Reiserückkehrer bringen Virus mit

Neuer Hotspot in Bayern: Landshut erreicht traurigem Rekord - Söder äußert sich zu Weihnachtsmärkten

  • Katarina Amtmann
    vonKatarina Amtmann
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Zwei weitere Regionen in Bayern haben eine kritische Marke gerissen. Die Corona-Regeln werden deshalb nun verschärft. Alle Informationen im News-Ticker.

  • Neben Rosenheim und Ingolstadt haben weitere Regionen in Bayern eine kritische Marke gerissen.
  • Die Corona*-Zahlen steigen weiter. Markus Söder verkündete nun eine Maskenpflicht für den Schulstart.
  • Gibt es dieses Jahr Weihnachtsmärkte? Ministerpräsident Söder hat sich dazu geäußert (siehe Update vom 4. September, 6.43 Uhr).
  • Hier finden Sie die grundlegenden Fakten zum Coronavirus* und die Corona-News aus Deutschland. Außerdem bieten wir Ihnen in einer Karte die aktuellen Fallzahlen in Bayern*. Derzeit gibt es die folgenden Empfehlungen zu Corona-Schutzmaßnahmen.

+++ Dieser Ticker ist beendet. Alle Informationen zum Coronavirus in Bayern lesen Sie in unserem neuen Ticker.+++

Hier finden Sie alle Infos zum Schulstart in Bayern - die Regeln für Schüler, Schülerinnen, Eltern und Lehrer*.

Update vom 4. September, 6.43 Uhr: Sind in diesem Jahr Weihnachtsmärkte möglich? Bayerns Ministerpräsident Markus Söder schürt Hoffnungen, dass die Märkte auch dieses Jahr bei entsprechenden Vorkehrungen stattfinden. „Bei den Weihnachtsmärkten haben wir noch Zeit, die wir für eine gute Planung nutzen können“, sagte der CSU-Chef den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Freitagsausgabe). „Wir können zum Beispiel einheitliche Laufwege mit Ein- und Ausgang organisieren.“ Er schränkte aber ein, auf „manchen Feuerzangenbowlestand, der eher an Après-Ski-Veranstaltungen in Ischgl erinnert“, müsse man dieses Jahr sicher verzichten.

Bayerns Ministerpräsident warb um Verständnis. „Die Wahrscheinlichkeit, dass Corona uns ewig beschäftigt, ist nicht so hoch. Warum soll es nicht möglich sein, ein Jahr lang etwas mehr Disziplin zu wahren?“ Bund und Länder hatten sich vor Kurzem darauf verständigt, das Verbot von Großveranstaltungen, bei denen eine Kontaktverfolgung und die Einhaltung von Hygieneregeln nicht möglich ist, bis mindestens Ende Dezember zu verlängern. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte sich bei den Beratungen mit den Ministerpräsidenten der Bundesländer aber dafür ausgesprochen, über die Zulassung von Weihnachtsmärkten erst später zu entscheiden.

Corona in Bayern: Schulstart im Freistaat - Diese Regeln gelten für erkältete Schüler

Update vom 3. September 2020, 19.54 Uhr: Leichter Schnupfen ja, schwerer Husten nein: Das bayerische Kultusministerium hat Regeln zum Schulbesuch erkälteter Schüler veröffentlicht. Demnach dürfen die Kinder und Jugendlichen bei leichten Symptomen wie Schnupfen und gelegentlichem Husten erst dann in die Schule, wenn sie binnen 24 Stunden kein Fieber entwickelt haben. So lange müssen sie zu Hause bleiben beziehungsweise werden nach Hause geschickt. Eine Ausnahme gibt es für Grundschüler, wie aus dem überarbeiteten Rahmen-Hygieneplan des Ministeriums hervorgeht. Kranke Kinder mit Fieber, Husten, Hals- oder Ohrenschmerzen, starken Bauchschmerzen, Erbrechen oder Durchfall müssen auf jeden Fall zu Hause bleiben.   

