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Von Söder im Frühjahr groß angekündigt: Was wurde eigentlich aus dem Sputnik-Impfstoff?

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Von: Katarina Amtmann

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Markus Söder
Was wurde aus Söders Sputnik-Ankündigung? © Michael Kappeler/dpa/dpa-Bildfunk

Im Frühjahr war Corona-Impfstoff knapp. Markus Söder kündigte deshalb den Kauf des Sputnik-Impfstoffs an - was wurde aus dem Vorhaben des CSU-Chefs?

München - Die Corona*-Impfkampagne in Bayern ist ins Stocken geraten - trotz genug vorhandenem Impfstoff. Kaum einer erinnert sich dabei wohl an die bis zu 2,5 Millionen Dosen des russischen Vakzins Sputnik, die die Staatsregierung um Ministerpräsident Markus Söder* im Frühjahr angekündigt hat.

Söder kündigte Sputnik-Bestellung an - Was wurde aus der Impfstoff-Ankündigung?

Bei Corona-Impfstoffen gilt eigentlich: Die Europäische Union und der Bund organisieren die Beschaffung, die Bundesländer kümmern sich um die genaue Verteilung. Doch Anfang April preschte der Freistaat vor. Im Falle einer europaweiten Zulassung, hieß es, wolle man bis zu 2,5 Millionen Dosen kaufen. Doch was wurde daraus?

Sputnik V* ist weiterhin nicht europaweit zugelassen, wie der Bayerische Rundfunk (BR) berichtet. Es gebe aktuell nur nationale Zulassungen in Ungarn und der Slowakei. Auf BR-Nachfrage will das Gesundheitsministerium trotzdem nicht von den Sputnik-Plänen abrücken. Dem Bericht zufolge teilte eine Sprecherin mit: Der im April unterzeichnete „Letter of Intent“ konkretisiere die Absicht, „bis zu 2,5 Millionen Dosen des russischen Impfstoffs Sputnik V nach dessen arzneimittelrechtlicher Zulassung zu erwerben“. Es sei weiter die Bewertung und Empfehlung der Europäische Arzneimittel-Agentur EMA und die Zulassung durch die Europäische Kommission abzuwarten.

„Ausgerechnet derjenige, der...“: Scharfe Kritik an Söder nach Sputnik-Deal

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Söders Sputnik-Ankündigung - Wohl noch keine verbindliche Bestellung

Den genauen Zeitpunkt kennt das Ministerium aber wohl nicht. Wann die EMA berate und die Kommission über die Zulassung entscheiden werde sei „derzeit noch unklar“, zitiert der BR. Die Nachfrage, welche Rolle dem russischen Impfstoff im Falle einer Zulassung in der Impfstrategie zukommt, lässt das Ministerium unbeantwortet. Auch die Kosten des Impfstoffs bleiben unklar, das Ministerium verweist gegenüber dem BR auf laufende Verhandlungen. Eine verbindliche Bestellung gibt es demnach noch nicht, Geld wurde bisher ebenfalls nicht gezahlt.

Söders Sputnik-Pläne - Grünen-Chefin kritisiert CSU-Chef

Dass an den Plänen offenbar festgehalten wird, kann die bayerische Grünen-Fraktionschefin Katharina Schulze nicht verstehen. Auf BR-Nachfrage erklärte sie: „Ich fände es sinnvoller, wenn Markus Söder seine ganze Energie auf die Steigerung der Impfquote in Bayern konzentrieren würde.“ Und weiter: „Es mangelt im Moment ja nicht am zugelassenen und vorhandenen Impfstoff - und trotzdem rangiert Bayern auf den hinteren Plätzen im Bundesvergleich.“

Das bleibt nicht die einzige Kritik der Grünen-Politikerin: „Sputnik ist kein unpolitischer Impfstoff, sondern ein Prestigeprojekt des Kremls“, machte sie gegenüber dem BR deutlich. (kam) *Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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