Erste Klarheit

Corona-Fiasko in Bayern erreicht neuen Tiefpunkt: Suche nach positiv Getesteten offenbar eingestellt

  • Katarina Amtmann
    vonKatarina Amtmann
    schließen
  • Katharina Haase
    Katharina Haase
    schließen

In Bayern hat es eine beispiellose Panne bei der Auswertung der Corona-Tests von Reiserückkehrern gegeben. Noch immer wissen dutzende nichts von ihren Test-Ergebnissen.

+++ Dieser Ticker ist beendet.+++

Update von 10.21 Uhr: Die Aufarbeitung der Panne bei den Coronatests kommt langsamer voran als gedacht. Melanie Huml steht in der Kritik. Auf Drängen von Grünen, SPD und FDP wird nun der Landtag informiert. Alle Nachrichten lesen Sie in unserem neuen Ticker.

Update vom 17. August, 6.03 Uhr: Der Grünen-Fraktionsvorsitzende im Bundestag, Anton Hofreiter, hat den bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder scharf für seine Corona-Politik attackiert. Mit kostenlosen Tests an den Grenzen habe der CSU-Chef „zu viel versprochen“, wie Hofreiter der Passauer Neuen Presse (Montag) sagte. Mit der Testpanne werde Vertrauen der Bevölkerung verspielt, kritisierte er. Söder sei es darum gegangen, „sich als Klassenprimus im Krisenmanagement darzustellen.“ Er fügte hinzu: „Bei Söder gehen Anspruch und Wirklichkeit weit auseinander.“

Versäumnisse sieht der Grünen-Fraktionschef aber auch bei der Bundesregierung. Sie habe mit den Ländern keine „wirkliche einheitliche Strategie auch mit Blick auf die Corona-Tests“ koordiniert.

Eine folgenreiche Party fand in einem Ort in Bayern statt. Der DJ der Feier war mit dem Coronavirus infiziert*. Zuvor war er aus von einer Kroatien-Reise zurückgekehrt.

Corona-Fiasko in Bayern erreicht neuen Tiefpunkt: Suche nach positiv Getesteten offenbar eingestellt

Update vom 16. August, 19.49 Uhr: Noch wissen 46 Personen, die positiv auf das Coronavirus getestet wurden, nichts von ihrer Infektion. Jetzt scheint die Test-Panne der bayerischen Regierung jedoch ihren traurigen Höhepunkt erreicht zu haben. Wie bild.de berichtet, wird die Suche nach den restlichen Positiven eingestellt.

Corona-Panne in Bayern erreicht scheinbar Tiefpunkt: Suche nach Positiven eingestellt

Wie ein Sprecher des Gesundheitsministeriums gegenüber der Zeitung sagte, hielte man es für „sehr unwahrscheinlich“ die betreffenden Personen noch zu finden. Demnach habe man keinen Zugriff auf Daten wie Telefonnummern oder Adressen. Die Panne hatte bereits in den vergangenen Tagen bundesweit hohe Wellen geschlagen.

Update, 16.42 Uhr: Die FDP-Fraktion im bayerischen Landtag hat wegen der Corona-Panne harsche Kritik an der Regierung von Ministerpräsident Markus Söder (CSU) geübt. Die Staatsregierung habe sich heillos in ihrem Test-Chaos verheddert, sagte FDP-Fraktionschef Martin Hagen am Sonntag.

Auch nach vier Tagen seien nicht alle positiven Corona-Tests zugeordnet werden. „46 Infizierte stecken in Unkenntnis ihres positiven Testergebnisses möglicherweise weitere Menschen an“, betonte Hagen.

Schwere Corona-Panne in Bayern: FDP äußert scharfe Kritik

Die FDP habe gemeinsam mit Grünen und SPD für Mittwoch eine Sondersitzung des Gesundheitsausschusses im bayerischen Landtag beantragt. „Wir erwarten, dass die Ministerin dann Rede und Antwort steht“, erklärte Hagen mit Blick auf Gesundheits-Ressortchefin Melanie Huml (CSU).

„Söders planloses Vorpreschen mag seinem Image als entschlossener Macher nützen, in der Sache hat es sich als schädlich erwiesen“, sagte der FDP-Politiker. Statt Aktionismus brauche es eine zwischen Bund und Ländern koordinierte Strategie für das Reiserückkehrer-Management. Reisende aus Risikogebieten müssten Priorität haben.

