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Corona-Test-Chaos an bayerischen Flughäfen - Hunderte Passagiere erhalten Ergebnisse zu spät - „Bin entsetzt“

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Die Corona-Testpannen sorgen bei der bayerischen Bevölkerung weiter für Unsicherheit. Mehrere hundert Passagiere erhielten ihre Ergebnisse zu spät zurück.

München - Die Testpannen bei Corona sorgen bei der Bevölkerung weiter für Unsicherheit, sogar für Angst. Das liegt auch daran, dass niemand wirklich weiß, wer sich nach einer Reise infiziert hat. So hat etwa eine Familie, die von einer Kroatien-Reise heimkam, im Kreis Weilheim-Schongau trotz mehrmaligen Versuchen keinen Test bekommen. Zunächst hatte sie es an der Teststation an der A8 zum ersten Mal probiert, fuhr dann wegen langer Wartezeiten weiter. Zwei Ärzte konnten dann nicht weiterhelfen. Und auch an den Flughäfen scheint es nach einem Bericht des ARD-Magazins Monitor nicht richtig zu klappen.

Die Corona-Teststation an der A3 bei Passau war kurzzeitig geschlossen. Der Grund ist noch unklar. Alle Informationen zum Coronavirus in Bayern im News-Ticker.

Coronavirus: Test-Chaos an bayerischen Flughäfen

Mehrere Hundert Passagiere am Flughafen Nürnberg haben laut „Monitor“ ihre Testergebnisse verspätet erhalten, zum Teil noch gar nicht. Das räumte der Dienstleister „Ecolog“, der Betreiber der Teststationen an den bayerischen Flughäfen, gegenüber „Monitor“ ein. Auch an anderen Flughäfen, in München* und Memmingen, hat es solche Fälle gegeben, die Anzahl sei aber noch unklar. Die Probleme stünden laut „Ecolog“ im Zusammenhang mit der Umstellung von der manuellen auf eine digitale Datenerfassung.

Corona-Testcenter am Flughafen München.
Corona-Testcenter am Flughafen München. © Matthias Balk/dpa

Beispiel: Eine vierköpfige Familie aus der Oberpfalz war von Mallorca zurückgekehrt, noch bevor die Insel zum Corona-Risikogebiet erklärt wurde. Schon bei der Datenaufnahme in der Teststation auf dem Flughafen Nürnberg habe es Probleme gegeben. Ein Versprechen, binnen 24 Stunden ein Ergebnis zu übermitteln, wurde dann nicht eingehalten. Seit einer Woche wartet die Familie nun schon vergeblich. Zahlreiche Versuche, über die Telefon-Hotline Auskunft zu erhalten, sind gescheitert. Mutter Heike H. am fünften Tag des Wartens: „Ich bin entsetzt, ich habe es nicht geschafft, mit jemandem darüber reden zu können.“ Stattdessen sei die Familie per E-Mail aufgefordert worden, Daten und Testnummern erneut zu übermitteln.

Auch eine Ärztin aus Köln bekam ihr Ergebnis viel zu spät und mit völlig falschen Angaben.

Nach den Testpannen an bayerischen Autobahnen geriet Gesundheitsministerin Melanie Huml in Bedrängnis. Die Opposition sprach von „eklatantem Regierungsversagen“. In einer Sondersitzung entschuldigte sich Huml, einen Rücktritt gab es nicht. Söder hatte zuvor ihr Angebot abgelehnt. Um etwas gegen die steigenden Corona-Zahlen zu machen, hat Bayerns Ministerpräsident Markus Söder beschlossen, die Bußgelder bei Verstößen gegen die Maßnahmen zu erhöhen. In Nürnberg ging ein mit Corona-Infizierter in einen Nachtclub feiern. Jetzt sucht das Gesundheitsamt nach den anderen Partygästen.

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