Neues zur Corona-Lage im Freistaat

Söder-Minister verkündet „kleine Anpassung“ der Corona-Regeln in Bayern: Schulen, Sport und Kultur betroffen

  • Thomas Eldersch
    VonThomas Eldersch
    schließen

Die Inzidenzzahlen in Bayern sind niedrig. Dennoch breitet sich die gefährliche Delta-Variante weiter aus. Deshalb hat der Ministerrat nur kleine Änderungen beschlossen.

Update vom 22. Juni, 13.15 Uhr: Die Pressekonferenz wurde jetzt offiziell für beendet erklärt. Als Fazit lässt sich zusammenfassen, dass die gefährliche Delta-Variante auch in Bayern auf dem Vormarsch ist - jedoch noch nicht in einem Maß, das besorgniserregend sei, so die Minister. Außerdem wurden kleine Anpassungen beschlossen. Bei Sport- und Kulturveranstaltungen gibt es bei den erlaubten 500 Sitzplätzen im Freien jetzt auch die Möglichkeit, 100 Plätze davon als Stehplätze auszuweisen. Die Maskenbefreiung in Kitas, Schulen und Unis im Freien wird jetzt auch in die Infektionsschutzmaßnahmenverordnung aufgenommen. Und in Grundschulen sowie in den Grundschulstufen der Förderschulen müssen bei einer Inzidenz unter 50 am Platz keine Masken mehr getragen werden. Außerdem will man bis September 85 Prozent der Bürger in Bayern geimpfte haben.

Update vom 22. Juni, 13.09 Uhr: Gesundheitsminister Holetschek äußert sich jetzt zur EM. Der Modellversuch sei ja nur unter strengen Vorschriften genehmigt worden - Tests, Kontrollen und Maskenpflicht. Deshalb ärgere es ihn, wenn im Fernsehen Bilder von Fans ohne Maske zu sehen seien. Der DFB sei da aber immer gesprächsbereit. Man müsse halt mehr kontrollieren. Am Ende müsse dann ein Fazit und Konsequenzen gezogen werden. In Bezug auf die Delta-Variante müsse jetzt keine Panik verbreitet werden. Aber man müsse es genau verfolgen, damit im Herbst nicht das böse Erwachen komme. Der Gesundheitsminister spricht sich auch klar gegen eine Öffnung von Clubs und Bars aus.

Update vom 22. Juni, 13.05 Uhr: Der Kultusminister bekräftigt noch einmal seine Meinung, dass man in den Schulen die Maskenpflicht lockern müsse. Auch in den weiterführenden Schulen. Man werde sich darüber weiter in den Reihen der Staatsregierung austauschen. Bis zum 5. Juli werden in diesem Bereich bestimmt noch einmal neue Kompromisse mit dem Regierungspartner CSU gefunden werden können, so Piazolo.

Update vom 22. Juni, 13.00 Uhr: Präsenzunterricht im kommenden Schuljahr könne nicht garantiert werden, sagt Piazolo. Aber der Präsenzunterricht sei das klare Ziel. Man werde weiter an den bewährten Mitteln festhalten, wie beispielsweise das Testen. Was die Luftreinigungsgeräte angeht, schiebt der Minister den Schwarzen Peter allerdings wieder an die Kommunen. Man wolle sich aber auch innerhalb der Staatsregierung weiter damit auseinandersetzen. Man müsse trotzdem weiter „lüften, lüften, lüften“, betont Piazolo. Auch auf die Impfung der über 12-Jährigen setzt der Kultusminister seine Hoffnung.

Holetschek bekräftigt die Bestrebungen des Freistaats, so schnell und so viel wie möglich zu impfen

Update vom 22. Juni, 12.56 Uhr: Holetschek verteidigt die Verzögerung bei den Erstimpfungen. Es gebe aber über 100 Impfzentren, die nahe an den Menschen dran seien. Es gab Lieferschwierigkeiten, aber man werde alles tun, diese Verzögerung aufzuholen. Man müsse besser werden, aber der Vergleich mit anderen ärgere ihn. Der Anspruch sei weiterhin, so schnell wie möglich zu impfen.

Update vom 22. Juni, 12.54 Uhr: Minister Piazolo ist zuversichtlich, dass es Abschlussfeiern und Zeugnisübergaben geben werden kann. Es werde aber kein großes Caterings oder Möglichkeiten der Grüppchenbildung geben.

