Markus Söder
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Nach seinem Sputnik-Vorstoß gab es für Markus Söder Kritik.

Nur eine „Fata-Morgana-Debatte“?

Nach Söders Sputnik-Alleingang: Spahn warnt - und gleich zwei Ministerpräsidenten reagieren genervt

  • Katarina Amtmann
    vonKatarina Amtmann
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Markus Söder will für Bayern den Sputnik-V-Impfstoff aus Russland sichern. Dafür gab es Kritik - auch Gesundheitsminister Jens Spahn dürfte über den Vorstoß nicht begeistert sein.

München - Lange hatte Markus Söder kritisiert, dass Impfungen* gegen Corona* in Deutschland zu langsam passieren würden. Offen sprach er auch an, dass die EU bei der Impfstoff-Bestellung Fehler gemacht habe. Nun hat Bayerns Ministerpräsident gehandelt und will für sein Bundesland 2,5 Millionen Dosen des russischen Impfstoffs Sputnik V* sichern. Ein entsprechender Vertrag soll demnächst unterzeichnet werden. Produziert werden soll im schwäbischen Landkreis Neu-Ulm.

Söders Sputnik-Vorstoß: EMA entscheidet über Zulassung - es fehlen wohl Daten

Doch dazu muss das Vakzin erst noch von der europäischen Arzneimittel Agentur (EMA) zugelassen werden. Und der Institution fehlen laut eines Spiegels-Bericht Daten. Erst wenn diese verfügbar sind, kann der Hersteller überhaupt einen Antrag auf Zulassung stellen. Dem Bericht zufolge sieht es jedoch nicht danach aus, dass dies zügig vonstatten gehe.

Die Ergebnisse der Phase-III-Studie zu dem Impfstoff* wurden im Februar im renommierten Fachmagazin The Lancet veröffentlicht. Er habe demzufolge eine Wirksamkeit von 91,6 Prozent. Allerdings bleiben Ungereimtheiten, wie der Spiegel berichtet. Die Ständige Impfkommission bezeichnet erste bekannte Daten als vielversprechend, allerdings sind eben noch nicht alle da.

Corona in Bayern: Ungarn impft mit Sputnik - EU entscheidet sich gegen Vorvertrag mit Russland

Die Financial Times berichtet derweil, dass die EMA außerdem noch prüfen soll, ob bei den Impfstoffstudien in Russland alle ethischen Standards eingehalten wurden. Demnach sollen einige Studienteilnehmer für die Tests unter Druck gesetzt worden sein.

Selbst in Russland scheinen die Bürger noch auf eine unabhängige Überprüfung des Impfstoffs zu warten. Dem Spiegel-Bericht zufolge sind die Impfquoten im Land niedrig. Sputnik V wurde verimpft, lange bevor wichtige Tests abgeschlossen waren. Ungarn ist derzeit das einzige EU-Land, das mit dem Vakzin* impft. Die EU hatte sich gerade erst dagegen entschieden, einen Vorvertrag mit Russland zu machen.

Zweifel an Sputnik V: Forscher berichten von Auffälligkeiten

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Söders Sputnik-Alleingang: Spahn warnt vor „Fata-Morgana-Debatte“

Ob Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sich über Söders Ankündigung gefreut hat, darf bezweifelt werden. Denn laut eines Beschlusses der Gesundheitsminister der Länder regelt die Impfstoffbeschaffung der Bund. Wenige Stunden nach Söders Impfstoff-Vorstoß kündigte Spahn an, mit Russland zu verhandeln - ohne die EU. Dabei gehe es um verbindliche Aussagen, „wann welche Menge konkret nach einer Zulassung auch Deutschland erreichen könnte“, wie der CDU*-Politiker im WDR5-Morgenecho sagte.

Spahn warnte derweil vor einer „Fata-Morgana-Debatte.“ Er verwies auf die fehlenden Daten. „Um wirklich einen Unterschied zu machen in unserer aktuellen Lage, müsste die Lieferung schon in den nächsten zwei bis vier, fünf Monaten kommen – ansonsten haben wir so oder so mehr als genug Impfstoff.“ Bis Sputnik für Deutschland und Bayern also verfügbar wäre, könnte der Impfstoff* möglicherweise bereits nicht mehr gebraucht werden.

Söder will Sputnik-Impfstoff für Bayern sichern - Andere Ministerpräsidenten reagieren verärgert

Andere Ministerpräsidenten zeigten sich derweil verärgert über Söders Alleingang. „Es wäre schön, wenn dies jetzt kein Wettbewerb werden würde“, merkte Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow an. Sein Bundesland hatte demnach ein Angebot aus Russland erhalten, dieses aber an den Bund weitergeleitet, wie der Spiegel berichtet. Stephan Weil, Ministerpräsident von Niedersachsen, kritisierte im ZDF: „Dass das ausgerechnet derjenige Kollege macht, der ansonsten mit markigen Worten immer ein betont einheitliches Verhalten in der Pandemie-Bekämpfung fordert, das spricht doch für sich.“ (kam) *Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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