Auch die Coronazahlen in Italien sind gestiegen. Das Land ergriff sofort einschneidende Maßnahmen.

Skandal um bayerische Corona-Test: Melanie Huml äußert sich

Update, 14.48 Uhr: Im Zuge der Probleme an bayerischen Corona-Teststationen sind immer noch nicht alle positiv Getesteten gefunden: Von 46 fehlte auch am Sonntag (16. August) noch jede Spur. Bei 903 der insgesamt 949 nachgewiesenen Infektionen wurden die Betroffenen bis dahin ermittelt und - mit teils wochenlanger Verzögerung - informiert. Bei 46 sei dies bisher nicht gelungen, teilte Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) nun mit.

„Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) hat mit großartiger Unterstützung der Bayerischen Bereitschaftspolizei unter Hochdruck daran gearbeitet, die positiven Befunde den Getesteten zuzuordnen. Das ist in den meisten Fällen gelungen“, so Huml.

Allerdings hatte sie am vergangenen Mittwoch, kurz nach Bekanntwerden der Panne erklärt, die Betroffenen sollten bis Donnerstagmittag (13. August) informiert werden. Danach verstrichen drei Tage und mehrere Fristen, bis zu der ihr Ressort die Öffentlichkeit informieren wollte. Insgesamt waren 44.000 Testergebnisse aus dem Zeitraum bis zum 11. August nicht in der vorgegebenen Zeit den Getesteten mitgeteilt worden. Die Panne hatte bundesweit für Aufsehen gesorgt.

Skandal um bayerische Corona-Tests: Ergebnisse nach Tagen noch nicht zugeordnet - nun endlich Klarheit?

Update, 12.38 Uhr: Noch am Sonntag will das bayerische Gesundheitsministerium die neuen, offiziellen Zahlen zu dem Skandal um Corona-Tests für Reiserückkehrer in Bayern vorlegen. Noch ist das Zahlen-Durcheinander, dass Ministerin Melanie Huml (CSU) Ende vergangener Woche auf einer Pressekonferenz präsentiert hatte, nicht geordnet.

Corona-Test-Skandal in Bayern: Ergebnisse noch immer nicht zugeordnet - Ministerium hält sich bedeckt

Fest steht, dass mindestens 44.000 Tests falsch oder gar nicht zugeordnet wurden, davon mindestens 900 positive. Bereits am Mittwoch ließ Huml verlauten, man arbeite mit Hochdruck daran, die Betroffenen ausfindig zu machen und zu kontaktieren. Bis spätestens Donnerstagnachmittag hatte dies geschehen sollen. Noch immer sind die Infizierten jedoch unwissend.

Doch offenbar gestaltete sich die Zuordnung der Testergebnisse schwieriger als gedacht, zumal nun ein externer Dienstleister die Testungen übernommen hat und derzeit mit der Digitalisierung des Test-Geschehens voll ausgelastet ist. Ob nun am späten Sonntagnachmittag wirklich alle Tests sinngemäß zugeordnet werden können, ist noch offen.

Nach Skandal um bayerische Corona-Tests: Folgen schlimmer als erwartet - auch heftige Fehler andernorts

Update 16. August, 10.02 Uhr: Nach der eklatanten Panne um falsch zugeordnete und schlecht ausgewertete Corona-Tests von Urlaubsrückkehrern an bayerischen Raststätten und Bahnhöfen ist es am Freitagabend auch am Berliner Flughafen Tegel zu einem peinlichen Planungs-Faux-Pas um Corona-Tests gekommen.

Nach Skandal bayerische Corona-Tests: Erneute Panne - Mallorca-Urlauber an Berliner Flughafen bleiben ungetestet

Wie die Bild-Zeitung berichtet landete am Freitag (14. August 2020) eine Maschine mit 170 Passagieren aus Mallorca kommend am Flughafen der Deutschen Hauptstadt. Da Das Robert-Koch-Institut die beliebte Balearen-Insel kurz zuvor zum Risiko-Gebiet erklärt hatte, hätten sich die Passagiere bei Ankunft in Deutschland einem Corona-Test unterziehen müssen. Das Problem: Das Test-Zentrum am Flughafen Tegel war nicht mehr besetzt.

Erstaunlicherweise konnten die Passagiere niemanden mehr erreichen, obwohl der Flieger bereits um 20.30 Uhr gelandet war und das Test-Zentrum bis mindestens 21 Uhr besetzt sein sollte. Die Passagiere mussten also vorerst ohne Tests nach Hause zurückkehren.