Update vom 22. Juni, 12.52 Uhr: Im September sollen 85 Prozent der über 18-Jährigen geimpft sein, plant der Minister. „Das ist das wirksamste und wichtigste Mittel im Kampf gegen die Pandemie“, so Holetschek.

Update vom 22. Juni, 12.49 Uhr: Minister Holetschek freut sich, dass der Freistaat fünf Millionen Euro zur Verfügung stellt, um das Post-Covid-Syndrom zu erforschen. Die Delta-Variante ist 100 Prozent ansteckender als die Ursprungsvariante, sagt der Gesundheitsminister. Nur das Impfen sei ein wirksamer Schutz gegen die Mutation aus Indien. Bei den Erstimpfungen sei man allerdings zurückgefallen. Denn in den vergangenen Wochen sei der Schwerpunkt auf die Zweitimpfungen gelegt worden. In der KW 25 und 26 soll es wieder mehre 100.000 Erstimpfungen in den Zentren geben. Dazu kommen noch die Impfungen bei den Hausärzten und den Betriebsärzten.

Kultusminister Piazolo freut sich, dass wieder überwiegend Präsenzunterricht stattfindet

Update vom 22. Juni, 12.45 Uhr: Auch Lehrkräfte dürfen in der Grundschule am Platz ihre Masken absetzen, bestätigt Piazolo noch einmal. Bei der Begegnung im Schulhaus sei weiterhin Vorsicht geboten, deshalb sei hier nicht die Maskenpflicht aufgehoben worden.

Update vom 22. Juni, 12.42 Uhr: Jetzt spricht Kultusminister Michael Piazolo. Inzwischen sei man in Bayern bei 98 Prozent Präsenzunterricht angekommen. „Eine positive Stimmung nach Pfingsten in den Schulen“, so der Minister.

Kabinettssitzung der Staatsregierung: Maskenpflicht am Platz in Grundschulen fällt

Update vom 22. Juni, 12.38 Uhr: Es wurden nur kleine Anpassungen beschlossen. Drei Punkte stellt Herrmann jetzt vor. Bei 500 Sitzplätzen im Freien bei Kultur- und Sportveranstaltungen dürfen auch 100 Stehplätze mit nötigem Abstand sein. Die Maskenbefreiung im Freien für Schulen, Kitas und Universitäten wurde jetzt auch in die Infektionsschutzmaßnahmenverordnung aufgenommen. Herrmann betonte noch einmal, dass die Befreiung auch für Erzieher, Lehrkräfte und Professoren gelte. In der Grundschule fällt die Maskenpflicht am Platz im Klassenzimmer weg. Andere Schularten gehen leer aus. Dort gilt die Maskenpflicht am Platz weiter. „Das ist ein Kurs mit Vorsicht und Augenmaß.“

Update vom 22. Juni, 12.35 Uhr: Es bestehe immer noch die Gefahr, dass die Corona-Lage durch die Delta-Variante aus dem Ruder laufe, so Herrmann. In Großbritannien sei die Inzidenz durch die Mutation schon auf über 90 gestiegen, obwohl die Impfquote dort besser ist. 229 Fälle von Delta-Mutationen gebe es derzeit in Bayern, so der Minister. Besonders in Innenräumen und bei großen Menschenmengen müsse man weiterhin vorsichtig bleiben. „Delta ist einfach problematisch.“

Update vom 22. Juni, 12.31 Uhr: Die Pressekonferenz geht los. Als Erstes spricht Staatskanzlei-Chef Florian Herrmann (CSU). Er freut sich, dass sich alle wichtigen Kennzahlen nach unten bewegen. 14 Menschen seien allerdings in den vergangenen 24 Stunden in Bayern an Covid-19 verstorben. 158 Menschen werden im Freistaat noch auf den Intensivstationen gepflegt. Sorgen macht sich der Minister besonders vor der Delta-Variante.

Video: Pressekonferenz nach der Kabinettssitzung vom 22. Juni

Update vom 22. Juni, 12.20 Uhr: In wenigen Minuten geht die Pressekonferenz los. Noch ist unklar, ob die Ministerrunde auch neue Lockerungen für den Freistaat beschlossen hat. Möglicherweise gibt es bald weitere Erleichterungen für die Schüler in Bayern. Wir berichten live für Sie.

