Für Viele wird es dieses Jahr an Silvester so ruhig wie noch nie. Die Polizei ist trotzdem gerüstet für den Jahreswechsel.
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Für Viele wird es dieses Jahr an Silvester so ruhig wie noch nie. Die Polizei ist trotzdem gerüstet für den Jahreswechsel.

Bayerische Beamten gerüstet

Soko Silvester: Neujahrsnacht im Lockdown - Wie die Polizei jetzt aufrüstet

  • Kathrin Brack
    vonKathrin Brack
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Große Silvesterpartys darf es im Corona-Jahr 2020 nicht geben. Für den Jahreswechsel gelten dabei strengere Regeln als noch für die Weihnachtsfeiertage.

München – Schon in normalen Jahren ist die Silvesternacht für die Polizei vor allem eins: arbeitsintensiv. In diesem Jahr mit Lockdown und Corona-Auflagen soll die personelle Besetzung deshalb noch einmal „spürbar steigen“, sagt Stefan Sonntag, Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd in Rosenheim. „Wir sind an Silvester immer gut aufgestellt, und dieses Jahr setzen wir so viele Beamte ein, wie machbar ist.“ Unterstützt werden die Dienststellen in ganz Bayern von der Bereitschaftspolizei.

Silvester im Corona-Lockdown: Bayerische Polizei ist gerüstet

„Wir klingeln natürlich nicht an allen Türen, es gilt schließlich immer noch die Unverletzlichkeit der Wohnung, und die ist ein Grundrecht“, erklärt Sonntag. Trotzdem hat die Polizei Silvesterpartys „auf dem Schirm“. Konkret heißt das: Präventive Streifenfahrten durch die Wohngebiete wird es zwar nicht geben. „Gibt es aber konkrete Hinweise auf unerlaubte Menschenansammlungen, gehen wir dem nach.“ Feiern mehr als zwei Hausstände verbotenerweise miteinander Silvesterpartys, dürfen die Beamten auch Privatwohnungen betreten, um Seuchengefahr zu verhindern. Dann gilt Gefahrenabwehr. Denn: „Auf privaten Feiern ist ein erhöhtes Infektionsrisiko gegeben“, so Sonntag.

Beim anfallenden Bußgeld werden Jugendliche und Erwachsene gleich behandelt. „Einen Unterschied gibt es aber bei Minderjährigen: Wenn wir illegale Feiern auflösen müssen oder Jugendliche aufgreifen, nehmen die Kollegen sie mit auf die Dienststelle.“ Die Eltern würden dann informiert und müssten ihre Kinder abholen. „Die Erziehungsberechtigten müssen schließlich wissen, wo ihre Sprösslinge sind.“

„Das Augenmerk bei den Kontrollen liegt darauf, ob Ausgangsbeschränkung und Ausgangssperre eingehalten wird“

Dennoch werde die Polizei auch in diesen Tagen mit dem nötigen Augenmaß vorgehen. „Wenn der Verstoß geringfügig ist und wir das Gefühl haben, dass die Leute einsichtig sind, kann es bei einer Verwarnung bleiben.“ Die Beamten können und sollen ihren Ermessensspielraum nutzen, so Sonntag.

In Ingolstadt, wo sich das Polizeipräsidium Oberbayern Nord befindet, sieht man sich für den Jahreswechsel bereit. „Das Augenmerk bei den Kontrollen liegt darauf, ob Ausgangsbeschränkung und Ausgangssperre eingehalten wird. Aber Silvester ist eigentlich für uns eine Nacht wie jede andere auch“, sagt Polizeisprecherin Nadine Hofmann. Eine Nacht, in der es Brände oder Unfälle geben könnte, die die Einsatzkräfte zusätzlich fordern. Die Polizisten vertrauen in diesem Jahr und wegen Corona auf die Vernunft der Leute. Falls eine Streife gerufen wird, sei das Vorgehen wie bei einer Ruhestörung. „Das können die Kollegen geschickt an der Tür regeln.“ Die Wohnung zu betreten, sei „die Ultima Ratio“.

Beim Polizeipräsidium Oberbayern Süd hofft man auch, „dass die Menschen so solidarisch bleiben wie schon an Weihnachten“. An den Feiertagen habe es nur sehr wenige Einzelfälle gegeben, in denen das nicht der Fall gewesen sei und gegen die geltenden Auflagen verstoßen wurde. Polizeisprecher Stefan Sonntag stellt aber auch klar: „Wenn sich Bürger nicht entsprechend verhalten, sind wir gerüstet.“ - *Merkur.de ist Teil des Ippen-Netzwerks.

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