Corona in Bayern: Test-Fiasko weitet sich aus - weitaus mehr positive Fälle - Sicherheitslücke an Flughafen

Update vom 15. August, 18.22 Uhr: Nicht nur am Münchner Flughafen (Eintrag von 14.57 Uhr) läuft die Testung von Urlaubsrückkehrern alles andere als reibungslos. Nach Recherchen des BR sollen auch am Airport Nürnberg Sicherheitslücken bei Coronatests von Einreisenden aus Risikogebieten entstanden sein. Offenbar werden Personen, die in einem Risikogebiet waren, aber einen Zwischenstopp in einem Nicht-Risikogebiet eingelegt haben, nicht automatisch zu den entsprechenden Teststationen geleitet. Das Problem sei, dass den Behörden aufgrund der Datenschutzrichtlinien in diesen Fällen das ursprüngliche Aufenthaltsland der betreffenden Passagiere nicht bekannt sei.

Update vom 15. August, 17.55 Uhr: Entgegen der Planungen der Landesregierung werden an diesem Samstag noch nicht alle nach Urlaubsreisen heimgekehrten und positiv auf Covid-19 getesteten Bürger über ihre Infektion informiert werden können. Wie das Gesundheitsministerium bekanntgab, soll nun am Sonntagmittag bekanntgegeben werden, wie viele der positiv Getesteten ihr Ergebnis bis dahin erfahren haben. Damit verschiebt die Behörde die selbstbestimmte Deadline ein weiteres Mal.

Update vom 15. August, 14.57 Uhr: Wie nun bekannt wurde, kam es auch am Flughafen in München zu Verspätungen bei Corona-Tests gekommen sein, das berichtet der BR. Ecolog, das dafür zuständige Unternehmen bestätigte dies auf dessen Anfrage hin. Grund am Flughafen für das Nichteinhalten der 48-Stunden-Vorgabe sei die elektronische Übermittlung, bei der es Probleme gäbe. Allerdings sei das Problem nun behoben und die fehlenden Ergebnisse, können bis Sonntagabend spätestens vorliegen.

Coronavirus in Bayern: Trotz steigender Zahlen soll im September in München eine Messe stattfinden

Update von 20.50 Uhr: Trotz steigender Infektionszahlen in der Landeshauptstadt München, will die Messe München im September wieder ihren Betrieb aufnehmen. Die Trendset (12. bis 14. September - eine Messe für Einrichtung und Inspiration - wird damit die erste Veranstaltung nach dem Lockdown sein. Für den Messe-Betrieb sollen aber strenge Hygienemaßnahmen gelten, wie das ständige Tragen eines Mund-Nase-Schutzes und das Einhalten der Abstandsregeln.

Update von 15.57 Uhr: Bei einer bayernweiten Kontrollaktion der Polizei zur Maskenpflicht im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) sind 262 Anzeigen erstattet worden. Diese Bilanz zog das Innenministerium am Freitag in München. Etwa 1500 Beamte hatten am Donnerstag in Bussen, Zügen, Straßenbahnen und U-Bahnen verstärkt überprüft, ob Passagiere die vorgeschriebene Mund-Nase-Bedeckung trugen.

Die meisten Menschen hätten sich an die Vorgaben gehalten, sagte Innenminister Joachim Herrmann (CSU). Rund 3000 Fahrgäste seien wegen geringfügiger Verstöße ermahnt worden. Der Schutz der Gesundheit gehe vor, sagte der Politiker. „Wir dürfen hier nicht nachlässig werden, die Infektionsgefahr ist noch nicht gebannt.“

Während die SPD mit Olaf Scholz schon ein Jahr vor der Wahl ihren Kanzler-Kandidaten gefunden hat, ist die Union noch nicht festgelegt. Beste Chancen hat Markus Söder, doch in der Union entsteht zunehmend eine Kluft in Sachen K-Frage.

Corona-Test-Panne in Bayern: Staatsregierung trägt genaue Zahlen zusammen

Update von 13.50 Uhr: Nach der schweren Test-Panne in Bayern trägt die Staatsregierung weiter die genauen Zahlen zusammen. Am Freitagnachmittag wollten die zuständigen Behörden und das Gesundheitsministerium neue Zahlen und Daten veröffentlichen. Auch die Herkunft der mehr als 1000 infizierten Reiserückkehrer war am Freitag noch zunächst offen.

