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Corona-Maskenpflicht in Bayern gilt ab sofort: Kaufen, Niesen, Strafen - was man jetzt wissen muss

  • Andrea Eppner
    vonAndrea Eppner
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Ab Montag heißt es im Kampf gegen das Coronavirus in ganz Bayern: Maske auf! Doch gilt das nur in Bus und Läden? Oder auch beim Radeln? Die wichtigsten Antworten im Überblick.

München –Lange belächelt sind sie plötzlich unser großes Vorbild: Menschen, die mit einer Maske vor Mund und Nase herumlaufen. Wer bislang noch nicht dazugehörte, wird es ihnen ab Montag gleichtun müssen – ob er will oder nicht. Doch viele fremdeln noch ein wenig mit den Masken. Zeit, um für etwas Aufklärung zu sorgen!

Coronavirus: Wo genau gilt die Maskenpflicht?

Wer in Bayern ab Montag zum Einkaufen in ein Geschäft geht oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln wie Bus und Bahn unterwegs ist, muss eine Maske tragen. Die Pflicht gilt schon auf dem Bahnsteig. Auch in Banken und Tankstellen muss man eine Maske tragen. Alternativ kann man Mund und Nase mit Tüchern oder Schals bedecken. Sie fahren mit dem Auto? Dann brauchen Sie keine Maske. Falls Sie trotzdem eine tragen – etwa, weil Sie die betagte Nachbarin zum Arzt fahren –, sollten Sie darauf achten, noch identifizierbar zu sein. Im Freien, etwa beim Spazierengehen oder Radeln, muss man keine Maske tragen. Auch in Behörden und Arztpraxen gibt es keine generelle Tragepflicht.

Corona-Maskenpflicht in Bayern ab Montag: Gilt die Pflicht für jeden?

Im Prinzip ja, allerdings nur für Erwachsene und für Kinder ab sechs Jahren. Eine Ausnahme von dieser Regel gebe es nur, wenn es „zum Beispiel aus medizinischen Gründen unmöglich“ sei, informiert das Bayerische Gesundheitsministerium. Kinder unter sechs Jahren dürfen eine Maske tragen, müssen das aber nicht – und sollten es auch nicht, wenn sie ständig daran herumzupfen. Kinder unter einem Jahr sollten keine Maske tragen! Schüler, die ab Montag wieder Unterricht haben, können – müssen aber nicht. Sie sollen Starterpakete mit Masken zur Verfügung gestellt bekommen.

Corona-Maskenpflicht in Bayern ab Montag: Drohen Bußgelder, wenn man keine Maske trägt?

Ja. Wird man ohne Mund-Nasen-Schutz in Bus, Bahn oder Geschäften erwischt, wird ein Bußgeld von 150 Euro fällig. Ladenbesitzern, die nicht sicherstellen, dass ihr Personal eine Mund-Nasen-Bedeckung trägt, droht gar eine Zahlung von 5000 Euro.

„Maske auf“ heißt es ab Montag auch in Bayern.

Welche Maske ist richtig für Einkauf und Busfahrt?

Am besten greift man zu einer „Alltagsmaske“ aus Stoff, auch Behelfs- oder „Community-Maske“ genannt. Daneben gibt es auch medizinischen „Mund-Nasen-Schutz“ (MNS), die klassische „OP-Maske“. Solche Masken sind geprüft und zertifiziert. „Medizinische Schutzmasken sollten aber weiterhin Ärzten oder Pflegekräften vorbehalten bleiben, damit die ihre Arbeit mit bestmöglicher Sicherheit verrichten können“, sagt Hans-Joachim Niermann, stellvertretender Vorsitzender des Bayerischen Apothekerverbandes. Das gilt erst recht für „partikelfiltrierende Halbmasken“ der Schutzklassen zwei und drei. Anders als OP-Masken schützen diese FFP2-/FFP3-Masken zwar den Träger selbst – sie sind aber knapp und ein wichtiger Teil der Ausrüstung medizinischen Personals: Sie sollten diesem überlassen bleiben!

