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55 Prozent mehr: In bayerischer Stadt sind im Juni mehr Menschen gestorben als sonst - an Corona lag‘s nicht

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Von: Veronika Mahnkopf

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Kreuz auf einem Friedhof
In Coburg sind im Juni 2021 55 Prozent mehr Menschen gestorben als in den Jahren zuvor. © Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/ZB/Symbolbild

Über die Zahl der Sterbefälle wird in der Corona-Pandemie viel diskutiert. Nun gibt es wieder konkrete Daten zum Juni 2021 in Bayern - die Überraschendes liefern.

Fürth - Sind in den drei Wellen der Corona-Pandemie seit März 2020 mehr Menschen gestorben als in den Jahren zuvor? Diese Frage beschäftigt viele. Kritiker der Corona-Politik in Deutschland ziehen diese Daten gern heran, um zu zeigen, wie vermeintlich harmlos das Virus ist. Wissenschaflter interessiert, ob die Corona-Pandemie zu einer Übersterblichkeit in der Bevölkerung* führt.

Corona-Pandemie: Im Juni nicht deutlich mehr Sterbefälle als die Jahre zuvor

Nun liegen ganz aktuelle Daten des bayerischen Landesamtes für Statistik in Fürth vor. Sie liefern zwei Erkenntnisse: Erstens ist die Zahl der Toten im Juni 2021 für den ganzen Freistaat Bayern betrachtet nicht wesentlich höher als im Vergleichszeitraum 2016 bis 2019. 10.511 Menschen sind 2021 gestorben. In den Vor-Pandemie-Jahren waren es im Schnitt 10.094.

Ein anderer Bereich der Statistik zeichnet allerdings ein differenzierteres Bild: Bei den über 80-Jährigen sind im Juni 2021 mehr als zehn Prozent mehr Tote zu beklagen. Und: Regional sind deutliche Unterschiede festzustellen. Im Landkreis Coburg beispielsweise starben im Juni 2021 gut 26 Prozent weniger Menschen als die Jahre zuvor. In der Stadt Coburg waren es dagegen 55 Prozent mehr Tote als im Vergleichszeitraum. In der Stadt Passau wurden 30 Prozent mehr Tote ermittelt, fast genauso viele mehr waren es im Landkreis Berchtesgadener Land (31 Prozent mehr).

Sterbefälle in der Corona-Pandemie: 55 Prozent mehr in Coburg - aber wohl nicht wegen Corona

In den ersten drei Wellen* der Coronavirus*-Infektionen in Bayern (April 2020, Dezember 2020/Januar 2021)  wurde ein deutlicher Zusammenhang zwischen Inzidenz und Sterbefällen verzeichnet, wie Karin Tesching vom Bayerischen Landesamt für Statistik erklärt. Im Moment seien die um zehn Prozent mehr auftretenden Todesfälle bei den Über-80-Jährigen aber nicht mehr so signifikant, „dass wir von einer Corona-bedingten Erhöhung der Sterbefallzahlen sprechen würden“, so Tesching.

Warum die Sterbezahlen in den Städten Corburg, Passau und im Landkreis Berchtesgadener Land im Juni so viel höher waren als in den Jahren zuvor, lässt sich laut Tesching nicht beurteilen. Es gebe aktuell nur für ganz Bayern ausgewertete Daten zu den Todesursachen, erst im Oktober 2021 könne man mehr zu den Städten und Kreisen sagen.

Klar sei aber: „In der aktuellen Situation – mit vergleichsweise niedrigen Inzidenzzahlen und geringen Unterschieden zwischen den Kreisen – „könne kein Zusammenhang zwischen den erhöhten Todeszahlen und dem Coronavirus hergestellt werden“. *Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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