In diesem Seniorenheim in Lichtenfels kam es nach Besuch eines Impfteams zu einem massiven Corona-Ausbruch.
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In diesem Seniorenheim in Lichtenfels kam es nach Angaben des Heimleiters nach dem Besuch eines Impfteams zu einem massiven Corona-Ausbruch.

„Zu Unrecht am Pranger“

Schwerer Vorwurf: Impfteam soll Corona-Ausbruch in bayerischem Seniorenheim verantworten - Landrat bestürzt

  • Franziska Konrad
    VonFranziska Konrad
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Impfteam sollen laut Geschäftsführer einen massiven Corona-Ausbruch in einem Seniorenheim in Lichtenfels ausgelöst haben. Das Landratsamt wehrt sich gegen die Vorwürfe.

Update vom 14. Januar, 10.27 Uhr: Nach dem Besuch eines Impfteams kam es in einer Senioreneinrichtung in Lichtenfels zu einem massiven Corona-Ausbruch. Der Geschäftsführer des Elisabeth-Heims, Fabian Franke, machte daraufhin die Mitglieder des Teams für die Ausbreitung verantwortlich. Dies wurde vom zuständigen Landratsamt aber konsequent zurückgewiesen. Auch der Vorwurf, das Gesundheitsamt hätte zu spät reagiert, wies die Behörde jetzt zurück. Im Vorfeld wurden Videokonferenzen mit der Heimleitung abgehalten. Dabei seien die Besuche des Impfteams abgesprochen worden, so die Behörde gegenüber dem BR.

In die Diskussion hat sich jetzt auch der Landrat, Christian Meißner (CSU), persönlich eingeschaltet. „Es werden hier Personen nachgewiesenermaßen zu Unrecht an den Pranger gestellt, die sich über das übliche Maß hinaus zur Bekämpfung der Pandemie seit Monaten engagieren – im Gesundheitsamt, bei der Heimaufsicht, in der Führungsgruppe Katastrophenschutz und natürlich auch im Impfzentrum“, so der Landrat. Im Landrats- sowie im Gesundheitsamt sei man bestürzt über die Vorwürfe. Dass man ständig neue Vorwürfe entkräften müsse, binde unnötige Kapazitäten, die besser bei der Bekämpfung des Ausbruchsgeschehens investiert wären. „Schuldzuweisungen helfen hier aktuell niemanden!“, wird Meißner weiter in der Pressemitteilung zitiert.

Um alle Zweifel auszuräumen, wurden die Mitarbeiter des Impfteams in der vergangenen Woche auf das Coronavirus getestet. Alle Tests seien negativ ausgefallen, so das Landratsamt. Um den Covid-19-Ausbruch in Lichtenfels in den Griff zu bekommen, will man jetzt noch enger mit der Heim- und Pflegedienstleitung zusammenarbeiten. Mitarbeiter des Landratsamtes und des Gesundheitsamtes sollen jetzt unter anderem bei der Erstellung von Dienstplänen und bei der Personalplanung unterstützen. Auch die Bundeswehr soll bei der Pandemiebekämpfung helfen. Aktuell sind laut Franke 51 Bewohner und 28 Mitarbeiter positiv auf das Virus getestet worden.

Corona in Lichtenfels: Schwere Vorwürfe gegen Impfteam

(Erstmeldung) Lichtenfels - Die Vorwürfe wiegen schwer: Ein Altenheim im bayerischen Lichtenfels (Landkreis Lichtenfels) wirft Impfteams vor, das Coronavirus in die Einrichtung eingeschleppt zu haben.

Impfung in Bayern: Altenheim macht Impfteams für Corona-Ausbruch verantwortlich

Nach Weihnachten waren Mitarbeiter eines Impfteams in dem Pflegeheim tätig. Für den darauffolgenden Corona*-Ausbruch in seiner Einrichtung macht Geschäftsführer Fabian Franke laut BR die Angestellten eindeutig verantwortlich. Insgesamt 13 Bewohner und zwölf Mitarbeiter wurden Franke zufolge am Montagabend positiv auf das Virus getestet. Er erwartet noch weitere positive Ergebnisse.

Seine Vorwürfe begründet Franke folgendermaßen: Die Impfteam-Mitarbeiter seien die einzigen Menschen, die sich im fraglichen Zeitraum ohne Corona*-Testergebnis in der Einrichtung aufgehalten hätten. Doch damit nicht genug: Auch Verstöße gegen die Corona-Regeln wirft er den Mitarbeitern vor. So sollen diese sich teilweise erst in dem Altenheim umgezogen haben, ebenso wenig seien Mindestabstände eingehalten worden.

Lichtenfels/Bayern: Nach Corona-Vorwürfen an Impfteams - Landratsamt weist Anschuldigungen zurück

Dem BR gegenüber nannte der Geschäftsführer ein weiteres Indiz für seine Anschuldigungen: So sei der Corona-Ausbruch im kompletten Heim aufgetreten. Bewohner, die ansonsten sehr isoliert leben, hätten sich ebenfalls mit dem Virus angesteckt.

Bereits letzte Woche seien bei Senioren erste Corona*-Symptome aufgetreten. Zuverlässige PCR-Tests wären erst vier Tage später gemacht worden. Franke wirft daher dem Gesundheitsamt vor, zu langsam auf den Corona-Ausbruch reagiert zu haben.

Das Landratsamt Lichtenfels hat zu dem Fall inzwischen Stellung bezogen: Es weißt die Anschuldigungen klar zurück. Alle betroffenen Mediziner und Angestellte hätte demnach bestätigt, dass sie bei dem Einsatz in dem Pflegeheim FFP2-Masken, Dienstkleidung und Schutzkittel trugen, so der BR.

Corona-Ausbruch in Altenheim: Landratsamt stellt klar - kein Fehlverhalten der Mitarbeiter

Abgesehen davon, sei die Gefahr einer Virus-Ansteckung bei der Corona*-Impfung sehr gering. Hier gäbe es nur einen kurzen Kontakt, bei dem die impfende Person Schutzkleidung trage. Außerdem würden sich die Impfteam-Angestellten jeden Tag auf Corona*-Symptome prüfen. Wer eindeutige Anzeichen habe, würde sich isolieren und testen lassen.

Bis Anfang der Wochen waren die Impfteams in zwölf Einrichtungen zur Erstimpfung unterwegs. Abgesehen von dem Pflegeheim in Lichtenfels, sei dem Landratsamt davon kein weiterer nachgelagerter Corona-Ausbruch bekannt. Das abschließende Fazit des Amts: Es gebe keine logische Folgerung, die ein Fehlverhalten der Mitarbeiter zulasse.

Eigentlich sind die Corona-Impfungen freiwillig. Ein bayerischer Zahnarzt stellte seine Mitarbeiter jedoch vor die Wahl: Entweder sie lassen sich impfen - oder es gibt kein Gehalt. Alle Nachrichten zur Corona-Pandemie in Bayern gibt es in unserem Ticker.  *Merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks. (kof)

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