Vier Jugendliche aus Geretsried haben vorbildliches Verhalten bewiesen. Als ein Bengale von einem anderen Mann angegriffen wurde, gingen die Freunde beherzt dazwischen.*

Update vom 3. September 2020, 17.24 Uhr: Die Stadt Landshut hat den Frühwarnwert für Corona-Neuinfektionen überschritten und damit zugleich die meisten neuen Fälle in Bayern. Nach Angaben des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit lag die Sieben-Tage-Inzidenz in der kreisfreien Stadt am Donnerstag bei 41,43. Das bedeutet, dass sich in den vergangenen sieben Tagen pro 100.000 Einwohner mehr als 41 Menschen neu mit dem Coronavirus angesteckt haben.

Neben Landshut in Niederbayern überschritten auch die Städte Memmingen und Ingolstadt am Donnerstag noch knapp den Grenzwert. In Bayern haben sich bislang 58.241 Menschen mit dem Coronavirus angesteckt. Das sind laut Landesamt 325 Infektionen mehr als am Vortag. 51.520 Menschen gelten bereits als genesen. In Folge einer Infektion sind in Bayern bislang 2639 Menschen gestorben.

Mehrere Orte in Bayern über kritischer Marke - Söder macht Ernst der Lage deutlich

Update vom 3. September, 13.34 Uhr: Markus Söder fährt im Freistaat nach wie vor einen vorsichtigen Kurs. „Wir wollen keinen zweiten Lockdown“, stellte der Ministerpräsident bei der Sommerklausur klar. Die wirtschaftliche Entwicklung sei wichtig. Gleiches gilt für Familie, Schule und Kita. Bei allen weiteren Debatten fordert der CSU-Chef Zurückhaltung.

Klassenfahrt nach Bayern: 20 Schüler aus Düsseldorf mit dem Coronavirus infiziert

Update vom 3. September, 7.49 Uhr: Düsseldorfer Schüler sind nach einer Klassenfahrt in Bayern positiv auf das Coronavirus getestet worden. In Nordrhein-Westfalen sind Klassenfahrten innerhalb Deutschlands unter Auflagen erlaubt. In Bayern sind alle Klassenfahrten und Schüleraustausche bis Ende Januar 2021 untersagt. Bereits gebuchte Reisen müssten ausfallen, hieß es vonseiten des Kultusministeriums. Die Schüler müssten ihren Wissens-Rückstand durch die Corona-Zwangspause aufholen.

Coronavirus in Bayern: So skurril sind die Corona-Regeln für bayerische Schulen

Update vom 3. September, 6.26 Uhr: In Bayern sind die Sommerferien bald vorbei. Bevor das nächste Schuljahr startet, hat das Kulturministerium einen Hygieneplan vorgelegt. Sport- und Musikunterricht sollen im kommenden Schuljahr wieder stattfinden. Ein paar Corona-Reglen sind jedoch etwas skurril.

Polizei nutzt Corona-Listen auch für kleinere Delikte

Update vom 2. September 20.08 Uhr: Wer in Zeiten von Corona ein Café oder ein Restaurant besucht, muss aktuell seine persönlichen Daten hinterlassen. Dazu sind Gaststätten verpflichtet. Auf diese Weise soll es Gesundheitsämtern gelingen, im Falle einer Covid-19-Erkrankung weitere potenziell Infizierte ausfindig machen zu können. Die Polizei in Bayern nutze diese Daten von Gästelisten aus der Gastronomie allerdings in einzelnen Fällen auch zur Verfolgung eher kleinerer Delikte. Das geht aus einer Antwort des Innenministeriums auf eine Anfrage der FDP-Fraktion im Landtag hervor.

