt Nürnberg kommt wegen eines sprunghaften Anstiegs der Infektionszahlen derzeit nicht mit der Bearbeitung hinterher. Es gebe noch Hunderte Sars-CoV-2-Erstfälle sowie Änderungsmeldungen von Samstag und Sonntag, die unbearbeitet seien, teilte die Stadt am Sonntag mit. Es komme daher zu Verzögerungen bei der Kontaktaufnahme mit den Betroffenen. (kam/dpa) *Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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