News-Ticker aus Bayern

Corona: München-Inzidenz schnellt immens nach oben - wieder Verwirrung um Weihnachts-Regel

  • Katarina Amtmann
    vonKatarina Amtmann
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Seit Mittwoch (16. Dezember) befindet sich Bayern im Corona-Lockdown. Gibt es zu Weihnachten eine überraschende Lockerung, darf man in den Ferien wandern? Alle News im Ticker.

  • Die Corona*-Zahlen sind zu hoch. Deutschland befindet sich im Lockdown.
  • In einem Interview stellte Markus Söder nun eine Lockerung zu Weihnachten in Aussicht - unter einer Bedingung (siehe Erstmeldung).
  • Hier bieten wir Ihnen in einer Karte* die aktuellen Fallzahlen in Bayern.

+++ Dieser Ticker ist beendet. Die Fortsetzung finden Sie hier. +++

Update vom 18. Dezember, 7.12 Uhr: Wer Weihnachten in einem anderen Bundesland feiern will, sollte die Corona-Regeln genau studieren. Denn bei der Definition der bei Feiern erlaubten Kinder-Zahl geht es munter durcheinander. Laut dem Bund-Länder-Beschluss ist eine Weihnachtsfeier im kleinen Kreis möglich - mit vier Personen über den eigenen Hausstand hinaus, „zuzüglich Kindern im Alter bis 14 Jahre.“

Doch das legen die 16 Länder unterschiedlich aus. Die Konsequenz: In einigen Ländern werden die 14-Jährigen bei der erlaubten Personenzahl nicht mitgerechnet, in einigen schon. Dort schrumpft im Zweifel die Anzahl derer, die zusammen feiern dürfen.

Konkret: In Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz, im Saarland, in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Bremen und Mecklenburg-Vorpommern werden die 14-Jährigen nicht mitgezählt. Das geht entweder unmittelbar und eindeutig aus den Verordnungen hervor oder wird von den Landesregierungen entsprechend ausgelegt. Die entscheidende „Grenze“ ist dort also jeweils der 15. Geburtstag.

Corona in Bayern: Lockdown-Lockerung an Weihnachten - Haben Familien unter anderem in Bayern das Nachsehen?

In Bayern, Schleswig-Holstein, Hamburg, Berlin, Thüringen, Sachsen, Brandenburg und Sachsen-Anhalt dagegen haben Familien mit 14-jährigen Kindern im Zweifel das Nachsehen. Dort heißt es in den Verordnungen beispielsweise, dass lediglich Kinder „bis zur Vollendung des 14. Lebensjahres“ oder „Kinder unter 14“ bei der Berechnung der erlaubten Personenzahl nicht mitgezählt werden - der 14. Geburtstag ist also die Grenze. 14-Jährige werden somit dort wie Erwachsene gezählt.

Die Formulierung „bis 14 Jahre“, wie sie im Bund-Länder-Beschluss steht, haben fünf Länder übernommen: Rheinland-Pfalz, das Saarland, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt. Um die Verwirrung komplett zu machen: Während die vier erstgenannten die Grenze bei dieser Formulierung nach offiziellen Angaben beim 15. Geburtstag ziehen, zieht Sachsen-Anhalt die Grenze beim 14. Geburtstag.

Corona-Lockdown: Technische Probleme bei Lernplattform Mebis

Update vom 17. Dezember, 21.19 Uhr: Eine besinnliche Einstimmung auf das bevorstehende Weihnachtsfest geht anders: Wenige Tage vor Heiligabend hängt der Haussegen zwischen CSU und Freien Wählern in der Bayern-Koalition ordentlich schief. Auslöser dafür? Die technischen Probleme bei der digitaler Lernplattform Mebis.

Gleich am ersten Tag des Lockdowns stürzte die digitale Plattform ab. Auch am Donnerstag war sie anfangs schwer erreichbar. In der Kritik steht deshalb vor allem Kulturminister Michael Piazolo (Freie Wähler). Florian Steibl, Chef der Landtagsfraktion der Freien Wähler, bezeichnete speziell die Kritik von CSU-Staatskanzleichef Florian Herrmann nun als unpassend und unfair.