Demnach griff die Polizei in 24 Fällen auf die Gästelisten zurück, die von Besuchern der Gastronomie ausgefüllt werden. Dreimal ging es bei den Ermittlungen um Betrug, je einmal um Diebstahl und Beleidigung. Viele Abfragen beziehen sich allerdings
weiter auf gravierendere Fälle der Strafverfolgung, etwa Mord und Totschlag, gefährliche Körperverletzung oder Bedrohung. Dreimal wurden die Listen für die Suche nach Vermissten herangezogen. Das Vorgehen der Polizei sorgte für Kritik.

In der Corona-Pandemie nutzen viele Menschen städtische Parks. Pizzakartons verstopfen immer öfter die Mülleimer. Kommt jetzt ein Pfand für Pizzakartons?

Coronavirus in Bayern: Bayerischer Fußballverein geht juristischen Weg

Update vom 2. September, 19.50 Uhr: Wie geht es trotz Coronavirus mit dem Amateurfußball in Bayern weiter? Diese Frage beschäftigt aktuell den Bayerischen Fußball-Verband (siehe Update von 11.10 Uhr). In einer bis zum Montag (10.00 Uhr) freigeschalteten Online-Umfrage unter den rund 4500 Mitgliedsvereinen will der BFV nun erfahren, wie mit dem vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie untersagten Wettkampfspielbetrieb verfahren werden soll. Dabei geht es auch darum, ob der BFV für seine mehr als 1,6 Millionen Mitglieder juristisch aktiv werden soll.

Ein bayerischer Verein ist bereits juristisch aktiv geworden: Der 1. FC Schweinfurt. „Dass der BFV eine Umfrage startet und die Vereine mit einbindet, ist sehr lobenswert und auch hierbei werden wir unsere Unterstützung leisten, dennoch ist nicht sicher, wann ein Ergebnis zu erwarten ist“, begründete Geschäftsführer Markus Wolf seinen Eilantrag beim Bayerischen Verwaltungsgerichtshof in München. Schweinfurt rechnet mit einer Antwort innerhalb der nächsten zwei Wochen.

Corona in Bayern: Nächste Region reißt kritische Marke - Polizei unterstützt nun -„Fast alle sind Reiserückkehrer“

Update vom 2. September, 16 Uhr: Die nächste bayerische Region hat am heutigen Mittwoch den Corona-Frühwarnwert überschritten. Nach Memmingen im Allgäu (siehe Update unten) überschritt nun der Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen den Wert. Die Zahl der Neuinfektionen stieg pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen auf 36,2. Der Frühwarnwert liegt bei 35.

Im Fall des Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen gibt es eine Parallele zu Memmingen: Auch im mittelfränkischen Landkreis handelt es sich bei den Neuinfektionen „zum größten Teil um Reiserückkehrer“, sagte eine Sprecherin des Landratsamts in Weißenburg. Die Betroffenen und ihre Kontaktpersonen befänden sich in häuslicher Quarantäne. Man habe sich dazu entschieden, „erst einmal keine weiteren Maßnahmen einzuleiten“, so die Sprecherin. Die Polizei werde aber stichprobenartig bei den Quarantäne-Kontrollen helfen.

Corona in Bayern: Nächste Stadt reißt kritische Marke und verschärft Regeln -„Fast alle sind Reiserückkehrer“

Update vom 2. September, 14.22 Uhr: Die Stadt Memmingen im Allgäu verschärft die Quarantäne-Regeln für Reiserückkehrer aus Risikogebieten. Grund ist eine Überschreitung des Corona-Frühwarnwerts. Nach Angaben einer Sprecherin vom Mittwoch gab es in der Stadt in den vergangenen sieben Tagen 38,76 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner. „Fast alle sind Reiserückkehrer aus Risikogebieten“, sagte die Stadtsprecherin. Der Frühwarnwert liegt bei 35.