Die Bundesregierung begrüßt die Aufarbeitung der Probleme. Es sei eine schwere Panne passiert, die sehr ernsthaft und bedauerlich sei, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert in Berlin. Es sei wichtig, die Informationen der Betroffenen schnellstmöglich nachzuholen und die Fehler zu analysieren, um solche Pannen zukünftig zu vermeiden.

Update von 12.43 Uhr: Weiterhin warten Getestete auf ihre Ergebnisse - einige Betroffene berichten von ihrem persönlichen Test-Chaos*. Laut der Bild kommen rund 60 Prozent der Getesteten nicht aus Bayern. Von den etwa 100 Personen, die noch auf das Ergebnis ihres Corona-Tests warten, kommen also etwa 60 Personen nicht aus dem Freistaat. Wenn bei den rund 100 Betroffenen bis zum Wochenende keine Ergebnisse vorliegen sollten, wird diesen angeraten, noch einmal einen weiteren Corona-Test - etwa beim Hausarzt - durchzuführen.

Coronavirus in Bayern: Zahl der positiven Tests wohl viel höher als gedacht - nächster fataler Fehler bekannt

Update von 12.22 Uhr: Bekommen Eltern in Bayern in der Corona-Krise nun mehr Entlastung? Einer neuer Beschluss für Kindertagesstätten ist gefasst* - doch es gibt Einschränkungen.

Update von 09.17 Uhr: Über die Test-Panne in Bayern werden nun weitere Hintergründe bekannt. Laut Informationen der Bild soll es unter anderem zu den Problemen gekommen sein, da Formulare zum Teil mit Bleistift ausgefüllt wurden. Daten seien dadurch bei der Übertragung unleserlich geworden.

Bis zum Donnerstagnachmittag (13. August) konnten laut Gesundheitsministerin Huml 908 mit dem Coronavirus* Infizierte ausfindig gemacht werden. Mehr als 150 Infizierte fehlen allerdings noch. Unklar ist, ob diese Menschen Corona-Symptome haben und ob sie weitere Personen infiziert haben.

Ein weiteres Problem habe sich laut der Bild (Artikel hinter Bezahlschranke) ergeben, da das Bürgertelefon des Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) nicht erreichbar gewesen ist. Eine Ansage teilte den Anrufern mit, dass alle Mitarbeiter damit beschäftigt seien, infizierte Testpersonen zu erreichen. Erst ab dem heutigen Freitag ab 8 Uhr ist das Telefon wieder erreichbar.

Unterdessen bezieht das Rote Kreuz nach der Test-Panne in Bayern Stellung - und verteidigt in einem beispiellosen Schritt die Arbeit der Ehrenamtlichen. In einem Kommentar äußert sich auch Münchner Merkur-Chefredakteur Georg Anastasiadis: Söder verdient kein Mitleid* - Doch Merkel-Regierung hat ebenfalls geschlampt.

Andere Sorgen haben derzeit Landwirte in Bayern: Ende August beginnt die Hopfenernte. Zu vielen Betrieben kommen dann trotz der Corona-Krise Saisonarbeiter aus Osteuropa*. Die Angst vor Ansteckungen wächst.

Coronavirus in Bayern: Markus Söder muss nach Test-Fiasko Kritik einstecken

Update vom 14. August, 08.03 Uhr: Nach dem Test-Fiasko in Bayern mussten sich Ministerpräsident Markus Söder und Gesundheitsministerin Melanie Huml kritischen Stimmen stellen. „Dass nach einem Skandal dieses Ausmaßes niemand persönliche Konsequenzen zieht, ist ein Armutszeugnis und schadet unserer politischen Kultur nachhaltig. Huml ist nach dem Test-Desaster als Gesundheitsministerin nicht mehr tragbar“, erklärte etwa FDP-Landeschef Daniel Föst.

Der Vizepräsident des Bayerischen Landtags, Markus Rinderspacher (SPD), twitterte am Donnerstagabend (13. August): „Nun übernimmt ein Verwaltungsbeamter die politische Verantwortung für eine markante Verfehlung, die ihren Ausgangspunkt in der Sorgfaltslosigkeit der Staatsregierung hatte. Das ist Verantwortungskultur à la CSU“.

Lob für das Verhalten der beiden Politiker kam dagegen von der Jungen Union Bayern. „Es zeugt von Charakter
Fehler einzugestehen und sie anschließend auszubügeln“, teilte die CSU-Nachwuchsorganisation mit. „Bayern hat die richtige Strategie.“

Fiasko bei Corona-Tests: Offenbar Zahl der positiven Tests viel höher als gedacht - Polizei sammelt Unterlagen

Update von 21.16 Uhr: Von 107.376 Corona-Tests an bayerischen Teststationen für Reiserückkehrer sind laut Bayerischem Rundfunk (BR) 1389 positiv. Das habe das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) mitgeteilt, berichtete der BR am Donnerstagabend. Datenstand sei der gestrige Mittwoch.

Demnach haben sich an Autobahnraststätten an der A3, der A8 und der A93 insgesamt 72.104 Menschen auf Corona testen lassen. 1188 Ergebnisse seien positiv gewesen, rund 1,6 Prozent. Das ist eine wesentlich höhere Quote an positiven Fällen als die bundesweite.

An den Hauptbahnhöfen in München und Nürnberg seien 44 Menschen positiv getestet worden; von mehr als 6250 seien dort Abstriche genommen worden.

Derweil hat nach der katastrophalen Panne bei den Corona-Tests an den Autobahnen die Polizei an der Teststation in Passau Dokumente im großen Stil eingesammelt und nach München gefahren. Laut Gesundheitsministerium würden diese Dokumente mit anderen verglichen, um doch noch die Getesteten ausfindig machen zu können und schnellstmöglich zu informieren.

Update von 16.38 Uhr: Nach der schweren Panne bei den Corona-Tests an bayerischen Autobahnen hat Gesundheitsministerin Melanie Huml zwei Mal ihren Rücktritt angeboten. Das sagte Ministerpräsident Markus Söder am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in München, fügte aber hinzu: „Ich habe weiter Vertrauen zu ihr.“ Huml wolle die „Scharte auswetzen“.

Er gestand den Fehler ein und bedauerte ihn. „Wir können uns dafür auch nur entschuldigen letztlich“, so Söder. „Das tut der gesamten Staatsregierung leid, dass diese Fehler passiert sind.“ Weiter erklärte er: „Da ist eine Panne passiert, und zwar eine große Panne“ und nannte einen Grund: Der Fehler sei in der Umsetzung passiert, „nicht in der Strategie“. Durch die schnelle Umsetzung sind dann wohl die Fehler passiert.

Söder und Huml äußern sich zur Corona-Test-Panne: Die Pressekonferenz zum Nachlesen

Update von 16.15 Uhr: Die Pressekonferenz ist beendet.

Update von 16.10 Uhr: Die Pressekonferenz wurde mehrfach verschoben. Söder erklärt, dass immer neue Informationen hinzugekommen seien. Es sei auch wichtig, dass er sich heute äußere. Huml habe ihren Rücktritt gestern angeboten, heute dann ein zweites Mal. „Es war ein sehr menschliches Gespräch“, das ihn bewegt habe, so Söder. „Keiner von uns ist perfekt, jeder muss besser werden in diesen Zeiten“, erklärt er weiter. Man habe es gemeinschaftlich überlegt, „ich musste sie auch ein Stück weit überzeugen“. Wenn man sich für einen gemeinsamen Weg entscheide, sei eine gemeinsame Pressekonferenz angemessen, erklärt Söder die mehrfache Verschiebung der Pressekonferenz.

Er äußert sich auch zu der Kritik, die er bekommen habe. Diese nehme er an, er habe aber aus der Opposition noch nicht gehört, was man besser machen könne.

Markus Söder und Melanie Huml äußerten sich bei einer Pressekonferenz zur Test-Panne in Bayern.

Update von 16.01 Uhr: In Deutschland laufe nicht alles optimal, ergänzt Söder auf Nachfrage. Die Corona-App „hat noch nicht die Wirksamkeit erfüllt, die wir uns jetzt vorstellen“, erklärt er. Trotzdem müsse man handeln, „es ist im Moment eine sehr sehr angespannte Realität“. Es gebe viele Vernünftige im Land, aber auch Unvernünftige. „Corona ist echt fies“, so Söder. Man müsse immer die Balance zwischen Freiheit und Gesundheit finden. Er könne sich Bundesligaspiele und Konzerte im Moment nicht vorstellen, sagt er mit Blick auf das geplante Konzert mit Sarah Connor.

