Er hat Frau und ein kleines Kind

Coronavirus-Infizierter (33) kommt aus Landsberg am Lech - Ministerium appelliert an Krankenhäuser

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Der erste Coronavirus-Infizierte stammt aus dem Landkreis Landsberg am Lech. Das Gesundheitsministerium appelliert nun an die Krankenhäuser im Freistaat.

  • Der erste Coronavirus*-Patient aus Deutschland stammt aus Bayern.
  • Der 33-Jährige kommt aus dem Landkreis Landsberg am Lech.
  • Nun appelliert das Gesundheitsministerium an die Krankenhäuser im Freistaat.

Update vom 30. Januar, 14.09 Uhr: Vier Menschen in Bayern sind mit dem Coronavirus infiziert. Alle sind Mitarbeiter von Webasto. Das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) hat jetzt 90 Personen aufgefordert, in häusliche Quarantäne zu gehen. Das berichtet Merkur.de*

Mann aus Landsberg mit Coronavirus infiziert - Gesundheitsamt mit Appell an Krankenhäuser

Update vom 30. Januar, 12.01 Uhr: Vier bestätigte Coronavirus-Patienten gibt es bereits in Bayern. Sie liegen in München im Krankenhaus. Einer von ihnen ist ein 33-Jähriger aus Landsberg am Lech. Nun hat das Gesundheitsministerium die Krankenhäuser im Freistaat gebeten, sich auf die Aufnahme von begründeten Verdachtsfällen vorzubereiten.

Um eine Übertragung durch Tröpfchen zu verhindern, müssten Hygienemaßnahmen eingehalten werden und der Patient solle einen mehrlagigen Mund-Nasen-Schutz tragen. Das steht in einem Schreiben an die Bayerische Krankenhausgesellschaft, wie ein Ministeriumssprecher am Donnerstag mitteilte.

Zudem sollten Patienten, die womöglich an dem Virus erkrankt sind, in einem Isolierzimmer möglichst mit Vorraum oder Schleuse untergebracht werden. Sollte das nicht möglich sein, sollte es zumindest ein Einzelzimmer mit eigenem Bad sein. Das Personal müsse außerdem Schutzkleidung, Schutzbrille, Handschuhe und spezielle Atemmasken tragen, heißt es in dem Schreiben weiter.

Sollte ein Labor dann die Virusinfektion bestätigen, solle der Patient in ein Isolierzimmer mit Vorraum/Schleusenfunktion gebracht werden. „Sofern in den Patientenräumen eine raumlufttechnische Anlage betrieben wird, über die eine Verbreitung von Luft auf andere Räume möglich ist, ist diese abzustellen.“

33-Jähriger aus Landsberg mit Coronavirus infiziert: So geht es seiner Familie

Update vom 29. Januar: Ein 33-Jähriger aus Landsberg am Lech hat sich bei einer chinesischen Kollegin mit dem Coronavirus angesteckt. Seine Familienangehörigen sind aber gesund: „Mutter und Kind haben nach wie vor keine Symptome“, sagte Wolfgang Müller, Pressesprecher des Landratsamts Landsberg am Lech. Die Krippe, in der das Kind normalerweise betreut wird, bleibt deshalb auch weiterhin geöffnet. 

„Wir haben gestern Nachmittag die Kindergartenleitung und auch die Eltern direkt mit einem kleinen Anschreiben informiert und darauf hingewiesen, dass es eine Kontaktperson gibt“, erklärte Müller. Weitere Maßnahmen seien erstmal nicht erforderlich, da das Kind bislang nicht erkrankt ist. Die Entscheidung, offensiv mit der Erkrankung des Mannes umzugehen, sei mit der Task-Force Infektiologie des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit abgesprochen gewesen. „Lieber zu viel informiert als einmal zu wenig und hinterher dem Vorwurf ausgesetzt sein, dass wir die Gefahr verharmlost hätten“, erklärte Müller weiter.

