Öffnungen im Freistaat

Corona-Lockerungen ab 1. März in Bayern: Was jetzt wieder öffnet - und was immer noch verboten bleibt

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Während Experten vor der dritten Welle warnen, wird in Bayern ab Montag fröhlich gelockert und geöffnet. Ein Überblick der Corona-Regeln im Freistaat ab 1. März.

München - Von Vorsicht und Umsicht zur Öffnungs-Orgie? Ganz so dramatisch ändern sich die Dinge in Bayern zum Monatswechsel nicht. Viele strenge Corona-Regeln gelten nach wie vor auch ab 1. März. Allen voran die strengste Kontaktbeschränkung Deutschlands: Nur ein Haushalt plus eine weitere Person bleibt nach wie vor die Obergrenze in Bayern. Auch, wenn das selbst Ilse Aigner nicht mehr versteht. Ebenfalls bleiben die Ausgangssperre ab 22 Uhr und die FFP2-Maskenpflicht bestehen. Auch die Schulen bleiben bis auf wenige Ausnahmen im Distanzunterricht (Details siehe weiter unten).

Dennoch - es tut sich einiges an der Öffnungs-Front. Damit sie bei all den Diskussionen um Corona-Lockerungen und Wellen-Warnungen vor dem Corona-Gipfel am Mittwoch nicht den Überblick verlieren, hier eine kurze Zusammenfassung, was in Bayern ab 1. März gilt.

Corona-Lockerung in Bayern: Friseure öffnen wieder - und sind über Wochen ausgebucht

Die für viele Zottelköpfe wohl wichtigste News: Friseure haben ab Montag (1. März) geöffnet. Dass der Termin ausgerechnet auf einen Montag fällt, wo bekanntlich die meisten Friseure traditionell geschlossen haben, sorgte sofort für Belustigung. Bevor Sie aber jetzt wild das Googeln anfangen, ob Ihr Lieblings-Hairstylist trotzdem schon morgen aufmacht - lassen Sie es. Die meisten Friseure sind laut BR sowieso über Wochen ausgebucht. In Bayreuth hatte eine Termin-Versteigerung via Ebay gar 422 Euro eingebracht. Da wird sich selbst Markus Söder persönlich schwertun, trotz erschreckend langer Koteletten. Im Salon herrscht freilich trotz der Lockerungen noch Maskenpflicht. Eine vorherige Testpflicht, wie sie andernorts immer wieder diskutiert wird, gilt allerdings nicht.

Öffnungen in Bayern ab 1. März: „Körpernahe Dienstleistungen“ wieder erlaubt

Hinter dem etwas kryptischen Worten „körpernahe Dienstleistungsbetriebe“ verstecken sich bei den Corona-Regeln eben nicht nur die Friseure, sondern alle lang vermissten Beauty-Einrichtungen, bzw. Studios, die zum Zweck der Körperhygiene und Körperpflege erforderlich sind. Dazu gehören die Nagelstudios und sonstige Fußpflege-Etablissements, aber auch Maniküre, Gesichtspflege und so weiter. Sie alle öffnen ab Montag.

Neue Corona-Regeln in Bayern: Alles vom Gartencenter bis zum Baumarkt öffnet ebenfalls ab 1. März

Baumärkte, Baumschulen, Blumenläden sowie Gartencenter und Gärtnereien und überhaupt alles, wo es frei nach Goethe grünet, sprießet, blühet, wird ebenfalls geöffnet. Markus Söder und dem Frühling sei Dank. Gerade die Baumarkt-Öffnung kam im Nachbarland Baden-Württemberg gar nicht gut an. Ein einheitliches Vorgehen an der Grenze wurde gefordert. Die bayerische Staatsregierung ließ die Kritik an diesen Lockerungen abprallen. Frei nach dem Motto: Wenn schon, denn schon. Bleibt spannend, wie viele Gartler und wie viele Heimwerker auf Entzug ab Montag die Märkte stürmen. Mit langen Schlangen darf in jedem Fall gerechnet werden.

Gegenüber dem BR kündigten die Baumärkte nämlich bereits an, nur unter sehr strengen, selbstgewählten Auflagen zu öffnen. Hagebaumarkt etwa wolle streng kontrollieren und nicht mehr als einen Kunden auf 50 Quadratmeter zulassen. Erlaubt wäre bis zu einer Fläche von 800 Quadratmetern ein Kunde pro 10 Quadratmeter, ab 801 Quadratmetern nur noch ein Kunde pro 20 Quadratmetern. Hornbach wolle zudem jede einzelne Abteilung ebenfalls streng kontrollieren, damit sich beispielsweise nicht alles in der Gartenabteilung ballt. Hinzu kommen strenge Einbahnstraßen-Regelungen und reduzierte Parkplätze.

Musikschulen machen nach Lockerungen wieder Einzelunterricht

Gute Nachrichten auch für die Freunde der schönen Töne. Musikschulen dürfen laut den neuen Corona-Regeln wieder Einzelunterricht abhalten. Bei Blasinstrumenten auch ohne Mundschutz.

Und was ist mit den Schulen in Bayern?

Hier gelten nach wie vor die Corona-Regeln vom 22. Februar. Grundschulen dürfen in den Wechselunterricht. Abschlussklassen können sogar ganz in den Präsenzunterricht zurückkehren. In München arbeiten auch die Kitas wieder zum großen Teil im Regelbetrieb.

Großes Aber bei den Corona-Regeln: Die Inzidenz

Klar ist: Es bleibt eine natürliche Corona-Obergrenze für alle Öffnungen. Sobald in einer Region die 7-Tage-Inzidenz wieder die magische Marke 100 überschreitet, wird alles wieder dichtgemacht.

Rubriklistenbild: © Andersen Kneffel/dpa

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