Matthias Fack, Präsident des BJR, lächelt
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Matthias Fack, Präsident des BJR

Präsident des BJR Matthias Fack

Über 1000 Sonderangebote für Jugendliche - „Es geht darum, wieder Gemeinschaft zu erleben“

  • Raffael Scherer
    VonRaffael Scherer
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Kinder und Jugendliche wollen nach all den Pandemie-bedingten Einschränkungen wieder gemeinsam Freizeit erleben. Für die Sommerferien hat die Staatsregierung daher ein Sonderprogramm auf den Weg gebracht. Wie sich Corona und Jugendfreizeit vereinen lassen, erklärt Matthias Fack, Präsident des Bayerischen Jugendrings.

Herr Fack, wie geht es den Kindern und Jugendlichen, nach all den Einschränkungen und Corona-Maßnahmen?
Sie atmen auf. Davor haben junge Menschen schon sehr gelitten, wie jetzt auch Studien bewiesen haben. Sie durften nicht raus, konnten sich nicht mit Gleichaltrigen treffen und keine eigenen Erfahrungen sammeln. Gleichzeitig waren die Jugendlichen in der Lockdown-Zeit sehr solidarisch und haben sich ehrenamtlich für ältere Menschen engagiert. Trotzdem herrscht bei ihnen immer noch große Vorsicht und Unsicherheit, wie es mit der Pandemie weitergeht.
Der Staat hat für die Sommerferien ein Sonderprogramm ins Leben gerufen: Melden sich viele?
Wir merken, dass die Nachfrage extrem hoch ist. Kinder und Jugendliche wollen in den Ferien gerne etwas gemeinsam unternehmen, aber eben in einem sicheren Rahmen. Wir hätten schon 2020 nicht damit gerechnet, dass wir fast 900 Freizeit-Gruppen zusätzlich anbieten würden. Jetzt sind wir schon bei knapp 1100 Zusatzangeboten in den Pfingst-, Sommer- und Herbstferien – und die Anzahl steigt nach wie vor. Man darf außerdem nicht vergessen: Dieses Sonderprogramm ist ein zusätzliches Extra, die regulären Ferienaktionen finden weiterhin statt.
Wie lässt sich trotz Corona ein spaßiges Ferienprogramm gestalten?
Dieses Jahr hatten die Träger für die Planung mehr Vorlauf als vergangenes Jahr – trotz der lange unsicheren Corona-Regeln. Dennoch gab es bei den zuständigen Jugendarbeitern viele Unklarheiten, die beseitigt werden mussten. Begonnen bei der berühmten 1,50-Meter-Abstandsregel bis hin zu der Frage, ob am Lagerfeuer im Zeltlager gesungen werden darf. Und wenn ja: Nur mit oder auch ohne Maske? Darum hat der BJR eine Empfehlung herausgegeben, wie sich ein Corona-konformes Programm gestalten lässt.
Was steht bei dem Freizeitprogramm im Vordergrund?
Es geht darum, wieder Gemeinschaft zu erleben. Also gemeinsam  unterwegs und mit Gleichaltrigen zusammen zu sein. Es geht um ein Gefühl der Normalität. Wenngleich auch allen klar sein muss, dass Corona noch nicht vorbei ist.
Was ist Ihr Tipp für Eltern, um den Kindern und Jugendlichen schöne Ferien zu bereiten?
Bayern  ist groß und vielfältig. Und genauso unterschiedlich sind auch die Angebote. Auf der Internetseite www.ferienportal.bayern haben wir es geschafft, die Ferienmaßnahmen auf einer einzigen Bayernkarte zusammenzuführen. Dort sehen junge Menschen oder ihre Eltern, wo es welche Veranstaltungen von wem gibt – und ob noch Plätze frei sind. Jugendliche brauchen die Begegnung mit anderen Jugendlichen. Das muss möglich sein. Egal ob bei Ferienmaßnahmen, in Jugendzentren oder auch privat daheim: Irgendwas Schönes geht immer.

Interview: Raffael Scherer

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