Coronavirus in Bayern: Mann greift zu ungewöhnlicher Maßnahme - und bereitet Senioren eine Freude (Symbolbild)
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Coronavirus in Bayern: Mann greift zu ungewöhnlicher Maßnahme - und bereitet Senioren eine Freude (Symbolbild)

„... ich mache das gern“

Corona in Bayern: „Nostalgie-Party“ vor Seniorenheim - rührende Aktion lässt Sorgen für einen Moment verschwinden

  • Katarina Amtmann
    VonKatarina Amtmann
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In Bayern herrschen Ausgangsbeschränkungen aufgrund des Coronavirus. Ein Schausteller hat sich etwas ganz Besonderes ausgedacht, um Senioren eine Freude zu machen.

  • Das Coronavirus* beherrscht weiter die Schlagzeilen.
  • In Bayern herrschen Ausgangsbeschränkungen - viele Senioren sind deshalb allein in ihren Wohnungen.
  • Ein Schausteller hat ihnen jetzt mit einer besonderen Aktion eine Freude bereitet.
  • Hier finden Sie unseren Wegweiser zur Berichterstattung und die Corona-News aus Bayern. Außerdem finden Sie hier aktuelle Fallzahlen in Bayern als Karte. Derzeit gibt es die folgenden Empfehlungen zu Corona-Schutzmaßnahmen.

Erlangen - Vor den Hochhäusern steht eine Orgel auf einem Autoanhänger - sie spielt Hits aus den 50er Jahren. Das Publikum schaut von den Balkonen herunter. Dieses ungewöhnliche Konzert fand am Donnerstag (2. April) in Erlangen statt. Darüber freuen durften sich die Bewohner des Erlanger Wohnstifts Rathsberg, einer Seniorenresidenz.

Coronavirus in Bayern: Schausteller bereitet Senioren mit besonderem Konzert eine Freude

Der Schausteller Jürgen Ulrich fuhr mit seiner großen Orgel auf dem Gelände vor, um den Senioren etwas Abwechslung zu bieten. Wegen der Corona-Pandemie verbringen diese viel Zeit allein in ihren Wohnungen. Und auch Ulrich selbst hat plötzlich viel zu wenig zu tun.

Normalerweise hätte der Schausteller gerade jetzt einen vollen Terminkalender, denn in vielen Städten würde die Volksfest-Saison starten. Wegen der Corona-Krise sind die Veranstaltungen jedoch abgesagt, darunter auch das Nürnberger Frühlingsfest und der Augsburger Ostplärrer. „Wir sitzen daheim und wissen nicht, was wir machen sollen“, sagt Ulrich. Deshalb machen er und seine Kollegen aus der Not eine Tugend und helfen anderen mit der Aktion „Hand in Hand“, die nach Angaben des Süddeutschen Schaustellerverbands auch viele Kommunen unterstützen.

Pfleger und Rettungskräfte arbeiten in der Corona-Krise rund um die Uhr. Ein bayerischer Urlaubsort hat sich jetzt ein besonderes Dankeschön ausgedacht.

Coronavirus im Freistaat: Aktion „Hand in Hand“ unterstützt in Bayern

Manche Betriebe transportieren mit ihren Lastwagen Medikamente, andere verleihen Kräne, Werkzeug und Toilettenhäuschen. Und wieder andere holen ihre alten Spielorgeln aus dem Lager, um anderen eine Freude zu machen. Die Orgel von Ulrich stammt aus dem 19. Jahrhundert, seine Frau hatte sie von ihrem Urgroßvater geerbt. Früher war das große Instrument an einer Schiffsschaukel montiert, jetzt holt die Familie es eigentlich nur noch zu besonderen Anlässen raus - aus Angst, dass das wertvolle Stück Schaden nimmt.

Weil das Wohnstift in Erlangen so groß ist, musste Ulrich gleich an mehreren Stellen halten und - unterstützt von zwei Helfern - kräftig kurbeln, damit die acht Lieder im Repertoire erklingen konnten. „Das ist anstrengend, aber ich mache das gern. Die alten Leute freuen sich ungemein darüber“, sagt er.

Am Dienstag (7. April) tagt das bayerische Kabinett - per Videoschalte. Thema ist auch der Corona-Bonus für Pflegekräfte. Markus Söder informiert auf einer Pressekonferenz.

Der bayerische Landkreis Tirschenreuth ist ein Coronavirus-Hotspot und hat deutschlandweit das höchste Fallaufkommen. Damit stellt er sogar den Bundesstaat New York in den Schatten.

*Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

kam/dpa

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