Coronavirus erreicht Bayern: Mann (33) ist infiziert

Erstmeldung vom 28. Januar

Landsberg am Lech - Schon seit gestern wurde spekuliert, ob der Coronavirus es auch bis Bayern geschafft hat. Am Abend wurde es dann bestätigt. Ein 33-jähriger Mann hat sich bei einer chinesischen Kollegin in Starnberg mit der gefürchteten Lungenkrankh eit angesteckt

In einer Pressekonferenz des Gesundheitsministeriums heute Morgen in München gab Andreas Zapf, Präsident des Bayerischen Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, bekannt, dass der Betroffene aus dem Landkreis Landsberg am Lech stammt, sich aber in Starnberg infizierte.

Betroffener infizierte sich während Meeting bei chinesischer Kollegin in Starnberg

Der 33-jährige Mann steckte sich bei einer chinesischen Kollegin an, das wurde während der Pressekonferenz im Bayerischen Gesundheitsministeriums heute Morgen bestätigt. Die Frau stammte aber nicht wie die meisten Infizierten aus der Provinz Whuan, sondern aus der Großstadt Shanghai. Die beiden hatten schon am Dienstag, 21. Januar, an einem gemeinsamen Meeting des Automobilzulieferers Webasto in Starnberg teilgenommen. 

Zwei Tage später flog die Chinesin zurück in ihr Heimatland, dort begab sie sich in ärztliche Behandlung. Die Ärzte stellten den Virus bei ihr fest. Der Grund: Die Frau habe vor ihrer Deutschlandreise Kontakt zu ihren Eltern gehabt, die in Whuan leben.

Immer mehr Fälle des mysteriösen Coronavirus aus China werden weltweit bekannt - nun auch der erste in Deutschland. Doch was sind die Symptome der Lungenkrankheit?*

Coronavirus-Infizierter stammt aus dem Landkreis Landsberg am Lech - Kindergarten wird überprüft

Der betroffene Mann klagte nach dem Meeting über Grippe-Symtome, gestern soll er sich jedoch wieder besser gefühlt haben und ging zur Arbeit. Nach dem positiven Testergebnis, das gestern Abend eintraf, wurde beschlossen, dass der Mann in der Schwabinger Spezialklinik* behandelt werden soll. Sein Zustand habe sich nicht verschlechtert, sagte Gesundheitsministerin Melanie Huml während der Pressekonferenz. 

Auch wurde bekannt, dass der Mann aus dem Landkreis Landsberg am Lech stammt. Er soll Kinder im Kindergartenalter haben. „Natürlich denken wir an die Kinder und auch an die Kindergärten“, sagte Andreas Zapf.

Sprecher des Landratsamtes Landsberg am Lech verrät: „Die engeren Kontaktpersonen bereits isoliert sind“

Insgesamt seien 40 nähere Kontaktpersonen bekannt. Ein Sprecher des Landratsamts Landsberg am Lech gab bekannt, dass die „engeren Kontaktpersonen bereits isoliert sind“, das Gesundheitsamt hätte bereits Kontakt mit den Betroffenen aufgenommen. 

Die Nachricht traf den Landkreis überraschend. „Wir wissen das erst seit etwa zwei Stunden“, sagte der Sprecher auf Nachfrage kurz nach der Pressekonferenz. Der wichtigste Punkt jetzt: „Das Abklopfen der engeren Kontaktpersonen.“ Von der Schließung eines Kindergartens sei noch nicht die Rede.

Die Zahl der von Behörden bestätigten Infektionen mit dem neuen Sars-Virus in China steigt. Die US-Gesundheitsbehörde rät Reisenden, Tiermärkte zu meiden.

München: Der Coronavirus ist in der Landeshauptstadt angekommen. Vier Fälle sind bekannt. Bei vielen Bürgern geht jetzt die Angst um.

*Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Rubriklistenbild: © dpa / Karl-Josef Hildenbrand

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