Corona-Lockdown: Mebis-Störungen verursacht Ärger in Bayern-Koalition

Streibl zufolge zeugen solchen Aussagen von „mangelndem Verständnis“. Herrmann hatte gefordert, dass das Kultusministerium bis zum Ende der Weihnachtsferien alle Mebis-Störungen abzustellen habe. Streibl forderte nun die CSU dazu auf, die Schärfe aus der Debatte um die Lernplattform zu nehmen.

Streibls Kritik geht zurück auf eine Forderung Herrmanns von diesem Mittwoch. Darin hatte er - wie bereits Söder am Montag im Landtag - erklärt, dass das Kultusministerium bis zum Ende der Weihnachtsferien alle Störungen an der Lernplattform in den Griff zu bekommen habe.

Eine Retourkutsche auf Streibls Aussagen ließ nicht lange auf sich warten: „Anstatt die Probleme zu lösen, rede man die Dinge schön“, hieß es aus Regierungskreisen. Weiter wird die Kritik der Freien Wähler ein „Zeugnis der Hilflosigkeit“ genannt, das „nur noch ratloses Kopfschütteln“ hervorrufe.

Corona in Bayern: 1,65 Millionen Kinder dürfen seit dem Lockdown nicht mehr zur Schule

In Bayern gibt es etwa 1,65 Millionen Schüler, die spätestens seit dem harten Lockdown nicht mehr in die Schule dürfen. Verpflichtend vorgeschrieben ist Distanzunterricht bis zu den vorgezogenen Weihnachtsferien nur für Abschlussklassen. Aber auch in den anderen Klassen dürfen Schulen Distanzunterricht anbieten.

Update vom 17. Dezember, 9.21 Uhr: Am Mittwoch meldete München mit 875 neuen Corona-Infektionen den bisherigen Tages-Höchstwert. Die Sieben-Tage-Inzidenz schnellte nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) auf 239,1 - ein Wert, der am Donnerstag übertroffen wurde. Laut RKI liegt der Wert für die Landeshauptstadt aktuell bei 250,3 - und ist damit so hoch wie noch nie seit Beginn der Corona-Pandemie.

Corona: München denkt über Oktoberfest nach - Bayern laut Söder startklar zum Impfen

Update vom 17. Dezember, 6.15 Uhr: Die Entscheidung über das Oktoberfest 2021 soll spätestens im Juni fallen. „Die Entscheidung, ob das Oktoberfest stattfinden kann, werden wir unter Berücksichtigung der notwendigen Planungsvorläufe dann im kommenden Jahr treffen, das kann im April sein, aber auch erst im Mai oder sogar Juni“, sagte Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) der Deutschen Presse-Agentur (dpa).

„Natürlich kann ich verstehen, dass viele schon jetzt gerne wissen würden, ob die Wiesn nächstes Jahr stattfinden kann oder nicht“, sagte Reiter weiter. „Aber keiner kann zum jetzigen Zeitpunkt voraussagen, wie sich die Corona-Pandemie weiter entwickelt.“ Der SPD-Politiker äußerte sich zurückhaltend. „Ich würde mich sehr freuen, wenn das Oktoberfest 2021 stattfinden kann“. Aber das sei nur möglich, wenn die Corona-Lage weltweit es erlaube. Das diesjährige Oktoberfest hatte Reiter gemeinsam mit Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am 21. April abgesagt

Corona in Bayern: Söder hofft auf Impfstart noch in diesem Jahr

Markus Söder hofft, dass in Bayern noch in diesem Jahr mit Corona-Impfungen begonnen werden kann. Er kündigte spezielle Sicherheitsmaßnahmen zum Schutz der Impfpräparate vor Anschlägen an. „Es ist eine große Hoffnung und eine gute Botschaft, das möglicherweise noch im Dezember geimpft werden kann“, sagte der CSU-Chef der Augsburger Allgemeinen (Donnerstag) mit Blick auf die voraussichtliche europäische Zulassung des Biontech-Impfstoffes am 21. Dezember.

Die Berliner Senatsverwaltung als Vorsitz der Gesundheitsministerkonferenz hatte Mittwochabend mitgeteilt, dass sich die Bundesländer auf einen Beginn der Impfungen am 27. Dezember einstellen. Dies sei Ergebnis einer Schaltkonferenz mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU), hieß es auch aus Regierungskreisen. Die konkreten Impfstoff-Chargen müssen auch noch vom bundeseigenen Paul-Ehrlich-Institut geprüft werden.

