Tegernsee: Nach dem Stau wurden die Besucher mit einem herrlichen Frühlingstag belohnt
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Tegernsee: Nach dem Stau wurden die Besucher mit einem herrlichen Frühlingstag belohnt .

Draußen fast kein Platzerl frei

Corona-Frühling: Sonnenhungrige Ausflügler stürmen Berge und Seen - Hüttenwirt erstaunt über Verhalten

Sonne satt, dazu ein laues Frühlingslüfterl – logisch, dass da alle trotz Corona-Beschränkungen nach draußen wollten, ob an die Seen und Flüsse oder in die Höhe. Die Polizei hatte einiges zu tun.

München - Als Kioskbetreiber und Hüttenwirt musste man da gut vorbereitet sein. „Es geht scho guad zua“ – lautete etwa die Einschätzung von Wirt Paul Hertle auf der Garmischer Tannenhütte gestern Mittag. „Die Leute wissen es zu schätzen, dass sie wieder wandern können.“ Und dass sie verköstigt werden: Zahlreiche Wild-Burger und Landjäger samt Getränken kamen nahe der Faukenschlucht im „To-go“-Verkauf unter die Leute, die sich laut Hertle „erstaunlich diszipliniert verhalten“.

Corona-Ausflug: „Der Parkplatz ist restlos überfüllt, aber nicht gesperrt“ - die Lage am Großen Arber

Das war auch die Einschätzung der Polizei. Obwohl die Wanderparkplätze am Wochenende ziemlich voll waren, ziehen die Präsidien im Süden eine positive Bilanz. „Normaler, dem Wetter entsprechender Ausflugsverkehr ohne besondere Vorkommnisse“, hieß es bis zum Nachmittag. Ähnliches war aus dem Bayerischen Wald zu hören. Am Parkplatz zum Großen Arber war gestern einiges los. „Der Parkplatz ist restlos überfüllt, aber nicht gesperrt“, teilte dazu die Polizei mit.

Bayern: Ausflügler überrennen Walhalla - Polizei sprerrt Wahrzeichen in Donaustauf

Einen regelrechten Massenandrang erlebte auch die Walhalla in Donaustauf. Hier schritt die Polizei allerdings am Samstag ein, weil sich bis zu 250 Menschen ohne Masken und Corona-Abstand in der Sonne tummelten. Die Walhalla wurde bis einschließlich heutigen Montag abgeriegelt. Das war aber wohl eher der Ausreißer: Die Polizei in der Oberpfalz registrierte ansonsten, dass zwar mehr Leute als sonst unterwegs waren. „Aber es ist nirgends etwas signifikant aus dem Ruder gelaufen.“

Übrigens: Mehr als die Hälfte der bayerischen Landkreise und Städte liegt aktuell unter der wichtigen Inzidenz-Marke von 50. Verfolgen Sie das Corona-Geschehen in Bayern in unserem aktuellen News-Ticker*

Dramatischer Einsatz - Münchner Tourengeher drohten abzurutschen

Einen dramatischen Einsatz mussten aber die Bergretter bei Kreuth (Kreis Miesbach)* bewältigen. Von der Halserspitz kam am frühen Samstagabend ein Notruf von einem 44-jährigen Bergsteiger aus Haar (Kreis München). Er und sein 33-jähriger Freund hatten sich beim Abstieg auf der Nordseite im Schnee verstiegen. „Sie hingen etwa 200 Meter unterhalb des Gipfels fest und drohten abzurutschen“, teilte die Wiesseer Polizei mit. Da zu diesem Zeitpunkt kein Polizeihubschrauber einsetzbar war und die Zeit drängte, sprangen Luftretter aus der Schweiz ein. Sie holten die beiden vom Berg. Der 33-Jährige kam leicht unterkühlt ins Krankenhaus. Die Bergwacht geht davon aus, dass die beiden Bergsteiger unzureichend ausgerüstet waren.

Kanu als Eisbrecher auf dem Staffelsee

Ein Kanu als Eisbrecher: Steffan paddelt durch den Staffelsee.

Freiraum verschafften sich außerdem zwei Wassersportler am Staffelsee (Kreis Garmisch-Partenkirchen): Kurzärmlig paddelten sie mit Kajak und Kanu durch das Wasser, um das verbliebene Eis zu durchbrechen. Zugefroren war auch noch der Eibsee, etliche Menschen lockte das Glitzern* auf die Oberfläche, obwohl das Eis inzwischen gefährlich dünn geworden war. Corinna Kattenbeck *Merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

Es ist schon fast Routine an einem Wochenende. Morgens der Stau in Richtung Tegernsee und Schliersee, abends dann Stop-and-go in der gleichen Richtung zurück.

Tagestouristen gegen Einheimische - ein Konflikt der lange gärt. Schon vor der Corona-Pandemie brachte der Overtourism viele Orte im Alpenvorland an die Schmerzgrenze. Ein 6-Punkte-Plan soll den Zwist entschärfen.

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