Woher die 900 positiv Getesteten stammen, kann Huml noch nicht sagen. Man habe kürzlich bei den Tests eine Stichprobe gemacht und rund 100 bis 150 Tests angeschaut, dabei stammten rund 40 Prozent aus Bayern, 60 Prozent aus anderen Bundesländern. Bei den händisch ausgefüllten Zetteln gibt es allerdings auch kein Pflichtfeld. Offenbar musste demnach bei einem Test nicht zwingend angegeben werden, woher der Getestete kommt.

Corona-Test-Panne in Bayern: Söder lehnt Huml-Rücktritt ab und nennt Grund

Update von 15.55 Uhr: Im Moment werden die 908 positiven Fälle durchtelefoniert. Wie viele bisher informiert wurden, kann Huml aktuell noch nicht sagen, „weil wir da im Prozess mittendrin sind“.

Update von 15.51 Uhr: Die Strategie sei richtig, betont Söder auf Nachfrage. „Die Umsetzung hat dann nicht so funktioniert, wie man sich das vorgestellt hat“, erklärt er weiter.

Melanie Huml habe ihren Rücktritt angeboten: „Wir hatten in den letzten sechs Monaten deutlich dunklere Stunden“, so Söder. Huml hätte dabei gute Arbeit geleistet. Er wollte auf die Erfahrung der Gesundheitsministerin auch nun nicht verzichten - trotz des gravierenden Fehlers.

Video: Die ganze Pressekonferenz zum Nachhören

Söder äußert sich zur Corona-Tast-Panne: Tempo werde nicht von der Regierung vorgegeben

Update von 15.46: „Sehen Sie auch Fehler in der Staatskanzlei?“, will ein Journalist wissen, denn dort wäre schließlich das Tempo vorgegeben worden. Das Tempo werde nicht von der Regierung gemacht, widerspricht Söder. Man wollte für die bayerischen Rückkehrer ein Angebot machen, fand es aber nicht gut, Rückkehrer aus anderen Bundesländern abzuweisen. „Unser Ziel muss sein, so viel Kapazitäten wie möglich aufzubauen“, so der Ministerpräsident. „Klar, Fehler“, so Söder kurz und knapp, diese müssten nun abgestellt werden. „Vielleicht ist der Anspruch höher, als es die Umsetzung erlaubt“, gibt er zu, doch treibe Corona die Regierung natürlich an und um.

Update von 15.45 Uhr: „Es ist ein Sachstand jetzt, es wird immer noch abgeglichen“, ergänzt Huml. mit Blick auf die Zahlen. „Danke an die Mitarbeiter des LGL, die jetzt auch schon die ganze Nacht gearbeitet haben“, fügt Söder hinzu.

Nach Test-Panne in Bayern: Positiv Getestete werden aktuell informiert

Update von 15.43 Uhr: „Der händische Eintrag hat damit zu tun, dass es eine schnell Aufstellung gegeben hat“, erläutert Söder. Man habe die Tests angeboten, es hätten sich dann auch viele testen lassen, die nicht aus einem Risikogebiet zurückgekommen wären. Von den vielen Tests, die noch offen sind, gehe es um rund 1000, die positiv sind, so Söder. Rund 100 seien schwer zuzuordnen, die anderen 900 werden zur Stunde informiert, erläutert er. „Deshalb auch mehr Personal, neue Strukturen“.

Update von 15.36 Uhr: Nun spricht Melanie Huml über die Test-Panne. Sie bedauere es sehr. „Es ist aber auch so, dass es noch ein laufender Prozess ist“, erklärt sie die Arbeit im LGL, sie selbst sei bis weit nach Mitternacht dabei gewesen. Zeitnah sollen alle positiv Getesteten informiert werden. „Das geschieht seit heute Morgen um sieben Uhr“, so die Gesundheitsministerin. Der Fokus liege aktuell auf den positiv Getesteten, aber auch negativ Getestete sollen bald informiert werden.

Sie habe angeboten, die Konsequenzen zu tragen, so Huml, aber: „ich bin sehr dankbar, dass ich das Vertrauen auch weiterhin habe“. Man will die Anfangsschwierigkeiten nun abstellen, der Prozess solle digitalisiert werden.

Corona-Test-Panne in Bayern: Söder lehnt Rücktritt von Gesundheitsministerin Huml ab

Update von 15.32 Uhr: "Wir waren Vorreiter", so Söder. Die Fehler seien trotzdem ärgerlich, sie müssten aufgearbeitet werden. Über Nacht hätte das LGL mit 400 Leuten gearbeitet.