Erstmeldung vom 22. Juni, 8.50 Uhr

München - Noch ist die Corona-Lage in Bayern entspannt. Das Robert-Koch-Institut* (RKI) meldete für Dienstag, 22. Juni, eine Inzidenz im Freistaat von 9,8. Zwei Landkreise sind bereits komplett coronafrei. Die Stadt Straubing und der Landkreis Regen haben eine Inzidenz von null. Dennoch hat der Freistaat auch vier Regionen in den Top Ten der RKI-Inzidenzliste. Die Stadt Schweinfurt belegt Platz 2 mit 43,1, auf sechs liegt der Landkreis Lindau (28,1), auf der acht steht der Landkreis Miesbach (26) und die zehn belegt die Stadt Bamberg (23,3). Um Corona* wird es heute auch um 10 Uhr bei der Sitzung des Bayerischen Kabinetts um Markus Söder* (CSU) gehen.

Markus Söder warnt vor einer Verbreitung der Delta-Variante

Auf der Tagesordnung der Kabinettssitzung wird mit Sicherheit die Ausbreitung der Delta-Variante stehen. Die ursprünglich aus Indien stammende Corona-Mutation ist in Europa auf dem Vormarsch. In England wurden geplante Lockerungen ihretwegen bereits verschoben und in Portugals Hauptstadt Lissabon kann mehr als jede zweite Corona-Erkrankung auf die Variante zurückgeführt werden. Und auch wenn die Fallzahlen in Bayern noch sehr gering sind, warnte Landeschef Markus Söder bereits am Wochenende vor einer Verbreitung. „Die Delta-Variante des Coronavirus wird schon in drei bis vier Wochen in Deutschland dominieren“, sagte er am Samstag auf der Versammlung der Jungen Union. Sie sei achtmal ansteckender als die Ursprungsvariante.

Ein weiteres Thema, was vor allem Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) beschäftigt, ist die Einhaltung der Maskenpflicht bei EM-Spielen in München. Den Deutschen Fußball-Bund hatte er aufgefordert darzulegen, wie die Einhaltung der Regeln künftig durchgesetzt werden sollen. Immer wieder waren Fans bei den Spielen gegen Frankreich und Portugal ohne Maske gesehen worden. Das sei nicht akzeptabel, da die EM* in Sachen Corona-Vorbeugung ein Modellprojekt sei, dessen Funktionieren auch Auswirkungen auf künftige Entscheidungen im Profi-Fußball haben könne.

Stadt München appelliert in Sachen Maskenpflicht auch an die Fans

Am Wochenende sagte Holetschek dem BR, dass der DFB in der Pflicht sei, die Maskenpflicht im Stadion durchzusetzen. „Wir müssen auch das Spiel gegen die Pandemie gewinnen und konsequent alle Maßnahmen ergreifen, die dazu notwendig sind.“ Auch die Stadt München sei nach dem Spiel gegen Frankreich noch einmal auf den Fußball-Bund zugegangen. Dann habe sich allerdings „sehr, sehr viel getant“, sagt Münchens Gesundheitsreferentin Beatrix Zurek.

Der DFB könne die Probleme aber nicht allein lösen. Zurek nimmt auch die Fans in die Pflicht. Sicherheitskräfte seien bei den Spielen genug vor Ort gewesen. Aber: „Der Ordner ging vorbei, die Maske* wurde draufgetan, und dann wieder weggenommen, als der Ordner, die Ordnerin nicht mehr da war. Es ist wirklich eine schwierige Geschichte.“ Sie könne sich auch vorstellen, dass die jeweiligen Kapitäne der Mannschaften noch einmal vor der Partie auf die Maskenpflicht hinweisen. „Letztendlich müsste man einzelne Fans entfernen. Aber das tut ja dem Spiel und der Atmosphäre im Stadion auch nicht gut.“

Die Pressekonferenz zur heutigen Kabinettssitzung findet um 12.30 Uhr im Prinz-Carl-Palais in München statt. Als Sprecher sind angekündigt der Leiter der Staatskanzlei Florian Herrmann (CSU), Gesundheitsminister Holetschek und Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler). Die Ergebnisse der Sitzung bekommen sie live bei uns. (tel) *Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Übrigens: Die wichtigsten Geschichten aus dem Freistaat gibt‘s jetzt auch in unserem brandneuen, regelmäßigen Bayern-Newsletter.

Rubriklistenbild: © Matthias Balk

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare