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Corona-Proteste am Sonntag in Bayern: Polizei setzt hunderte Teilnehmer fest

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Von: Tanja Kipke

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Am Sonntagabend versammelten sich erneut zahlreiche Demonstranten in Schweinfurt, um gegen die Corona-Maßnahmen zu protestieren.
Am Sonntagabend versammelten sich erneut zahlreiche Demonstranten in Schweinfurt, um gegen die Corona-Maßnahmen zu protestieren. © NEWS5 / Merzbach

In Schweinfurt kam es am Sonntagabend erneut zu sogenannten „Spaziergängen“ - und das trotz Verbote der Stadt. Die Polizei stellte hunderte Personalien fest.

Schweinfurt -  Im unterfränkischen Schweinfurt sind erneut Gegner der aktuell geltenden Corona-Maßnahmen auf die Straße gegangen. Im Zentrum der Stadt habe sich am Sonntagabend eine größere Personengruppe von zunächst mehreren Hundert Menschen versammelt, sagte ein Polizeisprecher. Die Stadt hatte wegen mehrerer Vorfälle bei früheren Protesten die Regeln für Aktionen verschärft.

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Corona-Proteste in Schweinfurt: Stadt verschärft Maßnahmen durch Allgemeinverfügung

Eine Vielzahl von kleineren Gruppen hat sich trotz Allgemeinverfügung in der Schweinfurter Innenstadt versammelt. Die Polizei hat am Sonntag eine Gruppe mit 150 und eine mit 50 Personen festgesetzt, wie sie via Twitter mitteilte. Man stelle nun die Personalien fest „hinsichtlich der Einleitung von Ordnungswidrigkeitenverfahren“. Die Gruppen hätten sich trotz Aufforderung nicht aufgelöst. Mit Lautsprecheransagen habe die Polizei auf die neue Allgemeinverfügung zu solchen nicht angemeldeten Versammlungen aufmerksam gemacht.

Die Stadt Schweinfurt hatte eine Allgemeinverfügung erlassen, dass Kundgebungen nur noch ortsfest sein dürfen. Außerdem sind Abstand und Maske Pflicht. Polizei und Stadt hatten in den vergangenen Tagen eine Mobilisierung im Internet beobachtet. Die Polizei positionierte sich mit einem deutlichen Aufgebot an mehreren Stellen der Innenstadt. Ein Gutteil der Beamten war am Marktplatz im Einsatz, wie der Polizeisprecher sagte.

Angaben zur Anzahl der Polizeibeamten und zum Einsatzkonzept wollte der Sprecher aus taktischen Gründen nicht machen. Auf Twitter teilte die Polizei Unterfranken mit, die Polizei in Schweinfurt sei mit „zahlreichen Unterstützungskräften im Einsatz“.

Polizeipräsident spricht Warnung aus: „Spaziergänge werden nicht toleriert“

Unterfrankens Polizeipräsident Detlef Tolle kündigte via Twitter kurz vor Beginn der Aktionen an: „Spaziergänge, wie wir sie aktuell im Kontext des Protests gegen Corona-Maßnahmen sehen, werden nicht toleriert und von der Polizei als Versammlungen behandelt. Wer für die Versammlung wirbt, muss sie auch anzeigen.“ Vor einer Woche eskalierte die Corona-Demonstration in Schweinfurt. Die Polizei musste Schlagstöcke und Pfefferspray einsetzen. Dabei wurde ein vierjähriges Kind verletzt. Die Mutter hatte zuvor versucht, eine Absperrung zu durchbrechen und steht nun in der Kritik. (tkip mit dpa)

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