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Hotspots, Lokale, Quarantäne: Bayerns neuer Corona-Kurs - diese Lockerungen kommen trotz Omikron

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Von: Christian Deutschländer

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Ministerpräsident Markus Söder auf dem Weg zur Kabinettssitzung.
Ministerpräsident Markus Söder auf dem Weg zur Kabinettssitzung. © picture alliance/dpa | Tobias Hase

Die Omikron-Infektionen steigen stark – und Bayern lockert. Die Koalition leitet einen deutlichen Kurswechsel in der Corona-Politik ein.

München – Bayern hat sich an düstere Worte zum Dienstag gewöhnt. Jede Woche nach der Kabinettssitzung steht ein Regierender, meistens Markus Söder selbst, vor den Kameras und schildert die Corona-Lage mitsamt nötigen Maßnahmen, mahnt, warnt, bittet. Diesmal ist sein Staatskanzleichef Florian Herrmann beauftragt. „Omikron setzt sich durch“, sagt er also. Man dürfe „jetzt keinen Fehler machen“, warnt der CSU-Minister eindringlich. Aber die Schlussfolgerung ist anders als sonst. Was Herrmann und mehrere Kollegen vor der Presse verkünden, sind vorsichtige Lockerungen.

Bayern geht den bundesweiten Weg nicht mit, den Zugang zur Gastronomie zu erschweren. Es bleibt bei der 2G-Regel im Freistaat, ohne Testpflicht. Weil Bars und Discos eh geschlossen sind, so argumentiert Herrmann, und weil eine landesweite 22-Uhr-Sperrstunde gilt, sei das so vertretbar.

Corona in Bayern: Aiwanger spricht sich für Lockerungen in der Kultur aus

Lockerungen könnte es mittelfristig für die Kultur geben. Da gilt bisher „2G plus“, also Einlass nur für Geimpfte und Genesene mit entweder frischem Test oder Drittimpfung, dazu Maske und Abstand. In der Branche fühlen sich viele im Vergleich zu den Wirtschaften (keine Maske, weniger Abstand, 2G) gegängelt. Der Plan ist nun, in einer der nächsten Sitzungen des Kabinetts zumindest die Auslastung zu erhöhen; bisher auf 25 Prozent gedeckelt. „Wir hätten gern eine dichtere Bestuhlung“, sagt Hubert Aiwanger, der Wirtschaftsminister von den Freien Wählern.

In Planung ist auch, die in Bayern strengen Hotspot-Regeln zu lockern. Bisher muss ab einer Inzidenz von 1000 in jedem Landkreis zugesperrt werden – Gastronomie, Kultur, Sport zumindest. Diesen Grenzwert will die Staatsregierung verschieben. Eine Zahl nennt noch keiner der Minister, von 3000 wurde mal geraunt, vielleicht in Kombination dann doch mit „2G plus“ in der Gastronomie. Staatskanzleichef Herrmann gelobt, man werde das nicht „hoppla-hopp“ entscheiden. Seine Grundlinie aber: Wenn Omikron viel ansteckender sei, aber zu weniger Krankenhausfällen führe, sei das möglich.

Aktuelle Corona-Regeln in Bayern: Diese Lockerungen wurden beschlossen

Schon beschlossen sind Erleichterungen für Jugendliche zwischen 12 und 17. Weil sie regelmäßig in der Schule getestet werden, gelten für sie die 2G-Regeln wie für Erwachsene auf Dauer nicht. Außerdem will Bayern doppelt Geimpfte, die einen Durchbruch überstanden haben und nun genesen sind, fortan wie Geboosterte werten. Das betrifft inzwischen viele tausend Fälle.

Bei den Quarantäne-Regeln übernimmt Bayern die bundeseinheitlichen Pläne. Wer infiziert ist, muss sich zehn Tage lang isolieren – egal ob mit Delta- oder Omikron-Variante. Das gilt analog für enge Kontaktpersonen. Nach sieben Tagen kann man sich freitesten. Schüler sowie Kita- und Kindergarten-Kinder, die als Kontaktpersonen in Quarantäne müssen, können sich künftig bereits nach fünf Tagen freitesten. Neu ist, dass Geboosterte und frisch Geimpfte gar nicht mehr in Quarantäne müssen, wenn sie nur Kontaktpersonen sind. Das soll zumindest ab dem Wochenende gelten, hier fehlt noch eine Rechtsgrundlage des Bundes. (cd)

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