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Omikron-Sorge: Söders Minister kündigt harte Testregel für Einreisen aus Großbritannien an - ab Mitternacht

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Von: Tanja Kipke, Katharina Haase, Franziska Konrad

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Markus Söder und Klaus Holetschek
Gesundheitsminister Klaus Holetscheck hat Sonntagabend strengere Einreiseregeln für Reisende aus Großbritannien verkündet. © Sven Hoppe/dpa/Archivbild

Die Corona-Zahlen in Bayern sinken weiter. Unterdessen haben sich die Einreisebeschränkungen von Großbritannien in den Freistaat geändert. Der News-Ticker.

+++ Dieser News-Ticker ist beendet. Die Fortsetzung finden Sie hier.+++

Update vom 19. Dezember, 20.24 Uhr: Wegen der erneuten Einstufung von Großbritannien als Virusvariantengebiet gilt für Menschen, die aus der Region nach Bayern einreisen, eine verschärfte Testregel. „Für Einreisende aus Virusvariantengebieten reicht nach der bayerischen Allgemeinverfügung als Testnachweis ein bloßer negativer Antigentest nicht mehr aus“, erklärte Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) am Sonntagabend. Sie müssten sich zusätzlich bei oder unverzüglich nach der Einreise mittels PCR-Test testen lassen und bräuchten einen entsprechenden Testnachweis.

Für Einreisende mit Wohnsitz oder Aufenthaltsort in Bayern würden zusätzlich weitere solche Testungen an Tag 5 und Tag 13 der Quarantäne angeordnet. Diese Verschärfung galt den Angaben zufolge bislang nur bei Einreisen aus Südafrika und den dort angrenzenden Ländern. Sie werde nunmehr auf alle Virusvariantengebiete, also auch auf Einreisende aus Großbritannien, ausgedehnt.

Noch am Sonntag wurden laut Ministerium bereits mehr als 1500 Passagiere aus dem Vereinigten Königreich an den bayerischen Flughäfen München und Memmingen erwartet. Für diese Passagiere wurde bereits vorsorglich eine entsprechende Testung angeordnet, um Isolationsmaßnahmen sofort einleiten zu können. Großbritannien wird an diesem Montag wieder als Virusvariantengebiet eingestuft. Die Regelung soll um Mitternacht in Kraft treten. Grund ist die massive Ausbreitung der Corona-Virusvariante Omikron auf der Insel.

Corona in Bayern: Inzidenz sinkt weiter - Ex-Hotspot mit niedrigstem Wert im Freistaat

Update vom 19. Dezember, 7:40 Uhr: Die Sieben-Tage-Inzidenz in Bayernsinkt nach wie vor. Am Sonntag liegt sie, offiziellen Informationen des RKI von 3.24 Uhr zufolge, bei 288,7. Der Freistaat Bayern liegt somit nur noch auf Platz Sieben der Bundesländer mit den höchsten Inzidenzen. Hamburg und das Saarland liegen aber jeweils nur sehr knapp dahinter. Für den Freistaat bedeutet dies eine erfreuliche Entwicklung, galt Bayern doch lange Zeit als der Hotspot der westdeutschen Bundesländer.

Inzidenz-Spitzenreiter in Bayern sind derzeit die Stadt Schweinfurt mit einer Inzidenz von 558,9 sowie der Landkreis Unterallgäu mit einer Inzidenz von 525,4. Die Stadt Schweinfurt war in der vergangenen Woche bereits mehrfach in die Schlagzeilen geraten, nachdem eine dortige Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen und die angestrebte Impfpflicht der Bundesregierung aus dem Ruder gelaufen war und einige Teilnehmer auch Beamte der Polizei verletzt hatten. Auch am Samstag gab es bayernweit wieder viele Demonstrationen. Am meisten Menschen versammelten sich dabei in Ansbach von zwischenzeitlich laut Informationen der Polizei weit über 4000 Teilnehmer zusammenkamen.

Die niedrigste Inzidenz hat der Landkreist Tirschenreuth mit 152. Tirschenreuth hatte im vergangenen Jahr immer wieder zu den Super-Hotspots in Deutschland gezählt. Mit einer Inzidenz von 209,4 steht auch die Landeshauptstadt München vergleichsweise gut da und liegt deutlich unter dem gesamtbayerischen Schnitt.