Massenimpfungen seien die beste Langzeitstrategie gegen Corona, betonte Söder. „Der Schutz funktioniert eigentlich nur wirksam mit der Impfung.“ Die Logistik in Bayern sei startbereit: „Wir haben über hundert Impfzentren, und insgesamt 3000 Ärzte wollen zur Verfügung stehen“, so Söder. „Das müsste ganz gut funktionieren, wenn der Impfstoff in Bayern noch in diesem Jahr kommt.“ Nach Angaben des Gesundheitsministeriums könnten täglich mehr als 30.000 Menschen im Freistaat geimpft werden.

Corona in Bayern: „Alle möglichen Drohungen“ - Impfstoff muss laut Söder geschützt werden

Weiter sagte der Regierungschef, man müsse den Impfstoff davor schützen, dass er geklaut oder zerstört werde. Es gebe im Netz „alle möglichen Drohungen“. Deutschland befinde sich in der schwierigsten Phase der ganzen Pandemie: „Aus der Seuchen-Geschichte weiß man, die zweite Welle ist immer die schlimmere, weil viele Menschen die Gefahr unterschätzen, wenn man die erste Welle gut überstanden hat“, sagte Söder. „Jetzt sind wir weit über 20.000 Neuinfektionen am Tag, das können wir nicht mehr verkraften“, sagte er zu den bundesweiten Zahlen.

Corona in Bayern: Neue Rekordzahl in München

Update vom 16. Dezember, 14.57 Uhr: Bitterer Rekord für die Landeshauptstadt: München vermeldet 875 neue Corona-Infektionen an nur einem Tag. Der bisherige Höchstwert lag bei 667 (19. November). Die Sieben-Tage-Inzidenz schnellt damit auf 239,1 (Vortag: 216,1).*

Corona-Lockdown in Bayern: Bestimmte Reisen bleiben erlaubt

Update vom 16. Dezember, 14.39 Uhr: Seit heute gilt in Bayern der Lockdown. Länger gebuchte Zug- oder Flugreisen in den Nachtstunden sind trotz der landesweit geltenden nächtlichen Ausgangssperre aber ausnahmsweise erlaubt. Wer also zwischen 21 und 5 Uhr zum Bahnhof oder Flughafen oder von dort nach Hause muss, der muss laut Gesundheitsministerium kein Bußgeld von 500 Euro befürchten.

Ein Ministeriumssprecher verwies am Mittwoch aber auf den gemeinsamen Appell von Bund und Ländern, von nicht notwendigen Reisen aufgrund der Corona-Lage abzusehen. Und angesichts der nächtlichen Ausgangssperre in Bayern seien Reisen „grundsätzlich so zu planen, dass die Zielwohnung bis 21 Uhr erreicht beziehungsweise der räumliche Geltungsbereich der Ausgangssperre verlassen ist“. Bei Reisen, die bereits vor dem Inkrafttreten der neuen Verordnung an diesem Mittwoch gebucht worden waren, gilt dann die Ausnahme.

Auch wer mit dem Zug Verspätung hat oder mit dem Auto im Stau steht, muss laut Ministerium kein Bußgeld fürchten. „Wer sich unverschuldet (etwa wegen Verspätungen oder Verkehrsbehinderungen bei der Heimfahrt) im Zeitraum der Ausgangssperre noch außerhalb einer Wohnung aufhält, handelt dann nicht ordnungswidrig, wenn er sich unverzüglich in eine Wohnung begibt“, erklärte der Sprecher.

Corona-Lockdown: Söder stellt überraschend weitere Lockerung für Weihnachten in Aussicht - unter einer Bedingung

Erstmeldung vom 16. Dezember, 9.40 Uhr: München - Die Corona*-Zahlen sind deutschlandweit hoch, auch Bayern ist keine Ausnahme. Seit Mittwoch (16. Dezember) gilt in Deutschland ein harter Lockdown. Ministerpräsident Markus Söder* hatte bei einer Pressekonferenz mit Kanzlerin Angela Merkel* angekündigt, den Lockdown im Freistaat „maximal“ umsetzen zu wollen.

