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Corona: Apothekerin aus Bayern sucht explizit nach ungeimpfter Fachkraft - Ominöse Website sorgt für Aufruhr

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Von: Katharina Haase

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Apotheke
Ein Schild mit dem Apotheken-Logo weist den weg zu einer Apotheke. © Monika Skolimowska/dpa (Symbolbild)

Eine Apothekerin in Bayern sucht derzeit eine neue PTA - auf einem Job-Portal nur für Ungeimpfte. Dort werden auch krude Verschwörungstheorien verbreitet.

Bodolz - Das Coronavirus hält Deutschland nach wie vor in Atem. Die vierte Welle traf die Bundesrepublik mit voller Wucht. Bayern gehört noch immer zu den Bundesländern mit den höchsten Inzidenzen und weist zeitgleich eine der niedrigsten Impfquoten in der Bevölkerung auf.

Während die Politiker der neuen Ampel-Regierung über eine allgemeine Impfpflicht diskutieren wollen und diese für gewisse Berufe wohl bereits im Dezember beschließen werden, gibt es nach wie vor Teile der Bevölkerung, die aus gesundheitlichen Gründen nicht geimpft werden können oder aber sich der Impfung aus unterschiedlichsten Gründen verweigern.

Corona in Bayern: Apothekerin sucht ungeimpfte PTA - Anzeige verwundert

Dass ausgerechnet eine Apothekerin aus Bayern auf der Suche nach einer ungeimpften Mitarbeiterin ist, dürfte allerdings für Verwunderung sorgen. „Es gibt Menschen, die sind geimpft und solche, die sind ungeimpft und es muss ja für beide die Möglichkeit geben, dass sie arbeiten können“, sagt Barbara Massag im Gespräch mit BR24. Die naturheilkundliche Apothekerin aus Bodolz im Landkreis Lindau hat eine Anzeige im Internet geschaltet, mit der sie nach einer neuen Arbeitskraft sucht.

Job-Portal für Ungeimpfte: „impffrei.work“ verbreitet Verschwörungstheorien

Laut eigener Aussage hat sie die Anzeige mehrfach veröffentlichen lassen. Eine der Stellenausschreibungen findet sich aber auch auf der Internetseite impffrei.work. Auf diesem Portal können Personen, die nicht gegen das Coronavirus geimpft sind, gezielt nach Jobs suchen. Bereits seit August ist dort nun auch die Suche von Massag nach einer neuen pharmazeutisch-technischen-Assistenz (PTA) zu finden. „Werden Sie Teil unserer Familie“, heißt es da in überschwänglichem Ton. Dass eine bei ihr angestellte Apothekerin bereits deshalb gekündigt habe, ist Massag offenbar egal.

Massag sagt, bei ihr arbeiteten sowohl geimpfte als auch ungeimpfte Personen. Die Ungeimpften würden sich regelmäßig testen lassen. Eine Maskenpflicht herrscht in der Apotheke von Barbara Massag nicht. Sie selbst sei von der Pflicht befreit, sagt sie. Die eintretenden Kunden zu kontrollieren hält sie für diskriminierend.

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Corona in Bayern: Apothekenkammer will Fall aus Bodolz prüfen - es herrscht keine Impfpflicht

Die Internetseite, auf der Massag inseriert hat, ist höchst strittig. Sie zeigt Stellenanzeigen in München, Nürnberg, Regensburg, im Allgäu, der Schweiz und in Österreich an. Man kann auch nach Berufsgruppen filtern. Ein Impressum gibt es nicht; die Macher der Seite wollen anonym bleiben. Da ist es kaum verwunderlich, dass die Seite auch zur Verbreitung von Verschwörungstheorien beiträgt. So ist die Rede von „Impfzwang“ und „Gentherapie“, die mRNA-Impfstoffe werden als toxisch und für den Menschen schädlich dargestellt.

Bei der Bayerischen Landesapothekerkammer will man den Fall von Massags Apotheke nun eingehend prüfen. Allerdings „ohne Vorverurteilung“ wie es bei BR24 heißt. Bernhard Kozian, der Vorsitzende des Bezirksverbands Schwaben des Bayerischen Apothekerverbands wies zudem darauf hin, dass es derzeit keine Impfpflicht für Apothekenangestellte gäbe. Sollte Massag nun eine ungeimpfte PTA anstellen, müsste diese jedoch jeden Tag einen negativen Corona-Test vorlegen. Andernfalls mache man sich strafbar, so Kozian. (kah) *Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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