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Corona durchkreuzt Leonhardifahrten und -ritte erneut: heuer wieder viele Absagen

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Von: Christiane Mühlbauer, Jennifer Battaglia

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Wie im vergangenen Jahr wird auch heuer am Samstag der Leonhardi-Festtag in Reichling (Kreis Landsberg/Lech) nur in eingeschränkter Form stattfinden.
Wie im vergangenen Jahr wird auch heuer am Samstag der Leonhardi-Festtag in Reichling (Kreis Landsberg/Lech) nur in eingeschränkter Form stattfinden. © Klock

Immer mehr Leonhardifahrten und -ritte werden abgesagt. Bei stetig steigenden Corona-Inzidenzzahlen ist vielen Organisatoren das Risiko zu groß. Manche Umzüge finden dennoch statt – meist in Gemeinden mit überschaubarer Besucherzahl und in abgespeckter Form.

München – Im Landkreis Weilheim-Schongau traut man sich heuer wieder mehr als im vergangenen Jahr. Nicht alle Feierlichkeiten rund um den Leonhardstag am 6. November wurden coronabedingt abgesagt. „Uns freut es sehr, dass wir den Leonhardiritt wieder machen können“, sagt Andreas Ressler, erster Vorsitzender des Leonhardivereins Forst (Wessobrunn). Nach Absprache mit dem örtlichen Gesundheitsamt war man zu dem Entschluss gekommen, den traditionellen Ritt am morgigen Samstag stattfinden zu lassen.

„Zu uns kommen ja auch keine tausend Besucher“, sagt Ressler. Bei einer Veranstaltung mit mehr als tausend Teilnehmern gilt aktuell die Anwendung der 3G-Regel – auch im Freien. Nach den Worten des Vorstandsvorsitzenden können die Abstände zwischen den Reitern gewahrt werden. „Die kommen nicht so nah zusammen“, sagt er. An die Besucher werde man appellieren, sich auf der Straße etwas weiter auseinanderzustellen.

Der Forster Leonhardiritt beginnt morgen um 9.15 Uhr mit einem Festgottesdienst in der St.-Leonhard-Kirche. Danach folgt dann gegen 10.15 Uhr der Traditionsritt, an dem sich laut dem dem Vereinsvorsitzenden circa 100 Reiter beteiligen.

Leonhardiritte und -fahrten: zeitgleich in Forst, Schongau und Reichling

Zeitgleich findet morgen ebenfalls ein Leonhardiritt im 15 Kilometer entfernten Schongau statt. Und auch in Reichling (Landkreis Landsberg am Lech) hat man sich entschieden, die Leonhardifahrt am Samstagvormittag durchzuführen – jedoch nur in eingeschränkter Form. „Normalerweise haben wir um die 150 Reiter“, sagt Pfarrer Michael Vogg. „Dieses Mal sind es aber nur ungefähr 30.“ Ehrengäste werde es keine geben, die Kutschen bleiben leer. „Der Umzug soll nur für uns im Dorf sein,“ betont der Pfarrer. Aufgrund der angespannten Corona-Situation wolle man keinen großen Zulauf von Außerhalb.

Einen Leonhardiritt wird es ebenfalls in der Gemeinde Rottenbuch (Landkreis Weilheim-Schongau) geben. „Es werden am Sonntag diejenigen kommen, die sonst auch kommen“, sagt Bürgermeister Markus Bader. In der Nachbargemeinde Wildsteig habe der Umzug vergangene Woche wunderbar geklappt. „Das wird auch bei uns so ablaufen“, sagt Bader. Rottenbuch habe keine engen Gassen und dazu eine lange Zugstrecke. „Das entzerrt sich dann bei uns. Aber wir lagen ja schon immer weit unter tausend Besuchern“, sagt der Bürgermeister.

Leonhardifahrt in Bad Tölz: abgesagt

In Bad Tölz wurde die große Wallfahrt abgesagt, es wird aber einen Gottesdienst geben. Bürgermeister Ingo Mehner appelliert an die Vernunft der Besucher. Wichtig sei, an die eigene Gesundheit und die der anderen zu denken und Abstand zu halten. Er sei zwar froh, dass Gaststätten und Lokale geöffnet sein dürften. „Aber die Wirte spielen jetzt auch eine zentrale Rolle“, sagt Mehner im Hinblick auf 3G+. Um die Lage im Auge zu behalten, werden die Bad Tölzer Polizisten durch Kollegen aus der Region unterstützt. „Es geht nicht darum, dass die Menschen nicht in Lokale gehen sollen“, sagt Andreas Rohrhofer, stellvertretender Chef der Tölzer Polizei. „Sondern es geht darum, dass die Infektionsschutzregeln eingehalten werden.“ Am Sonntag verfahre man analog in Benediktbeuern. Dort findet ebenfalls keine Wallfahrt, aber ein Gottesdienst in der Basilika statt.

Viele weitere Gemeinden hatten sich bereits im Laufe der vergangenen Wochen dazu entschieden, das traditionelle Fest nur mit einer Messe zu begehen oder ausfallen zu lassen. So unter anderen in Peißenberg (Landkreis Weilheim-Schongau), Muranu/ Froschhausen sowie Unterammergau (beide Landkreis Garmisch-Partenkirchen) oder Utting am Ammersee (Landkreis Landsberg am Lech). Andere hingegen feierten traditionell mit nur wenigen Einschränkungen wie die Gemeinde Pähl (Landkreis Weilheim-Schongau) oder Grafing (Landkreis Ebersberg).

Kein Gottesdienst in der Gemeinde Kreuth

Auch die Gemeinde Kreuth im Landkreis Miesbach hatte ursprünglich einen Gottesdienst geplant, sich aber kurzfristig dagegen entschieden. Der Landkreis hat seit Mittwoch die höchste Inzidenz in ganz Deutschland. „Deshalb sind wir der dringenden Bitte des Landratsamtes nachgekommen und haben die Messe abgesagt“, sagt Bürgermeister Josef Bierschneider. „Wir wollen alles unternehmen, um die hohe Inzidenz nicht weiter anzufeuern.“

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