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Corona in Bayern: Söder-Minister äußert Sorge vor Weihnachten - „Das ist die große Gefahr“

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Von: Tanja Kipke, Katarina Amtmann

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Markus Söder und Klaus Holetschek
Gesundheitsminister Klaus Holetschek (l.) äußerte sich zur Corona-Lage (Archivbild) © Peter Kneffel/dpa/Archivbild

Markus Söder hat zugegeben, die Eigenverantwortung der Menschen überschätzt zu haben. Derweil starten die bayerischen Impfzentren mit den Impfungen für Kinder. Alle News im Ticker.

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Update vom 13. Dezember, 14.07 Uhr: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat sich in einem Video auf den Social-Media-Kanälen der CSU zu einer Vorverlegung der Weihnachtsferien wegen Corona geäußert. Er schloss darin klar einen früheren Termin aus. Dafür führte der Landeschef zwei Gründe an. Zum einen würden die Infektionszahlen ganz klar sinken. Zum anderen wird man in der Schule getestet. „Das Testen ist auch das höchste Sicherheitsmoment auch für die Weihnachtsfeiertage“, fuhr Söder fort.

In anderen Bundesländern - wie beispielsweise in Brandenburg und Sachsen-Anhalt - wurden die Weihnachtsferien verlängert. In Niedersachsen sind die Schüler ab dem 20. Dezember von der Präsenzpflicht befreit. Baden-Württemberg ermöglicht es den Schülern, sich ab dem 20. Dezember in Quarantäne zu begeben. Die Schulen sollen aber weiter geöffnet bleiben.

Update vom 13. Dezember, 12.08 Uhr: Wegen sinkender Infektionszahlen enden an diesem Dienstag die letzten beiden regionalen Corona-Lockdowns in Weilheim und Freyung-Grafenau. Die Landratsämter der zwei Landkreise kündigten das am Montag in ihren jeweiligen Amtsblättern an. Damit können Restaurants und Gaststätten wieder öffnen, Amateursport und Versammlungen sind wieder erlaubt. Es gelten dann in beiden Kreisen wieder die gleichen Einschränkungen wie im restlichen Bayern.

Corona in Bayern: Söder-Minister äußert Sorge vor Weihnachten - „Das ist die große Gefahr“

Update vom 13. Dezember, 10.36 Uhr: Die Inzidenz in Bayern sinkt weiter leicht (siehe vorheriges Update). Im ZDF-Morgenmagazin äußerte sich Klaus Holetschek zur Corona-Lage. Auf die Frage, ob mit Maßnahmen wie einem Shutdown oder Kontaktbeschränkungen für Ungeimpfte an Weihnachten zu rechnen sei, beschrieb Bayerns Gesundheitsminister das weiter starke Infektionsgeschehen.

„Wir müssen weiter Omikron genau im Blick behalten, das ist die große Gefahr, die droht“, so der CSU-Politiker. „Ich hoffe, dass wir im Kreise der Familie ein schönes Fest haben werden.“ Man müsse weiterhin vorsichtig und umsichtig sein, so Holetschek. Er habe jedoch das Gefühl, dass viele Menschen sich entsprechend verhalten, um die Situation auf den Intensivstationen nicht weiter zu belasten.

Söder äußert sich zu Kimmichs Impf-Entscheidung

Indessen äußerte sich CSU-Chef Markus Söder via Twitter zur jüngsten Entscheidung von Bayern-Spieler Joshua Kimmich, der bestätigte hatte, sich nun doch impfen lassen zu wollen: „Das ist eine gute Entscheidung. Joshua Kimmich übernimmt Verantwortung. Jede neue Impfung ist ein Beitrag zur Bekämpfung der Pandemie,“ so Bayerns Ministerpräsident.

Sieben-Tage-Inzidenz in Bayern sinkt

Update vom 13. Dezember, 6.16 Uhr: Die Sieben-Tage-Inzidenz in Bayern liegt am Montag bei 399,1. Am Sonntag hatte das RKI noch einen Wert von 408,6 gemeldet (siehe Erstmeldung). Die höchsten Inzidenzen im Freistaat haben die Kreise Passau (748,0), Freyung-Grafenau (746,6), Weiheim-Schongau (702,2) und Bamberg (701,0). In der Landeshauptstadt München liegt der Wert laut RKI aktuell bei 276,2.