„Melanie Huml hat mir den Rücktritt angeboten - zweimal“, so Söder. Er habe sie dann gefragt, ob sie sich den Job noch zutraue und noch will, sie habe bejaht. Ihm sei klar, es sei kein kleiner Fehler, sondern ein schwerer. Aber man habe in den letzten sechs Monaten gut zusammengearbeitet. „Fehler passieren“, so Söder und sie dürften sich nicht wiederholen und müssten aufgearbeitet werden. Auch werde man noch viele Probleme in den nächsten Wochen bekommen, so Söder mit Blick auf den Schulstart.

Update von 15.28 Uhr: Die Pressekonferenz beginnt. Die Panne sei „sehr ärgerlich“, sagt Söder, das sei auch nicht der Anspruch von Bayern. Es sei entscheidend, dass man alle zeitnah informiere. „Es ist eine Panne in der Umsetzung, nicht in der Strategie“, so Söder. Das Tempo bei solchen Entscheidungen sei sehr hoch, werde aber nicht von ihm oder der Regierung gemacht, sondern von Corona. Es zeige sich, dass Urlaube ein großes Risiko seien, die Infektionszahlen würden steigen. „Die von uns seit Wochen geäußerte Sorge ist berechtigt.“

Update von 15.25 Uhr: In wenigen Minuten soll die Pressekonferenz beginnen. Dann werden sich Ministerpräsident Markus Söder und Gesundheitsministerin Melanie Huml äußern.

Update von 14.47 Uhr: Zuerst sollte es eine Pressekonferenz mit Melanie Huml um 14 Uhr geben, Markus Söder wollte sich am späten Nachmittag zu der Test-Panne äußern. Die Pressekonferenz der bayerischen Gesundheitsministerin wurde dann im letzten Moment auf 15 Uhr verschoben. Es sollte nun eine gemeinsame Pressekonferenz mit dem bayerischen Ministerpräsidenten geben. Diese wurde nun erneut verschoben - auf 15.30 Uhr.

Test-Chaos in Bayern: BRK verteidigt sich nach Corona-Panne

Update von 14.24 Uhr: Nach der Panne bei der Übermittlung von Corona-Testergebnissen kritisiert das Bayerische Rote Kreuz (BRK) die Behörden. „Man hätte der guten Idee der Testzentren besser ein, zwei, drei Tage mehr Reifezeit geben sollen“, sagte BRK-Sprecher Sohrab Taheri-Sohi am Donnerstag in München. „Es ist ein ganz grundlegendes Problem.“

Die bayerischen Hilfsorganisationen seien vom Freistaat beauftragt worden, innerhalb eines Tages fünf Teststationen zu errichten. Dabei hätten sie sich an den Vorgaben des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) und der Gesundheitsämter orientiert. „Da das LGL sich nicht in der Lage gesehen hat, in dieser kurzen Zeit eine entsprechende Software zur Verfügung zu stellen, mussten die Reisenden händisch mit Formularen erfasst werden“, hieß es in einer Mitteilung. „Es wurde Dienst nach Vorschrift gemacht und die Vorschriften gab das LGL vor“, fügte der Sprecher hinzu.

Fiasko bei Corona-Tests in Bayern: Pressekonferenz im letzten Moment verschoben

Update von 14.11 Uhr: Die für 14 Uhr angekündigte Pressekonferenz mit Gesundheitsministerin Melanie Huml verzögert sich. Sie soll nun um 15 Uhr stattfinden - gemeinsam mit Ministerpräsident Markus Söder. Ursprünglich sollte Huml um 14 Uhr eine Pressekonferenz geben, Söder wollte sich am späten Nachmittag äußern.

Corona-Test-Panne in Bayern: Pressekonferenz mit Gesundheitsministerin Melanie Huml

Update von 13.50 Uhr: Für 14 Uhr ist eine Pressekonferenz mit Melanie Huml und dem LGL-Präsidenten angekündigt. Die Pressekonferenz können Sie hier im Live-Stream und -Ticker verfolgen.

