Kinder stehen an einem Geländer und blicken nach unten auf einen Innenhof mit Spielplatz.
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Corona in Bayern: Schon bald ändern sich die Kita-Regeln im Freistaat (Symbolbild)

Neuregelung bei Schnupfen

Corona: Neuer Kita-Plan für Bayern - große Erleichterung für Eltern - doch Einschränkungen stehen an

  • Marion Neumann
    vonMarion Neumann
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Bekommen Eltern in Bayern in der Corona-Krise nun mehr Entlastung? Einer neuer Beschluss für Kindertagesstätten ist gefasst - doch es gibt Einschränkungen.

  • Erleichterung für Eltern in Bayern: In Kitas gelten schon bald neue Corona-Regeln.
  • Familienministerin Carolina Trautner gab den Beschluss bekannt.
  • Doch weiterhin ist mit Einschränkungen zu rechnen.

Update vom 11. September: Das neue Schuljahr in Bayern hat gerade erst begonnen - doch die Zahlen der Lehrer und Schüler, die sich mit dem Coronavirus infiziert haben, sind bereits alarmierend hoch. Auch Kitas sind betroffen.

Update vom 17. August: Eltern dürfen auch während der Corona-Pandemie bei der Eingewöhnung ihrer Kinder in Kinderkrippen oder Kindergärten vor Ort sein. Das teilte Familienministerin Carolina Trautner (CSU) am Montag in München zum Start des neuen Kita-Jahres am 1. September mit. „Eltern dürfen und sollen die Eingewöhnungsphase ihrer Kinder in die Kita persönlich begleiten“, sagte Trautner laut einer Mitteilung. Wie auch beim Betreten der Kindertageseinrichtung sollen sie dabei eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen.

Am 1. September besuchen viele Kinder in Bayern zum ersten Mal eine Kinderkrippe oder einen Kindergarten. Während der rund zwei bis drei Wochen langen Eingewöhnungsphase begleiten Eltern und Pädagogen das Kind gemeinsam.

Coronavirus in Bayern: Schließung von Schulen und Kitas nur in Ausnahmesituationen?

Update vom 14. August, 15.15 Uhr: Kleinkinder sind laut mehreren wissenschaftlichen Studien keine Treiber von Corona-Infektionen. Dies unterstreicht auch eine aktuelle Anfrage der sozialpolitischen Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion in Bayern, Doris Rauscher. Im Freistaat wurden zwischen Mitte März und Juli insgesamt nur 68 Kitas wegen einer Covid-19-Infektion geschlossen. „Insgesamt haben 330.000 Kinder (56 Prozent) eine Notbetreuung (bis Ende Juni) besucht. Dort wurden lediglich 21 Kinder mit Bezug auf die Notbetreuung wurden positiv gestestet“, heißt es in einer Pressemitteilung der Partei.

Für Rauscher ein wichtiges Indiz, um die Schließung von Schulen und Kitas nur noch in äußersten Ausnahmesituationen zu fordern. „Kinder haben ein Recht auf Bildung – auch in der Krise. Dies muss in einer Risikoabwägung stärker als bisher berücksichtigt werden. Der erste Schritt bei steigenden Infektionszahlen darf nicht wieder die reflexhafte Schließung von Einrichtungen sein! Das ist unverhältnismäßig, die negativen sozialen und psychischen Auswirkungen auf Kinder dürfen nicht übersehen werden. Und zudem ist eine Schnupfennase oftmals nur ein Zeichen, dass das kindliche Immunsystem funktioniert und kein Grund, das Kind wieder heimzuschicken“, so die Politikerin.

Stufenplan für Kitas: „Kinder sind keine Virenschleudern!“

Dass die Staatsregierung im Fall einer zweiten Welle einen regional differenzierten Stufenplan anwenden will, befürwortet Rauscher. „Mir ist es jedoch ganz wichtig, dass auch bei einer starken Infektionsentwicklung Kitas nicht wieder komplett geschlossen werden“, erklärte sie weiter. Die letzten Monate hätten gezeigt, wie wichtig Bildung, der Kontakt zu Gleichaltrigen sowie das Miteinander in Kitas und Schulen seien. „Dieses Lebenselixier darf unseren Kindern nicht wieder entzogen werden. Kinder sind keine Virenschleudern!“, so die SPD-Sozialpolitikerin.

Corona: Neuer Kita-Plan für Bayern - große Erleichterung für Eltern - aber mit einer Einschränkung

Erstmeldung vom 14. August, 10.57 Uhr: München - Viele Eltern dürften über diese Nachricht wohl sehr erleichtert sein: Kinder in Bayern mit leichtem Schnupfen und ohne Fieber dürfen ab dem 1. September wieder eine Kindertagesstätte besuchen. Grundlage hierfür ist ein Drei-Stufen-Plan, der sich an dem in Bayern geltenden Corona-Warnsystem orientiert, teilte Familienministerin Carolina Trautner (CSU) am Freitag (14. August) mit.

Coronavirus in Bayern: Große Erleichterung für Eltern? Neuer Kita-Plan kommt - mit einer Einschränkung

Ob diese Regelung in Zeiten der Corona-Krise in Bayern jedoch zu jeder Zeit und an jedem Ort im Freistaat greift, ist ungewiss: Je nach Infektionszahlen in einem Landkreis oder in einer Stadt seien unterschiedliche Maßnahmen möglich, so Trautner weiter. Wenn sich innerhalb einer Woche mehr als 50 Menschen je 100.000 Einwohner neu anstecken, dürfen Kinder mit milden Erkältungssymptomen beispielsweise nur bei Vorlage eines negativen Coronavirus*-Tests in die Kita gebracht werden.

Die Familienministerin äußerte sich jedoch mit einer deutlichen Meinung zur Betreuungssituation von Kindern, die eine Kindertagesstätte besuchen und zuletzt aufgrund der strengen Corona*-Regeln in letzter Zeit häufig Zuhause bleiben mussten. Betretungsverbote sollen künftig möglichst vermieden werden oder nur lokal gelten, erklärte Trautner nun. „Eine lokale Schließung von Einrichtungen kommt nur als letzte Möglichkeit in Betracht. Wir wissen, wie wichtig die Betreuung für erwerbstätige Eltern ist.“

Coronavirus in Bayern: Neuer Kita-Plan kommt schon bald - Noch gelten strenge Regeln

Über Wochen hinweg konnten Kinder aufgrund der Corona-Krise in Bayern überhaupt keine Einrichtungen besuchen - erst ab dem 25. Mai wagte man im Freistaat wieder einen Schritt zurück in die Normalität. Zuerst durften Kinder, die sich im letzten Jahr vor dem Grundschuleintritt befanden, zurückkehren. Dann folgten nach und nach weitere Lockerungen.

Bei Kindern mit Schnupfnase gelten aktuell aber noch strenge Regeln: Sie dürfen Kindertagesstätten nicht besuchen. Das ändert sich erst mit dem neuen Kita-Plan ab dem 1. September. (nema mit dpa) (*Merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks)

Eine folgenreiche Party fand in einem Ort in Bayern statt. Der DJ der Feier war mit dem Coronavirus infiziert. Zuvor war er aus von einer Kroatien-Reise zurückgekehrt.

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