Corona in Bayern: Lockdown beginnt - Geschäfte zu, Bußgeld bei Verstößen

Mit dem Lockdown will die Staatsregierung das Coronavirus* eindämmen, denn das Gesundheitssystem ächzt unter den Covid-19-Patienten in den Krankenhäusern. Die Behörden sind seit Monaten überlastet. Vielerorts können sie längst nicht mehr alle Kontakte eines Infizierten anrufen. Als letztes der 16 Bundesländer und auf den allerletzten Drücker veröffentlichte der Freistaat kurz vor Mitternacht die neue Corona-Verordnung, die zunächst bis zum 10. Januar gilt.

Seit Mittwoch sind deshalb nun viele Geschäfte geschlossen. Öffnen dürfen lediglich Händler mit Waren des täglichen Bedarfs wie Lebensmittelläden, Getränkemärkte, Reformhäuser, Drogerien, Optiker, Hörgeräteakustiker, aber auch Tankstellen, Kfz-Werkstätten oder Reinigungen. Zwischen 21 Uhr abends und 5 Uhr morgens ist der Aufenthalt im öffentlichen Raum nur noch aus wenigen triftigen Gründen erlaubt. Bei Verstößen winken saftige Bußgelder.* Einen Überblick über die Regeln finden Sie hier.*

Erstmals ist in Bayern nun ein Kind unter zehn an einer Corona-Infektion gestorben. Die Achtjährige stammte aus Ingolstadt.*

Corona in Bayern: Lockerung an Weihnachten - Söder und Herrmann verteidigen Lockdown

Nur für die Weihnachtsfeiertage soll es Lockerungen geben. Ob Schulen, Restaurants oder Geschäfte nach den Weihnachtsferien öffnen dürfen, ist unklar. Sollten die Corona-Zahlen nicht signifikant sinken, könnte der Lockdown über den 10. Januar hinaus verlängert werden. Die Sieben-Tage-Inzidenz* liegt für den gesamten Freistaat derzeit bei über 200. Ein Wert von 50 ist das Ziel, dann sind Gesundheitsämter wieder in der Lage, Kontakte nachzuverfolgen.

Im Interview mit dem Radiosender Bayern 3 verteidigten Söder und Staatskanzleichef Florian Herrmann den geltenden Lockdown und beantworteten Hörerfragen. Der CSU-Chef gab mit Blick auf die Regeln auch zu: „Das ist schon alles nicht einfach.“

Corona in Bayern: Söder stellt Lockerung an Weihnachten in Aussicht - unter einer Bedingung

Söder stellte im Gespräch sogar eine weitere mögliche Lockerung für Weihnachten in Aussicht - allerdings unter einer Bedingung. Wenn in den nächsten acht Tagen die Zahlen drastisch sinken würden, könnte man auch über die 21-Uhr-Ausgangssperre an Heiligabend reden, versicherte er. „Wenn die Zahlen bis Weihnachten deutlich runtergehen, darf man über alles diskutieren“, sagte Söder. Allerdings befürchtet er:„Heiligabend könnte der Höchststand in diesem Jahr werden.“ 

„An Heiligabend werden viele Menschen an und mit Corona* sterben“, warnt Söder. Viele Ärzte und Krankenschwestern hätten damit zu tun. Es sei deshalb wichtig, dass man zusammenhalte, appellierte er.

Corona-Lockdown in Bayern: Nicht, „dass halb München auf einmal ...“

Einen Hörerin wollte außerdem wissen, ob sie mit ihrer Familie in den Winterferien wandern dürfe, denn das sei ihr bisher nicht klar. „Das ist möglich“, so Herrmann. „Denn Sport und Bewegung an der frischen Luft sind selbstverständlich möglich.“ Er appellierte aber, es nicht zu übertreiben und mehr im eigenen Umfeld spazieren zu gehen. Nicht, „dass halb München auf einmal das ganze Oberland stürmt.“ (kam/dpa) *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Höchst offiziell und schriftlich hat Michael Piazolo (Freie Wähler), Kultusminister in Bayern, Schülern Distanzunterricht verboten. Um gleich danach zurückzurudern.

Rubriklistenbild: © Sven Hoppe/dpa/dpa-Bildfunk

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