News-Ticker für Bayern

Corona in Bayern: Zahlen-Chaos beim RKI? Inzidenz in bayerischen Landkreisen schnellt nach oben

  • Katarina Amtmann
    vonKatarina Amtmann
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Die Corona-Zahlen des RKI werfen am Freitag Fragen auf. In bayerischen Landkreisen haben sich die Zahlen über Nacht fast verdoppelt. Alle News im Ticker.

  • Markus Söder* positionierte sich im Fernsehen bezüglich Lockerungen für Geimpfte (siehe Erstmeldung).
  • Dem Ministerpräsidenten bereitet aktuell allerdings die zurückhaltende Annahme der Astrazeneca-Impfdosen Sorgen (Update vom 25. Februar, 21.11 Uhr).
  • Die RKI-Zahlen vom Freitagmorgen werfen Fragen auf, die Inzidenzen in bayerischen Landkreisen haben sich verdoppelt (siehe Update vom 26. Februar, 7.31 Uhr).
  • Dieser News-Ticker wird regelmäßig aktualisiert.

Update vom 26. Februar, 7.31 Uhr: Die aktuellen Corona-Zahlen des Robert Koch-Instituts sind da - und werfen Fragen auf. Nach dem RKI-Dashboard hat der Landkreis Wunsiedel eine Inzidenz von 591,8, Tirschenreuth folgt mit 538,5. Im täglichen Situationsbericht des RKI vom Donnerstag - also nur einen Tag zuvor - weisen beide Kreise noch Inzidenzen von 309,7 beziehungsweise 281,8 auf. Auch Weiden in der Oberpfalz soll nach aktuellem Stand einen Wert von 463,2 haben, zuvor waren es noch 243,3. Die Werte haben sich demnach angeblich fast verdoppelt. Ob die Zahlen stimmen oder die Statistik fehlerhaft ist, ist noch unklar. Aktuell (Stand 7.40 Uhr) ist das Dashboard nicht mehr erreichbar. Es wird voraussichtlich gegen zehn Uhr wieder zur Verfügung stehen.

Corona in Bayern: Impf-Entwicklung bereitet Söder Sorgen - CSU-Chef warnt vor „Blindflug“ bei Lockerungen

Update vom 26. Februar, 6.25 Uhr: Markus Söder mahnt vor den Bund-Länder-Beratungen Anfang März zur Vorsicht bei möglichen Lockerungen der Corona-Beschränkungen. „Wir wollen schrittweise öffnen, aber mit Vernunft und Vorsicht. Wir dürfen angesichts der Mutation keinen Blindflug starten“, sagte Söder dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Freitag). „Die Politik darf jetzt nicht die Nerven verlieren. Öffnen ja, aber klug und umsichtig“, betonte der CSU-Chef weiter.

Mit Blick auf Stufenpläne aus mehreren Bundesländern mahnte Söder ebenfalls zur Vorsicht. „Bei einem Stufenplan muss man aufpassen, dass am Ende nicht ein Datum alle nächsten Schritte bestimmt“, sagte Bayerns Ministerpräsident. Am Ende müsse auch möglich sein, Öffnungsschritte zurückzunehmen. Zentrales Steuerungsinstrument sollten aus Sicht Söders die Inzidenzzahlen sein. „Eine intelligente Öffnungsmatrix sollte sich an den Zahlen von 35 und 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen orientieren.“ Diese Werte stünden aus gutem Grund fest. Öffnungen müssten dann nach Daten und nicht nach einem Datum erfolgen und für alle nachvollziehbar sein. „Eine generelle Öffnungshektik hilft niemandem“, warnte der Regierungschef.

Corona in Bayern: Impf-Entwicklung bereitet Söder große Sorgen - „Kann niemand wollen“

Update vom 25. Februar, 21.11 Uhr: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder sieht nun angesichts der Zurückhaltung gegenüber dem Astrazeneca-Impfstoff Handlungsbedarf. „Wenn es so weitergeht, werden wir auf einem Berg von Astrazeneca-Impfdosen sitzenbleiben. Das kann niemand wollen bei einem Impfstoff, der gut schützt“, so Söder. Natürlich sei es jetzt gut, Lehrer, Erzieher und die Polizei vorzeitig zu impfen. Aber es gebe unzählige Menschen, die sich impfen lassen wollten, jedoch noch lange nicht dran seien. „Sollte sich der Trend bei Astrazeneca fortsetzen, hat es keinen Sinn, dafür ständige neue Priorisierungen vorzunehmen. Sinnvoll wäre es dann, Astrazeneca gleich über die Ärzteschaft zu verimpfen. Denn wir sollten so rasch wie möglich alles verimpfen, was geht“, so der Ministerpräsident weiter.

Die Zurückhaltung bei Astrazeneca bereite Söder große Sorge. „Sollte es weiter so sein, dass Tausende, vielleicht sogar Hunderttausende von Impfdosen nicht verimpft werden, dann muss man die Priorisierung völlig neu überlegen, gerade für diesen Impfstoff Astrazeneca“, betonte er. So könnten Impfdosen möglicherweise den Arztpraxen zur Verfügung gestellt werden, um eine „schnelle Verimpfung“ sicherzustellen.

Corona in Bayern: Mutation bei BMW in Regensburg entdeckt - Mitarbeiter in Quarantäne

Update vom 25. Februar, 17.56 Uhr: Schock bei BMW in Regensburg: Dort ist die gefährliche Corona-Variante B.1.1.7 entdeckt worden. Sie gilt als besonders ansteckend. Mehrere Mitarbeiter sind in Quarantäne.

Coronavirus in Bayern: Impfkommission nimmt Arbeit auf - „Schließt Lücke in der Impfstrategie“

Update vom 25. Februar, 17.28 Uhr: Eine Impfkommission zur Bewertung von Einzel- und Härtefällen in der Corona-Pandemie* hat am heutigen Donnerstag (25. Februar) in Bayern ihre Arbeit aufgenommen. Ab kommenden Montag (1. März) könnten Bürger Anträge auf Einzelfallprüfung einreichen, teilte Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) mit. „Die Impfkommission schließt eine Lücke in der Impfstrategie“, sagte Holetschek. „Wir schauen uns auch individuelle Schicksale von Menschen mit seltenen Krankheiten genau an, um für eine schnellstmögliche, gerechte Verteilung der Impfstoffe zu sorgen“, so der Minister weiter.

Entscheidungen etwa zum Vorziehen einzelner Impfkandidaten soll künftig ein Expertengremium mit fünf Mitgliedern und unter Vorsitz des ehemaligen Leiters des Klinikums der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität, Professor Karl-Walter Jauch, fällen. Ebenfalls der Kommission angehören sollen: Christian Bogdan von der Ständigen Impfkommission (Stiko), Jörg Schelling von der bayerischen Landesärztekammer, die Vorsitzende des Bayerischen Ethikrates, Susanne Breit-Keßler, sowie die ehemalige Präsidentin des Bayerischen Verfassungsgerichtshofes, Edda Huther.

Unterdessen folgen auf niedrige Inzidenz-Werte im Landkreis Augsburg nicht die erhofften Lockerungen. Den Landrat des Kreises ärgert das - er droht nun sogar mit einer Klage*.

Corona in Bayern: Schulen und Kitas in Nürnberg öffnen wieder

Update vom 25. Februar, 16.56 Uhr: Einen Tag hatten Kitas und Grundschulen in Nürnberg* geöffnet. Dann entschied sich die Stadtführung aufgrund der über 100 gestiegenen Inzidenz, die Einrichtungen erneut zu schließen. Heute trafen sich die Verantwortlichen, um zu besprechen, wie es in der kommenden Woche weitergeht. Nürnbergs Oberbürgermeister Marcus König (CSU) dazu: „Wir können es vertreten, dass wir öffnen.“

Das heißt, ab kommender Woche dürfen Kinder wieder zurück in Kitas, Grund- und Förderschulen. Die Stadt pendle zwar weiterhin um die Inzidenzmarke von 100, aber die Zahlen würden wenigstens nicht stark ansteigen, so König. Jeden Freitag soll in Zukunft über den Distanz- oder Wechselunterricht für die kommende Woche entschieden werden. Ab März will die Stadt zusätzlich in den Schulen wöchentlich Corona-Tests vor dem Unterricht durchführen. Auch mit der Impfung von Lehrkräften und Erziehern werde dann begonnen. Außerdem sollen CO2-Ampeln, Luftreiniger und Desinfektionsspender das Infektionsrisiko in den Klassenzimmern senken.

Corona-Lockerungen: Stadtoberhäupter beschweren sich über bayerischen Alleingang

Update vom 25. Februar, 14.02 Uhr: Bereits kurz nach der Bekanntgabe der Öffnung von Baumärkten und Gartencenter am Dienstag regte sich Widerstand im Nachbarbundesland Baden-Württemberg. Der Regierungssprecher Rudi Hoogvilet sagte beispielsweise über Söder: „Bisher war er immer der harte Hund, jetzt fängt er an, eine Sache nach der anderen Sache zu öffnen. Ich weiß nicht, was das soll.“ Er befürchtet jetzt vor allem einen Shopping-Tourismus nach Bayern.

Nun meldeten sich auch die Bürgermeister von Ulm, Gunter Czisch (CSU), und Neu-Ulm, Katrin Albsteiger (CSU), zu Wort. Eine Öffnung „in kleinen Häppchen alle paar Tage“ ergebe keinen Sinn, teilte Czisch am Donnerstag mit. „Das versteht am Ende keiner mehr. Und dann gehen die Leute von der Fahne.“ Die beiden Stadtoberhäupter rechnen ebenfalls mit einem Einkaufstourismus. Dem SWR sagte Albsteiger: „Gerade im Grenzbereich sollten einheitliche Regeln gelten. Das würde auch für mehr Akzeptanz sorgen.“

Corona-Inzidenz in München knapp unter wichtiger Marke

(Erstmeldung) München - Es war wieder mal haarscharf: München bleibt bei der Sieben-Tage-Inzidenz* erneut knapp unter dem Zielwert von 35. Dieser ist für weitere Corona*-Maßnahmen maßgeblich. Laut Angaben des Robert-Koch-Instituts* (RKI) vom Donnerstagmorgen liegt der Wert aktuell bei 34,4. Am Vortag lag die Sieben-Tage-Inzidenz bei 34,8. *

Für zusätzliche Lockdown*-Lockerungen muss München weiterhin unter dem Wert von 35 bleiben. Seit Mitte Februar ist das bereits der Fall. Die nächsten Tage könnten somit spannend werden.

Corona: Lockerungen für Geimpfte? Merkel und Söder positionieren sich

Ob es weitere Lockerungen der Corona*-Maßnahmen gibt, entscheidet sich auch auf dem Bund-Länder-Gipfel mit Kanzlerin Angela Merkel* am Mittwoch (3. März). Lockerungen für Geimpfte hat die CDU*-Politikerin gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung ausgeschlossen. „Solange die Zahl der Geimpften noch so viel kleiner ist als die derjenigen, die auf die Impfung warten, sollte der Staat beide Gruppen nicht unterschiedlich behandeln. Eine mögliche Bevorzugung von Corona-Geimpften sei für Merkel kein Thema*, solange nicht „eindeutig“ geklärt sei, dass Geimpfte nicht mehr ansteckend seien.

CSU*-Chef Söder hat sich am Mittwoch im Bayerischen Fernsehen offen für Vorteile für gegen Corona geimpfte Menschen gezeigt. Man müsse auf Dauer über „Sonderoptionen“ für Geimpfte sprechen, so Bayerns Ministerpräsident. Aktuell sei es dafür aber noch zu früh, weil noch zu wenige Menschen geimpft seien, stimmt er demnach mit Merkel überein. Aber: „Es kann auf Dauer nicht so sein, dass, wenn sich wahnsinnig viele Leute impfen lassen - andere nicht - für die, die sich nicht impfen lassen, alle andern ein Stück weit dieselben Einschränkungen haben“, sagte Söder.

Video: Söder äußert sich im Bayerischen Fernsehen zu Corona

Aiwangers Brauerei-Gipfel: Minister kritisiert Berlin scharf

Söder und Merkel* stimmen in ihrer Corona-Linie oftmals überein und bevorzugen eine vorsichtige Lockerung der Corona-Maßnahmen. Mit seinem Wirtschaftsminister ist Söder jedoch nicht immer auf einer Linie. Hubert Aiwanger forderte immer wieder Öffnungen. Nun kritisiert er vor dem bayerischen Brauereigipfel die Bundesregierung wegen mangelnder Hilfen. „Der Bund muss endlich verstehen, dass die bayerischen Brauereigaststätten eine Besonderheit sind und genauso unterstützt werden müssen wie Bäckereien mit angeschlossenen Cafés“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. „Der Bund will sich hier bislang nicht bewegen, vor allem der Finanzminister.“ Für Donnerstag hat Aiwanger zwölf Vertreter der Brauwirtschaft zu einem Gespräch eingeladen*, bei dem es um ihre Situation gehen soll.

„Man hat ja fast den Eindruck, die wollen Bayern was auf die Mütze geben, weil es dieses Problem im Norden nicht in dem Ausmaß gibt“, sagte Aiwanger in Richtung Bundesregierung. „Deswegen noch einmal mein Appell an Bundesfinanzminister Scholz: Grenzt die bayerischen Brauereigaststätten nicht weiter von den Hilfen aus.“ (kam mit dpa) *tz.de und Merkur.de sind Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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