Corona-Sorgen in Bayern: Söder gibt sich enttäuscht von Ungeimpften - „Reden uns den Mund fusselig!“

Erstmeldung vom 12. Dezember: München - Die Corona-Zahlen in Bayern sind weiter rückläufig. Am Sonntagmorgen meldete das Robert-Koch-Institut (RKI) für den Freistaat einen Wert von 408,6. Das ist der 16. Rückgang in Folge - am Samstag lag der Wert noch bei 427,5. Vor einer Woche hatte das RKI für den Freistaat noch eine Sieben-Tage-Inzidenz von 529,6 angegeben. Bayern bleibt trotz des Rückgangs aber über der bundesweiten Inzidenz von 390,9 am Sonntag. Kein Landkreis und keine kreisfreie Stadt liegt aktuell über der 1000-Marke. Bei der Bewertung des Infektionsgeschehens ist aber zu bedenken, dass Experten derzeit von einer merklichen Untererfassung bei den Gesundheitsämtern ausgehen.

Die Impfungen im Freistaat schreiten weiter voran - wenn auch nur schleppend. Laut Ministerpräsident Markus Söder lag die Politik mit der Einschätzung der Eigenverantwortung der Menschen in Bezug auf die Corona-Impfung daneben. „Als Politiker haben wir die Eigenverantwortung der Menschen, die wir hoch eingeschätzt haben, tatsächlich überschätzt“, sagte Söder dem Main-Echo.

Corona-Impfung in Bayern: Söder gesteht Fehleinschätzung der Politik ein

„Ich dachte, dass bei einer potenziell tödlichen Krankheit ein kostenfrei vom Staat verabreichter Impfstoff von allen Menschen angenommen wird.“ Stattdessen gebe es in Bayern nun eine zu niedrige Impfquote, sagte Söder. „Wir reden uns doch den Mund fusselig, damit sich die Menschen bitte impfen lassen. Aber da hört man dann andere, tiefer liegende Motive, warum dieses Angebot nicht angenommen wird.“ Also müsse man das Land „eben auf anderen Wegen“ schützen - „und auch die schützen, die sich nicht schützen lassen wollen“, betonte Söder. „Das ist das eigentliche Paradoxon dieser Zeit.“

In Bayern wurden bislang 9.200.871 Corona-Erstimpfungen durchgeführt (Stand: 10.12.2021). Dies entspricht einer Impfquote bei den Erstimpfungen von 70 Prozent. Vollständig geimpft sind aktuell 67,80 Prozent der Bevölkerung.

Bereits Ende November hat die Europäische Arzneimittelbehörde EMA eine geringere Biontech-Dosis für Kinder-Impfungen freigegeben. Nun hat die Ständige Impfkommission (StiKo) vor einigen Tagen eine Impfempfehlung für Fünf- bis Elfjährige mit Vorerkrankungen und Kontakt zu Risikopatienten angekündigt. Aber auch gesunde Kinder sollen demnach auf Wunsch und nach ärztlicher Aufklärung geimpft werden können. Der spezielle Kinderimpfstoff wird ab morgen in Deutschland verteilt. Rund 240.000 Corona-Impfdosen sollen nach Bayern geliefert werden. Die Impfzentren wollen bereits in wenigen Tagen mit den Impfungen starten.

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Video: Corona regional: Das Update für Bayern

Bayerische Impfzentren starten mit Kinder-Impfungen - Eltern können sich bereits registrieren

„Allein von den Impfzentren wurden rund 24.000 Vials des Kinderimpfstoffs bestellt“, sagte Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) am Sonntag in München. „Das entspricht rund zehn Mal so vielen Impfdosen und ermöglicht also rund 240.000 Impfungen. Dazu kommen noch die Impfdosen für die Ärzte, die selbst bestellen konnten.“ Der Start der Corona-Impfungen von Kindern im Freistaat sei weiter für Mittwoch geplant, sagte Holetschek. „Wir haben die Impfzentren gebeten, frühestmöglich mit den Impfungen zu beginnen, möglichst schon ab dem 15. Dezember.“ Außerdem habe das Ministerium die Impfzentren aufgefordert, für Kinder eigene Impfangebote und separate, kindgerecht gestaltete Impfstraßen einzurichten.

Termine sollen interessierte Eltern demnach telefonisch für ihre Kinder im jeweiligen Impfzentrum ausmachen. In einigen Fällen gebe es auch die Möglichkeit einer digitalen Anmeldung. Eltern können ihre Kinder demnach bereits im Impfportal BayIMCO registrieren. Eine Terminvereinbarung sei allerdings noch nicht möglich. In München steht für die Impfungen das „Impfzentrum Riem sowie ab Mitte Dezember der Gasteig mit einer Impfkapazität von bis zu 1.000 Impfungen am Tag zur Verfügung“, wie es auf der Homepage der Stadt heißt. Aktuell werde der Gasteig mit der erforderlichen Infrastruktur (Impfkabinen, Check-In-Schalter, IT etc.) ausgestattet. (tkip mit dpa)

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