Corona-Test bei Kita-Kindern in Bayern: Erzieher dürfen Video verlangen

Update vom 18. Dezember, 19.11 Uhr: Die Corona-Tests für die Krippen- und Kindergarten-Kinder sollte das Sozialministerium nach Ansicht des Verbandes der Kita-Fachkräfte in Bayern zentral beschaffen und an die Kitas verteilen. „Die Sets können dann von den Eltern in den Einrichtungen abgeholt werden. Durch dieses Verfahren würde den Eltern der Weg in die Apotheke erspart und damit die Umsetzung erleichtert“, teilte der Verband am Samstag in München mit. Zudem müssten dann keine Berechtigungsscheine mehr ausgestellt werden, wodurch der Verwaltungsaufwand minimiert werde.

Nach dem Ende der Weihnachtsferien müssen Eltern ihre Kita-Kinder dreimal in der Woche selbst testen, wofür sie von den Kitas Berechtigungsscheine für bislang jeweils zehn Tests erhalten. Das Ergebnis der Selbsttests müssen die Eltern entweder durch Vorlage der Testkassette oder durch ein unterschriebenes Formular vorweisen, bevor das Kind betreut werden darf. Haben Erzieherinnen und Erzieher Zweifel an der Wahrheit der Angaben, dürfen sie laut Ministerium weitere Nachweise verlangen, etwa ein Video von der Durchführung des Tests.

Erstmeldung vom 17. Dezember, 13 Uhr: München - Die Sorge vor der neuen Corona-Variante Omikron treibt auch die Mediziner um. Ein Arzt aus dem bayerischen Landkreis Freyung-Grafenau hat darauf nun reagiert: Bei seinen Patienten verkürzt er den Abstand für die Booster-Impfung - auf eigenes Risiko. Das berichtet der BR.

Corona in Bayern: Arzt verkürzt Abstand für Drittimpfungen - auf eigenes Risiko

Bei Nico Waltinger in Riedlhütte ist die Auffrischungsimpfung für alle Personen ab 40 Jahren bereits drei Monate nach der Zweitimpfung möglich. Denn zum Schutz vor Omikron will der Hausarzt seine Patienten so schnell wie möglich boostern. Sein Ziel: 1000 Dritt-Impfungen bis zur ersten Januar-Woche.

Zur Einordnung: Der Freistaat Bayern und die Stiko raten momentan zu einer Auffrischung frühestens fünf Monate nach dem zweiten Pieks. Werden die Drittimpfungen früher verabreicht, übernimmt der Freistaat für die Ärzte keine Haftungsrisiken. Waltinger ist in der Tat klar, dass er sich mit seinem Handeln nicht an die Empfehlung hält.

„Die defensive Taktik der Stiko schützt die Stiko selbst vor möglichen juristischen Komplikationen. Aber leider nicht die Bevölkerung. Der Worst-Case wäre, dass meine Patienten durch den Omikron-Virus infiziert werden, krank werden und sterben. Und das fürchte ich mehr als jeden Rechtsanwalt“, stellt der Hausarzt klar. Soweit es in seiner Macht steht, möchte er seine Patienten vor der neuen Mutation schützen.

Aus Sorge vor Omikron: Hausarzt boostert nach drei Monaten - „Fürchte ich mehr als jeden Rechtsanwalt“

Im Landkreis Freyung-Grafenau ist er übrigens der einzige Arzt, der den Impfabstand verkürzt. Denn der Freistaat übernimmt für Mediziner erst fünf Monate nach der Zweitimpfung Haftungsrisiken. Der Mediziner aus Riedlhütte gibt die Hoffnung auf eine Änderung allerdings nicht auf. „Die meisten meiner Kollegen zögern, haben Sorge vor juristischen Konsequenzen. Ich bitte den Freistaat um juristische Rückendeckung.“

Währenddessen hält der Pandemie-Trend in Bayern an - die Inzidenz sinkt weiter. Laut RKI liegt der Wert am Freitagmorgen bei 313,4. Zum Vergleich: Am Donnerstag betrug die Inzidenz noch 322,5. Bayern liegt damit weiter unter dem Bundesdurchschnitt, den das RKI mit 331,8 angab.

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