Corona-Maske Kaufen: Woher kriegt man jetzt noch einen Mund-Nase-Schutz?

In den Apotheken hatte sich die Lage zuletzt etwas entspannt. Das dürfte sich durch die Pflicht aber ändern. Masken gibt’s auch in Sanitätshäusern und bei Online-Händlern. Letztere bieten teils auch Stoffmasken an. Das gilt ebenso für manche Änderungsschneider und Trachtenhäuser. Aldi Süd hat ebenfalls angekündigt, bald Stoff- oder Papiermasken anzubieten. Oder Sie nähen einfach selbst.

Kaufen und Kosten: Corona-Maskenpflicht in Bayern ab Montag

Selbst genähte Masken kosten meist fünf bis 15 Euro – je nach Material und Ausstattung. So gibt es welche zum Zubinden, aber auch mit Gummi oder Klettverschluss. Bei OP-Masken sind die Preise gestiegen. Gab es diese Masken früher für wenige Cent pro Stück, kosten sie nun oft mehr als zwei Euro. Wer sich das nicht leisten kann, greift zur Not zu Tuch oder Schal. Im Internet gibt es zudem Hersteller, die „Solidaritätsmasken“ für Bedürftige kostenfrei anbieten. Die Kosten tragen Käufer, die bei der Bestellung eine Maske für Bedürftige mitbezahlen. Das Kontingent ist aber begrenzt.

Wer Masken selbst nähen will: Welcher Stoff soll es sein?

Dieser sollte möglichst dicht sein und am besten aus 100 Prozent Baumwolle bestehen, heißt es beim Bayerischen Gesundheitsministerium. „Andere Materialien wie zum Beispiel Staubsaugerbeutel und Karton“ seien nicht geeignet. Das gilt auch für Masken aus Kaffeefiltern – ein beliebter Basteltipp im Internet. Hersteller „Melitta“ weist darauf hin, dass seine Filter zwar feine Poren hätten. „Coronaviren mit einer Größe von 0,12 bis 0,16 Mikrometern“ seien aber „um ein Vielfaches kleiner“. Bei Filtertüten-Masken hapere es oft auch bei der Passform.

Corona-Maskenpflicht in Bayern: Schützen Alltagsmasken denn überhaupt?

Sich schützen kann man damit nicht – nicht direkt. Alltagsmasken können aber wohl andere bis zu einem gewissen Grad schützen. Tragen alle eine Maske, profitiert man letztlich also auch selbst. Allerdings ist unklar, wie gut dieser Fremdschutz ist. Solide wissenschaftliche Belege dafür fehlen – darauf wies bereits Prof. Christian Drosten hin, Chefvirologe der Berliner Charité.

 Vorstellbar ist, dass die Masken zumindest Tröpfchen abfangen, die man beim Sprechen oder Lachen ausstößt – und damit andere etwas schützen, falls man das Virus in sich trägt. „Da sich eine große Zahl unerkannt Erkrankter ohne Symptome im öffentlichen Raum bewegt, schützt ein Mund-Nasen-Schutz andere Menschen, verringert damit die Ausbreitung der Infektion und senkt somit mittelbar das Risiko, sich selbst anzustecken“, sagt Prof. Clemens Wendtner, Infektiologe der München Klinik Schwabing.

Corona-Maskenpflicht: Halten die Masken einem kräftigen Nieser stand?

Nein. Zu diesem Ergebnis kamen kürzlich Forscher des Asan Medical Center in Seoul in Südkorea, wie sie im Fachblatt „Annals oft Internal Medicine“ berichten. Sie baten vier Sars-CoV-2-Infizierte auf eine Schale in 20 Zentimetern Entfernung zu husten. Der Versuch wurde einmal ohne Schutz, dann mit OP-Maske und mit Baumwollmaske durchgeführt. Danach verglichen die Forscher die Viruskonzentration in den Schalen sowie die eines Rachenabstrichs. Sie stellten fest: Ob ungeschützt oder mit OP-Maske – beim Husten machte das wenig Unterschied. Trug ein Infizierter eine Baumwollmaske, waren etwas weniger Erreger in der Schale als mit OP-Maske. Einen echten Schutz bot beim Husten aber keine der beiden Masken.

