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Bayern startet nach den Ferien im Präsenzunterricht: Piazolo rechnet nicht mit Schulschließungen

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Von: Verena Möckl

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In Bayern startet der Schulbetrieb nach den Ferien in Präsenz. Der Bayerische Kultusminister Michael Piazolo hat sich klar gegen Distanzunterricht ausgesprochen.

München - Wie geht es mit den Schulen nach den Ferien angesichts der drohenden Omikron-Welle weiter? Bayerns Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) versicherte, dass es in Bayern nach den Weihnachtsferien erstmal keine Schulschließungen geben wird. „Wir wollen Präsenzunterricht, wir hatten Präsenzunterricht, wir werden in der nächsten Woche so wie andere Bundesländer auch mit Präsenzunterricht starten“, sagte er gegenüber der BR24 Rundschau.

Corona in Bayern: Bayerisches Kultusministerium wollen Präsenzunterricht nach den Ferien

Piazolo bekräftigte, dass es nach dem Bund-Länder-Treffen am Freitag keine neuen Vorlagen geben werde, die Schulleiter innerhalb weniger Tage umsetzen müssten. Es sei aber möglich, dass es noch Detail-Änderungen in Bezug auf die Quarantäne-Vorschriften geben könne. Er versicherte, dass man gut gegen Omikron gerüstet sei, auch wenn es noch nicht abzuschätzen sei, welche genauen Folgen die Omikron-Mutante verursacht. „Es gilt immer, Corona und die Entwicklungen und Mutationen zu beobachten“, sagte der Minister.

Kultusminister Bayern Michael Piazolo Freie Wähler
Bayerns Kultusminister Dr. Michael Piazolo (Freie Wähler) © Sven Hoppe/dpa

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BLLV: Präsenzunterricht nicht um jeden Preis

Simone Fleischmann, Präsidentin des Bayerische Lehrerinnen- und Lehrerverband warnte davor, Distanzunterricht nicht im Vorhinein auszuschließen*. „Das ist nicht die Realität, in der wir uns befinden“, sagte sie im Exklusiv-Interview mit merkur.de. Fleischmann forderte deswegen eine klare Entscheidung von der Politik. „Die Schulleiter müssen entlastet werden. Dazu brauchen wir bestimmte Parameter.“ Als Beispiel nannte sie die Inzidenz.

Das sieht Piazolo anders. Der Freie-Wähler Politiker sagte, dass es solch eine Zahl nicht gebe. Als „entscheidenden Faktor“ nannte er dem BR gegenüber die Krankenhausbelegung, nicht die Inzidenz. Zugleich versicherte er, man werde sich intensiv um Schüler mit Lernrückständen aufgrund des Distanzunterrichts bemühen.

In Bayern* wird der Schulbetrieb - nach jetzigem Stand - kommende Woche wieder aufgenommen. In Sachsen, Rheinland-Pfalz, Brandenburg, Berlin, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern, im Saarland und eventuell in Thüringen besuchen die Schüler in dieser Woche wieder den Unterricht.

Kultusminister beraten am Mittwoch

Am Mittwoch beraten die jeweiligen Kultusminister der Länder in einer Videokonferenz, wie in Bezug auf die Omikron-Welle weiter vorgegangen werden soll. Die Ergebnisse des Treffens dürften auch Einfluss auf die Runde der Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten mit Bundeskanzler Olaf Scholz haben. Die Ampel-Parteien hatten, wie auch die Kultusminister der Länder, immer flächendeckende Schulschließungen ausgeschlossen und für Präsenzunterricht ausgesprochen.

Auch Kindermediziner plädieren dafür, die Schulen offenzuhalten. Studien zufolge würden sich Kinder eher im familiären Umfeld mit dem Coronavirus anstecken als in der Schule. Simone Fleischmann ist anderer Meinung. „Natürlich wollen wir keinen Distanzunterricht“, versicherte sie im Gespräch mit merkur.de. Doch aufgrund des herrschenden Lehrermangels und der sich rasch verbreitenden Omikron-Variante werde es Distanzunterricht an manchen Schulen bald zwingend geben müssen*.

*Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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