Aufgrund der Corona-Krise bleiben die Kinder derzeit bundesweit zum Lernen zu Hause.
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Aufgrund der Corona-Krise bleiben die Kinder derzeit bundesweit zum Lernen zu Hause.

Petition ins Leben gerufen

Schulschließungen wegen Corona-Krise: Eltern fordern besseren Online-Unterricht

  • Dirk Walter
    vonDirk Walter
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Aufgrund der Corona-Krise bleiben die Kinder derzeit bundesweit zum Lernen zu Hause. Eltern fordern nun eine bessere Digitalisierung des Unterrichts und starteten eine Petition.

  • Aufgrund der Corona-Krise blieben deutsche Schüler in den letzten Wochen zum Lernen zu Hause.
  • Das verlangte auch den Eltern einiges ab.
  • Jetzt fordern einige Eltern eine bessere Digitalisierung des Unterrichts.

München – Die Münchnerin Inken Pauli war in den vergangenen Wochen im Schulstress. Die Mutter zweier Kinder – eines in der Grundschule, eines in der fünften Klasse eines Gymnasiums – berichtet von einer „Arbeitsblätterschlacht“. Via E-Mail, via Skype, manchmal auch via Post treffen die Aufgaben ein, die dann zu Hause abgearbeitet werden müssen. Eltern sollen die Aufgaben zum Teil selbst ausdrucken, sollen sich mit ihren jüngeren Kindern hinsetzen und alles durchgehen. Nur ganz selten, sagt Inken Pauli, die auch stellvertretende Elternbeiratsvorsitzende einer Grundschule in München-Schwabing ist, gab es bisher Live-Unterricht – via Skype, MS Teams oder Zoom. Mal so, mal so, mal gar nicht. Schule für die Jüngeren, sagt sie, sei im Moment „komplett durcheinander“ geraten.

Die Elternbeirätin Inken Pauli aus München hat zusammen mit anderen eine Petition für besseren Online-Unterricht initiiert. 

Unterricht in der Corona-Krise: Petition für bessere Digitalisierung

Zusammen mit Charlotte Rosprich, einer weiteren Elternbeirätin, hat die Mutter einen Blog www.digitaleschulejetzt.de aufgebaut und eine Petition initiiert. Sie fordern die Kultusministerien der Länder darin auf, für einen einheitlichen digitalen Unterricht während der Zeit der Schulschließungen zu sorgen. Es gebe im Moment nicht einmal Mindeststandards. „Ob eine Schule digitale Angebote anbot, war abhängig von Administration der Schulen und der Motivation und digitalen Affinität der Lehrer.“ 

Folgen Sie hier dem Link zur online-Petition.

Eltern, die im Homeoffice tätig seien, müssten eine Doppelbelastung aushalten. Inken Pauli denkt auch, dass viele Eltern aus sprachlichen Gründen nicht in der Lage sind, ihre Kinder zu unterstützen „Die Konsequenz war eine Verschärfung der bereits bestehenden Bildungsungerechtigkeiten und Bildungslücken zwischen den Schülern.“

Wegen Coronavirus bleiben Schulen geschlossen: Leopoldina unterstützt Forderung der Eltern

Die Münchnerin steht mit ihrer Beobachtung nicht allein. Auch die jüngst viel zitierte Corona-Studie der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina warnt: „Im Bildungsbereich hat die Krise zum massiven Rückgang der Betreuungs-, Lehr- und Lernleistungen sowie zur Verschärfung sozialer Ungleichheit geführt.“ Die Leopoldina fordert daher sogar eine schnelle Wiederöffnung der Grundschulen (was umstritten ist), aber auch den raschen Ausbau digitaler Unterrichtsmaterialien.

In der Petition wird das ausgeführt. Alle Lehrer und Schuler müssten mit Internet, Computern und Druckern ausgestattet sein. Es sei ein Konzept für den digitalen Unterricht in den einzelnen Jahrgangsstufen notwendig und die Festlegung einer digitalen E-Learning-Plattform – auch hier mache jeder Lehrer momentan, was er wolle. Zumindest einmal die Woche müssten die Schüler eine Skype-Sprechstunde mit dem Lehrer haben. Noch besser sei Videounterricht mit kleineren Gruppen. Auch ein digitaler Stundenplan für die Klassen sei notwendig, damit Eltern und Kinder wüssten, wann sie den Computer einschalten müssen und wann nicht.

Corona-Situation bleibt bestehen: Ministerium gibt jetzt Empfehlungen an Lehrer und Eltern

Am Montag nach den Osterferien hat das bayerische Kultusministerium nachgebessert und erstmals detaillierte Empfehlungen „für das Lernen zu Hause 2.0“ an alle Grundschulen verschickt. Neben Wiederholen und Vertiefen soll nun ausdrücklich auch neuer Stoff auf dem Stundenplan stehen.

Auch erwartet das Ministerium jetzt eine „regelmäßige und transparente Kommunikation“ der Lehrer mit den Schülern und Eltern. Klassenlehrer sollen künftig einen Lernplan erstellen, der 120 Minuten Bearbeitungszeit in den Klassen 1 und 2, 150 Minuten in den Klassen 3 und 4 umfassen soll. „Schüler sollen regelmäßig Feedback von ihren Lehrkräften erhalten“, betont Kultusminister Michael Piazolo. Dies könne im Einzelkontakt, aber auch mit einer Klassen-Video-Konferenz geschehen. Auf eine verbindliche Kommunikationsplattform legt sich das Ministerium allerdings nicht fest.

Auch Inken Pauli hat erste Verbesserungen an ihrer Grundschule festgestellt. Angekündigt sei jetzt an zwei Tagen jeweils ein einstündiger Skype-Unterricht und Skype-Sprechstunden. „Eine kleine Besserung, aber leider noch ein langer Weg bis zu einheitlichem Online-Unterricht“, bilanziert sie.

Um 10.30 Uhr am Mittwoch (22. April) trat Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) vor die Presse. Er informierte zum Start des Schulunterrichts in den Abschlussklassen ab dem 27. April. Die Pressekonferenz gibt es hier im Stream und -Ticker. Alle vorherigen Informationen, beispielsweise zu den Übergangszeugnissen für bayerische Viertklässer, finden Sie in unserem vorhergegangen Schul-Ticker zur Corona-Krise in Bayern.

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