Corona-Maskenpflicht: Können Masken schaden?

Ja – wenn man glaubt, allein durch die Maske geschützt zu sein und wichtige Regeln vernachlässigt. So muss man auch mit Maske 1,5 Meter Abstand zu anderen halten, sich oft die Hände waschen und in die Armbeuge niesen. Auch ständig an der Maske herumzuzupfen, ist keine gute Idee. Doch viele werden das tun, fürchtet Frank Ulrich Montgomery, Vorsitzender des Weltärztebundes und Kritiker der Maskenpflicht. Bei unsachgemäßem Gebrauch könnten Masken sogar gefährlich werden: Im Stoff konzentriere sich das Virus, beim Abnehmen berühre man die Gesichtshaut – schneller könne man sich kaum infizieren.

Worauf muss man beim Gebrauch achten?

Vor dem Anlegen sollte man sich die Hände mit Wasser und Seife gründlich waschen. So gelangen keine Keime von den Fingern auf die Innenseite der Maske. Diese eng anlegen, damit möglichst wenig Luft an den Seiten eindringt. Brillenträger sollten besonders darauf achten, dass die Maske auch an der Nase eng sitzt – sonst beschlagen die Gläser. Für einen guten Sitz sorgt ein eingenähter dünner Draht. Ist die Maske durchfeuchtet, muss man sie wechseln. Beim Ablegen darauf achten, die Außenseite nicht zu berühren und danach erneut die Hände waschen.

Mund-Nase-Schutz desinfizieren: Was tun mit der gebrauchten Maske?

Eigentlich sind OP-Masken für den einmaligen Gebrauch bestimmt. Beim Bayerischen Apothekerverband (BAV) hält man es im Alltag vertretbar, diese maximal drei Mal zu tragen – spätestens dann gehören sie in den Müll. Zwischendrin kann man sie laut BAV bei 80 Grad eine halbe Stunde in den Backofen legen. Stoffmasken sind mehrfach verwendbar. Man sollte sie daheim an der Luft trocknen lassen – sonst werden sie zum Paradies für Schimmelpilze und Bakterien. Am besten wäscht man die Maske dann so schnell wie möglich – bei 60 bis 90 Grad und mit Waschmittel. Das geht auch per Handwäsche. Danach gut trocknen lassen. Wer will, kann Baumwollmasken auf höchster Stufe bügeln – auch das wirkt desinfizierend. Erhitzen in der Mikrowelle ist keine Alternative, bei Masken mit Metallbügeln droht sogar Brandgefahr.

Corona-Maskenpflicht: Bekommt man unter einer Maske noch genug Luft?

Derzeit kursiert eine WhatsApp-Nachricht, der zufolge sich unter Masken viel Kohlendioxid sammle, was vor allem für Kinder gefährlich sei. Fakt ist aber: Das Gas Kohlendioxid ist in der Ausatemluft generell in höherer Konzentration enthalten als in der Einatemluft. Die Gasteilchen sind aber so klein, dass sie problemlos durch die Maske gelangen. Das gilt selbst für die dichteren FFP-Masken, mit denen das Atmen übrigens anstrengender ist – noch ein Grund also, diese im Alltag nicht zu verwenden!

Die Maskenpflicht soll die Ausbreitung vor Corona eindämmen. Es gibt jedoch auch mangelhafte Schutzmasken. Vor zahlreichen Modellen aus China wird gewarnt.

In der Corona-Krise verlieren die Gastronomen in Bayern langsam aber sicher die Geduld. Wirte wehren sich inzwischen offen dagegen, dass ihnen die Geschäftsgrundlage entzogen wird.

*Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Rubriklistenbild: © dpa / Julian Stratenschulte

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