Die Regeln würden deshalb nun verschärft: Alle Reiserückkehrer aus Risikogebieten müssen sich demnach zunächst in häusliche Quarantäne begeben und nach mehreren Tagen erneut auf Corona testen lassen - unabhängig davon, ob sie sich im Ausland oder bei der Rückkehr schon einem Test unterzogen hatten. Diese Regelung werde voraussichtlich auch dann in Kraft bleiben, wenn die Zahl der Infektionen wieder sinke, sagte die Stadtsprecherin.

Corona in Bayern: Amateurfußballer drohen Söder mit Maßnahme

Update vom 2. September, 11.10 Uhr: Der Bayerische Fußballverband (BFV) bittet seine Mitgliedsvereine an die virtuelle Urne. Wie der BFV in einer Pressemitteilung erklärte, habe man beschlossen, „alle rund 4500 Mitgliedsvereine zum weiteren Umgang mit dem von staatlicher Seite weiterhin untersagten Wettkampfspielbetrieb zu befragen.“

„Wir haben den Kurs der bayerischen Staatsregierung in der Vergangenheit stets mitgetragen und für sehr verantwortungsvoll befunden. Wir haben akzeptiert, dass wir – anders als unsere Freunde in den benachbarten Landesverbänden – bis Anfang September keinen Wettkampfspielbetrieb aufnehmen durften. Wir haben uns mit Trainingsspielen ohne Zuschauer zufriedengegeben, wir haben verstanden, dass die Zuschauerfrage behutsam diskutiert werden muss, wir haben mit größter Sorgfalt Hygienekonzepte entwickelt und der Staatsregierung vorgelegt“, heißt es. Deshalb war man der Auffassung, die Voraussetzungen geschaffen zu haben, um den Spielbetrieb am 19. September wieder aufnehmen zu dürfen. „Leider ohne Erfolg“, wie der BFV mitteilte.

Corona in Bayern: Bayerischer Fußball-Verband verzweifelt: „existenzielle Folgen“

Für die meisten sei es nicht nachvollziehbar, dass man den Spielbetrieb nicht wieder aufnehmen dürfe, „obwohl die Staatsregierung es längst wieder erlaubt, beispielsweise Konzerte oder Gottesdienste unter freiem Himmel zu veranstalten und dabei sogar bis zu 400 Zuschauer zugelassen sind. Nur ein paar Kilometer weiter in unseren Nachbarbundesländern wird längst wieder vor einer begrenzten Anzahl an Zuschauern gespielt. Und in jedem Schwimmbad und an jedem Badestrand tummeln sich mehr Menschen als bei den meisten Amateurfußballspielen rund um das Spielfeld Zuschauer stehen würden. Warum dies so ist? Wir können es nicht sagen“, zeigt sich der BFV verzweifelt.

„Nach heutigem Stand ist davon auszugehen, dass der Ministerrat in den nächsten zwei Wochen keine weiteren Lockerungen beschließen wird, was – unter Berücksichtigung einer für den Spielbetrieb zwingend erforderlichen Vorlaufzeit – Amateurfußball in Bayern im Monat September unmöglich macht. Ein Umstand, der für Euch und Eure Vereine bereits jetzt existenzielle Folgen hat und noch haben wird – wirtschaftlicher Natur, aber auch hinsichtlich mehr und mehr fernbleibender Frauen und Männer, Jungen und Mädchen“, schreibt BFV-Präsident Rainer Koch in seinem Wahlaufruf an die Vereine.

Corona in Bayern: BFV befragt Mitglieder: Droht nun eine Klage?

