Aktiver Schutz für Wiesenbrüter: Sebastian Amler dokumentiert die Gelege von Kiebitz, Brachvogel & Co. – und zäunt sie ein. Er ist der Held der ersten Podcast-Folge.
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Aktiver Schutz für Wiesenbrüter: Sebastian Amler dokumentiert die Gelege von Kiebitz, Brachvogel & Co. – und zäunt sie ein. Er ist der Held der ersten Podcast-Folge.

„Landesbund für Vogelschutz“ bringt „Ausgeflogen“-Serie an den Start

Artenschutz zum Anhören: Podcast gibt Vogelschützern eine Stimme auf Spotify, iTunes & Co. 

  • vonCornelia Schramm
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Wegen der Pandemie pausiert das Artensterben nicht. Die Exkursionen und Vorträge der Naturschützer allerdings schon. Die Ehrenamtlichen des LBV sind trotzdem aktiv - „Ausgeflogen“ heißt ihr neuer Podcast, in dem sie von ihrem Alltag erzählen.

Hilpoltstein - Eisbären treiben auf einsamen Schollen. Orang-Utans irren durch zerstörte Regenwälder. Ist vom Artensterben die Rede, hat man solche Bilder im Kopf. „Aber auch die biologische Vielfalt in Bayern ist stark bedroht. Das, was woanders passiert, passiert auch bei uns“, sagt Stefanie Bernhardt vom Landesbund für Vogelschutz (LBV). Das Braunkelchen, der Große Brachvogel und die Wiesenweihe - all die heimischen Vogelarten sind stark gefährdet, weil ihre Lebensräume schrumpfen.

Wie man sie erkennt und schützen kann, erklärt der LBV eigentlich in Vorträgen und auf Exkursionen in den Schutzgebieten. Seit über einem Jahr fallen die aber Corona-bedingt aus. Daher will der LBV den Menschen jetzt auf anderem Weg alles über Artenschutz und Umweltbildung näherbringen.

„Ausgeflogen“: Landesbund für Vogelschutz startet Podcast über Artenschutz

„Ausgeflogen“ heißt die neue Podcast-Serie, die der LBV deshalb auf die Beine gestellt hat. In Hilpoltstein (Landkreis Roth) hat sich Stefanie Bernhardt extra ein kleines Studio eingerichtet. Per Videoschalte fängt sie hier die Stimmen der Ehrenamtlichen ein, die auch in Zeiten von Corona* aktiv sind. „Wir wollten endlich die Menschen zu Wort kommen lassen, die sonst im Hintergrund agieren, aber doch eigentlich unser Rückgrat sind“, sagt Bernhardt.

So jemand ist auch der Protagonist der ersten Podcast-Folge: Sebastian Amler ist 23 Jahre alt und aktiver Umweltschützer im Landkreis Weißenburg-Günzhausen. Besonders liegen ihm Wiesenbrüter wie Kiebitze am Herzen. Auf den Weiden macht der Student ihre Nester ausfindig und markiert sie mit Bambusstangen und Fähnchen. „Damit der Landwirt sieht, dass er außenrum mähen muss“, sagt Amler. Er steht in direktem Kontakt mit den Grundbesitzern und teilt ihnen den Zeitpunkt mit, an dem die kleinen Kiebitze endlich flügge geworden sind.

Vogelschützer Sebastian Ampler: „Man kann nur schützen, was man kennt“

Getreu dem Motto „Man kann nur schützen, was man kennt“, bietet Amler sonst regelmäßig Exkursionen zum Altmühlsee an. Dort erklärt er den Teilnehmern alles rund um schützenswerte Vogelarten. Dafür nutzt er jetzt den Podcast und erzählt unter anderem vom Kiebitz und der Uferschnepfe: „Es sind Arten, die man im Kopf behält. Den Kiebitz mit seiner Federkamm-Rolle vergisst man nicht. Leider gibt es nur noch so wenige, aber wenn man sie sieht, erkennt man sie ganz leicht wieder.“ Und dann kann jeder reagieren.

Und genau so soll der Podcast funktionieren: „Wir wollen nicht nur unsere Faszination für die Natur weitergeben, sondern auch dazu motivieren, selbst in Sachen Artenschutz aktiv zu werden“, erklärt Bernhardt. Amler hofft, dass der Podcast vor allem auch seine eigene Altersgruppe anspricht.

Zwischen 30 und 45 Minuten dauern die Folgen. Jedes Mal lässt Bernhardt einen anderen „ehrenamtlichen Helden“ zu Wort kommen - bei rund 4000 an der Zahl gehen ihr die Geschichten für den Podcast da wohl nicht so schnell aus. „Sobald es die Lage erlaubt, ist geplant, dass ich durch Bayern fahre und die Leute auch vor Ort treffe“, sagt Bernhardt. So besteht sogar die Chance, Vogellaute einzufangen - selbst wenn der Zuhörer die Vögel nicht über das Wasser fliegen oder im Gras brüten sehen kann. *merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Der Podcast erscheint ab 1. April monatlich. Er wird auf www.lbv.de veröffentlicht sowie auf den Musik-Streaming-Portalen Spotify und iTunes.

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