Möglicherweise droht deshalb nun eine Klage - das soll die Befragung unter den Mitgliedsvereinen ergeben. Es gehe dem BFV nicht um eine Sonderrolle für den Fußball, „sondern um gleiches Recht für alle. Wir bleiben dabei: Die Gesundheit aller steht an erster Stelle. Worin sich aber ein Konzert- oder Gottesdienstbesucher von einem Sportplatz-Zuschauer unterscheidet, wissen wir nicht und deshalb sagen uns unsere Fachanwälte, dass eine Klage gegen die Ungleichbehandlung des Amateurfußballs durch die Bayerische Infektionsschutzmaßnahmenverordnung gute Erfolgsaussichten hätte“, schreibt Koch weiter. Der Rechtsweg sei aber das letzte Mittel, „das heißt, wir wollen weiterhin im Gespräch mit der Staatsregierung bleiben und hoffen weiterhin auf eine schnelle Lösung für den Amateurfußball in unserem Sinne.“

Corona in Bayern: Kita-Betrieb läuft - Drei-Stufen-Plan orientiert sich an Sieben-Tage-Inzidenz

Update vom 1. September, 21.07 Uhr: Seit Dienstag läuft der Kita-Betrieb nach dem sogenannten Drei-Stufen-Plan des Freistaats Bayern. Dieser orientiert sich an der Sieben-Tage-Inzidenz. Dieser Wert misst die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen binnen sieben Tagen pro 100 000 Einwohner. Liegt der Wert stadtweit unter 35, läuft der Kita-Betrieb ohne Einschränkungen. Allerdings wurde diese Hürde in den letzten Tagen bereits gerissen, weshalb derzeit Stufe zwei des Konzepts zur Anwendung kommt. Für Kitas bedeutet das: „Das Personal hat eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen“, erklärt Julia Mayer, Sprecherin des Referats für Bildung und Sport.

Die Regelung stößt auf Kritik. Als „völlig realitäts- und lebensfremd“ bezeichnet sie der Bundestagsabgeordnete Dieter Janecek (Grüne) gegenüber unserer Zeitung. Er argumentiert: „Wir können doch Kleinstkindern zwischen null und zwei Jahren nicht zumuten, bei der Eingewöhnung den ganzen Tag Erzieherinnen und Erziehern mit Mundschutz zu begegnen.“

Ähnlich sehen es die Mitglieder der Initiative „Familien in der Krise Bayern“. In einer Stellungnahme heißt es: „Gerade in der Frühpädagogik ist die Mimik äußerst relevant für das Erlernen von Sprache und die Entwicklung von sozial-emotionalen Fähigkeiten. Diese elementaren Grundbausteine kindlichen Lernens zu verhindern darf nicht Zweck eines Hygieneplans sein.“

Des Weiteren bringt Stufe zwei mit sich, dass die Kinder in festen Gruppen zusammenbleiben müssen. So sollen Infektionswege besser nachzuvollziehen sein. Wie lange dieser Zustand anhält, hängt davon ab, wie sich die Zahlen entwickeln. „Bei fallender Sieben-Tage-Inzidenz ist die Voraussetzung für die Rücknahme der Stufe zwei, dass die Inzidenzrate stabil über mindestens sieben Tage unter dem Grenzwert liegt“, erklärt Julia Mayer. „Sobald diese Situation eintritt, werden die Träger von Kindertageseinrichtungen vom Gesundheitsamt informiert.“ Am Dienstag ist der Wert erstmals wieder unter 35 gesunken. Er liegt jetzt bei 34,59 – noch kein Grund zum Aufatmen. - Laura Felbinger und Mike Schier

Corona in Bayern: Warnung vor Virus: „ganz schwierige“ Entscheidungen drohen - Maßnahmen verlängert

Update vom 1. September, 15.03 Uhr: Staatsminister Florian Herrmann (CSU) hat die Maßnahmen zum Schutz gegen das Coronavirus vehement gegen Kritik verteidigt. Es sei ein Fehler, aus den vergleichsweise niedrigen Infektionszahlen, den freien Intensivbetten in den Krankenhäusern und den stagnierenden Todeszahlen im August zu schließen, dass die Pandemie vorbei sei. Das sagte er auf der Pressekonferenz nach der Kabinettssitzung in München. Die Situation könne sich jederzeit „ruckzuck“ wieder ändern. „Man muss sich immer klar drüber werden, dass ein unbekanntes Virus im Zweifel tödlich verläuft - und das haben wir ja erlebt.“

Die bayerische Regierung versuche daher, das Virus so weit wie möglich im Griff zu halten, „um nicht dann wieder einer exponentiellen Entwicklung ausgeliefert zu sein, die dann unweigerlich wieder sicher dazu führen wird, dass das Gesundheitssystem unter Druck kommt, dass auch dann die schweren Erkrankungen schlimmer werden“. Dann würde es auch wieder Fälle in der älteren Generation sowie in Senioreneinrichtungen geben, die Todesfälle würden steigen und es müssten „ganz schwierige“ ethische Entscheidungen getroffen werden - etwa, wer ein Beatmungsgerät bekomme und wer nicht.

Corona in Bayern: Maßnahmen verlängert - alle Details zu Schulstart: „Das ist leider ein Stück Normalität“

Update vom 1. September, 14.04 Uhr: Das bayerische Kabinett hat wie erwartet die Maskenpflicht für den Schulstart beschlossen. Während der ersten neun Schultage gilt ab Klasse 5 eine Maskenpflicht. Diese könnte allerdings auch Grundschülern drohen. Sofern in einer Region der Grenzwert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in einer Woche überschritten werde, „gäbe es im Präsenzunterricht eine Maskenpflicht für alle, auch für Grundschüler“, sagte Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) am Dienstag nach einer Sitzung des Kabinetts in München.

Um das Ansteckungsrisiko in dem Fall zu minimieren, würden die Klassen ab dem Wert auch in einen Wechsel zwischen Präsenzunterricht und dem Lernen zu Hause übergehen, sagte Piazolo. Bereits ab 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner soll an allen weiterführenden Schulen wieder eine Maskenpflicht im Unterricht eingeführt werden - außer die betroffenen Schulen können den Mindestabstand von 1,5 Metern zwischen den Schülern sicherstellen.

Trotz aller Maßnahmen könne es in Bayern zu Schulschließungen kommen - wie schon in anderen Bundesländern zuvor. „Das ist leider ein Stück Normalität“, erklärte Piazolo. Durch den Stufenplan, das Hygienekonzept und möglichst feste Gruppen, wolle man das Infektionsgeschehen aber besser nachverfolgbar machen. Möglicherweise sei es dann ausreichend, eine Klasse aus der Schule zu nehmen und nicht die ganze Schule schließen zu müssen.

Coronavirus in Bayern: Maskenpflicht an Schulen - Die Pressekonferenz zum Nachlesen

Update von 13.50 Uhr: Die Pressekonferenz ist beendet.

Corona in Bayern: Maßnahmen im Rückblick notwendig

Update von 13.49 Uhr: Man frage sich immer, ob man etwas hätte anders machen können, sagt Huml rückblickend über die getroffenen Maßnahmen. Es sei natürlich nicht leicht gefallen, strikte Maßnahmen für Seniorenheime zu treffen. Allerdings sei es nötig gewesen, als die Zahlen anstiegen und es sogar Todesfälle gab.

Update von 13.43 Uhr: „Unsere Generation hat keine Angst mehr davor“, warnt Herrmann auf Nachfrage eines Journalisten. Man habe Angst, an Krebs zu erkranken oder dement zu werden, aber nicht vor Infektionskrankheiten.

Im Video: Maskenpflicht beschlossen - die Pressekonferenz mit Herrmann, Huml und Piazolo

Corona-Warn-App an Schulen erlaubt: Bayerischer Staat will App unterstützen

Update von 13.35 Uhr: Zunächst hieß es, dass Schüler die Corona-App im Unterricht nicht benutzen dürfen. Schüler dürften nun das Handy aber doch angeschaltet und lautlos in der Tasche haben - und somit die App nutzen. „Es gab keinen Schwenk“, erklärt Piazolo dazu. Man wolle diese App aber als Staat unterstützen, weshalb die Nutzung in der Schule auch möglich sein soll.

„Das ist leider ein Stück Normalität“, sagt Piazolo mit Blick auf Schulschließungen in anderen Bundesländern. Das werde auch in Bayern passieren. Allerdings hätten nicht alle Bundesländer einen Stufenplan wie in Bayern. „Wir haben ein sehr intensives Lüftungskonzept“, ergänzt er. Man mache auch bewusst feste Gruppen, um das Infektionsgeschehen schnell nachverfolgen zu können. Dadurch könne man bei Bedarf eine Klasse schließen, müsse aber nicht die ganze Schule schließen.

Maskenpflicht in Schulen beschlossen - Nachfrage nach Corona-Tests laut Huml groß

Update von 13.20 Uhr: 311 neue Fälle gibt es in Bayern, verkündet Gesundheitsministerin Melanie Huml. Die Zahlen gehen oft auf Reiserückkehrer und private Feiern zurück. Wichtig sei, lokal zu reagieren.

Die Nachfrage nach Tests sei weiterhin groß, erläutert Huml. Bisher gab es 319.459 Testungen, erläutert Huml. 4087 Personen wurden dabei positiv getestet - Menschen, die ohne diesen Test nach dem Urlaub vielleicht Verwandte im Seniorenheim besucht hätten.

Update von 13.18 Uhr: „Es wird auch im nächsten Schuljahr keine hundertprozentige Planungssicherheit geben.“ Man werde die Planungen immer wieder nach dem Infektionsgeschehen anpassen, so Piazolo.

Coronavirus in Bayern: Piazolo verkündet Maskenpflicht ab Klasse 5

Update von 13.14 Uhr: Für die ersten neun Tage gilt die Maskenpflicht ab Klasse 5, erklärt Piazolo. Zusätzlich habe man einen Hygieneplan. An Schulen soll es möglichst feste Gruppen geben, „intensive Lüftung“ und gestaffelte Pausenzeiten. „Wir haben Reihentestungen angeboten“, so der bayerische Kultusminister weiter.

Update von 13.11 Uhr: „Wir werden heute in einer Woche in den Schulen mit einem Regelbetrieb starten“, erklärt Kultusminister Michael Piazolo. Heute wurde auch der "leicht angepasste" Stufenplan verabschiedet. Bis zu einer Inzidenz von 35 wird es einen "entsprechenden Regelunterricht geben mit einer Maskenpflicht bis zum Platz im Unterricht. Im Unterricht selbst dann nicht." Ab dem Wert von 35 muss dann die Maske auch im Unterricht getragen werden - außer die Schulen können für einen entsprechenden Abstand sorgen.

Coronavirus in Bayern: Auch Grundschülern könnte Maskenpflicht drohen

Bei stark steigenden Corona-Fallzahlen in Bayern könnte auch den Grundschülern eine Maskenpflicht im Unterricht drohen. Sofern in einer Region der Grenzwert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in einer Woche überschritten werde, „gäbe es im Präsenzunterricht eine Maskenpflicht für alle, auch für Grundschüler“, so Piazolo.

Coronavirus in Bayern: Maskenpflicht in Schulen? Pressekonferenz jetzt live

Update von 13.05 Uhr: Die Pressekonferenz beginnt. Staatsminister Florian Herrmann hat das Wort. Die heutige Sitzung habe ganz im Zeichen von Corona und dem bevorstehenden Schulstart gestanden. „Fokus war die bestmögliche Vorbereitung auf den Schulstart.“ Nicht nur die Zeit in den Klassen und Schulen müsse sicher sein, sondern auch der Weg dorthin. Die Kommunen sind dafür zuständig, der Freistaat werde das aber mit einer Förderung bis zu den Herbstferien unterstützen.

Die aktuellen Infektionsschutzmaßnahmen werden bis 18. September verlängert.

Update vom 1. September, 12.55 Uhr: Heute hat das bayerische Kabinett getagt. Thema war unter anderem die Maskenpflicht an Schulen, die gestern angekündigt wurde. Im Anschluss gibt es eine Pressekonferenz. Diese können Sie um 13 Uhr hier im Live-Stream und -Ticker verfolgen.

Update vom 1. September, 11.23 Uhr: Die Sieben-Tage-Inzidenz* ist ein wichtiger Faktor im Kampf gegen das Coronavirus. Eine bayerische Stadt liegt dabei aktuell deutschlandweit auf Platz 1. Mit 40,2 Neuinfektionen innerhalb von sieben Tagen pro 100.000 Einwohnern führt Ingolstadt das Ranking an. Das berichtet der Donaukurier. Bereits am Freitag hatte Ingolstadt den Frühwarnwert von 35 überschritten. Am Mittag werden neue Zahlen der Kommune erwartet.

Nach Söder-Ankündigung: Kabinett will Maskenpflicht an Schulen beschließen - erneute Pressekonferenz steht bevor

Erstmeldung vom 1. September, 9.38 Uhr: München - Die ersten knapp zwei Schulwochen müssen bayerische Schüler und Lehrer auch im Unterricht Masken tragen. Das gab Markus Söder* am Montag (31. August) nach dem Bildungsgipfel bei einer Pressekonferenz bekannt. Bayerns Ministerpräsident hatte zuvor mit Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) sowie Vertretern von Eltern, Schülern und Lehrern darüber diskutiert, wie die Ausbreitung des Coronavirus an den rund 6200 Schulen im Freistaat eingeschränkt werden kann. Söder nannte die Maskenpflicht ein notwendiges Übel.

Nach Bildungsgipfel von Söder mit Schülern und Lehrer: Kabinett will Maskenpflicht beschließen

Einen Tag später, am Dienstag (1. September), will das Kabinett die befristete Maskenpflicht nun beschließen. Nach den Sommerferien müssen neun Tage lang Mund und Nase bedeckt werden. Ausgenommen von der Maskenpflicht sind Grundschulen.

Zusätzlich gilt in den Schulgebäuden, auf Gänge und etwa in Toiletten eine Maskenpflicht über die ersten neun Schultage hinaus. Sollte es lokal zu Infektionen kommen, setzt das Konzept auf regionale Lösungen wie Quarantäneverordnungen für einzelne Klassen oder Schulen. Schließungen im ganzen Land sollen möglichst verhindert werden.

Politiker in Deutschland warnen vor der zweiten Welle in der Coronavirus-Pandemie.* Doch, für was steht diese zweite-Corona-Welle? Und wie wird sie nach Meinung von Virologen verlaufen? Ein Überblick.*

Coronavirus in Bayern: Maskenpflicht im Unterricht - Pressekonferenz nach Kabinettssitzung

Maskenverweigerer sollen im Unterricht nicht toleriert werden. Wer kein entsprechendes Attest hat, darf ohne Schutz nicht am Unterricht teilnehmen. Das Konzept setzt außerdem auf regelmäßiges Lüften und Abstand. Um die Ansteckungsrisiken auf den Schulwegen zu minimieren, erstattet der Staat Mehrkosten für zusätzliche Schulbusse - alle Maßnahmen für den Schulstart in Bayern finden Sie hier im Überblick.

Nach der Sitzung im Kabinett, bei der die gestern besprochenen Maßnahmen beschlossen werden sollen, findet eine Pressekonferenz statt. Um 13 Uhr informieren der Leiter der Staatskanzlei, Florian Herrmann, Gesundheitsministerin Melanie Huml (beide CSU) sowie Kultusminister Michael Piazolo über die Ergebnisse der Sitzung. (kam/dpa) *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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