Update von 13.04 Uhr: Nach der Test-Panne in Bayern war das Bürger-Telefon des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) nicht erreichbar (siehe Update von 10.51 Uhr). In einer Band-Ansage hieß es, die Hotline sei erst am Freitag wieder erreichbar. Jetzt teilte das LGL mit, dass es gelungen sei, die Hotline wieder mit Personal zu verstärken. "Hintergrund war, dass das LGL alle vorhandenen personellen Ressourcen für die Befundübermittlung an die positiv Getesteten aufwenden wollte, dann diese hat oberste Priorität.

Corona-Panne in Bayern: Huml und Söder äußern sich am Donnerstag

Update von 12.40 Uhr: Auch Grünen-Chefin Annalena Baerbock hat die Test-Panne in Bayern kritisiert und als „schweres Versäumnis“ bezeichnet. Sie sieht Markus Söder persönlich in der Verantwortung: „Wer sich als Ministerpräsident permanent als Krisenmanager inszeniert und sich selbst ständig auf die Schulter klopft, ist auch in der Verantwortung sicherzustellen, dass es funktioniert“, sagte sie am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. In der Pandemie-Bekämpfung zähle jeder Tag und jeder Fall. Es dürfe nicht passieren, dass der Staat zwei Wochen lang nicht handele, obwohl jemand positiv getestet sei - schon gar nicht in 900 Fällen. „Das ist ein schweres Versäumnis und gefährdet die Gesundheit des Einzelnen und den Pandemieschutz insgesamt.“

Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml gibt zusammen mit dem Präsidenten des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, Andreas Zapf, eine Pressekonferenz. Diese findet um 14 Uhr in München statt. Am späten Nachmittag werde sich dann Söder äußern, kündigte eine Sprecherin der Staatskanzlei an.

Corona-Test-Panne in Bayern: Ministerpräsident Söder wird scharf kritisiert

Update von 12.13 Uhr: Linke-Chefin Katja Kipping hat Markus Söder nach der Test-Panne im Freistaat scharf kritisiert. „Söder entlarvt sich als Scheinriese im Krisenmanagement“, sagte Kipping am Donnerstag laut einer Mitteilung ihrer Partei. „So wichtig die breite Verfügbarkeit kostenloser Corona-Tests ist, so wichtig ist eben auch der sorgfältige Umgang mit den Ergebnissen.“

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) wollte am Donnerstag nicht in den Chor der Kritiker einstimmen: „Ministerpräsident Markus Söder hat ja selbst gesagt, das sei sehr ärgerlich. Das ist ohne Zweifel so. Gleichzeitig ist es so, dass in außergewöhnlichen Zeiten auch Fehler passieren“, so der CDU-Politiker am Donnerstag im ZDF-Morgenmagazin. „Entscheidend ist, dass sie transparent gemacht werden und sie dann schnell behoben werden. Und das macht die bayerische Staatsregierung.“

Corona in Bayern: SPD fordert nach Test-Panne Konsequenzen

Update von 11.17 Uhr: Die Test-Panne an bayerischen Autobahnen schlägt weiter hohe Wellen. Die bayerische SPD fordert nun Konsequenzen. „Frau Huml muss zurücktreten und Herr Söder muss sich erklären“, so Generalsekretär Uli Grötsch am Donnerstag im Bayerischen Rundfunk. „Er muss Buße tun, weil er als Ministerpräsident seiner Verantwortung schlichtweg nicht gerecht geworden ist und mit der Gesundheit der Menschen in Bayern gespielt hat.“

Nächster Hammer nach Corona-Test-Panne in Bayern: Gesundheitsamt nicht erreichbar

Update von 10.51 Uhr: Nach der Test-Panne an bayerischen Autobahnen ist das bayerische Gesundheitsministerium optimistisch, dass die 900 positiv Getesteten bis zum Donnerstagmittag über ihre Ergebnisse informiert werden. „Es wird telefoniert, die Menschen werden informiert“, so ein Sprecher. „Wir tun alles dafür, das umzusetzen, und sind zuversichtlich, dass wir das schaffen.“

Derweil ist das Bürger-Telefon des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) nicht erreichbar. Die Corona-Hotline sei „aus organisatorischen Gründen" nicht besetzt und sei erst wieder am Freitag von acht bis 18 Uhr erreichbar, hieß es in einer automatischen Ansage. Das Landesamt ist die erste Stelle in Bayern für Corona-Tests und damit zusammenhängende Fragen.

Bayern: Corona-Panne in Söder-Regierung - Krisensitzung am Donnerstag

Update von 10.22 Uhr: Markus Söder lässt sich am Donnerstagvormittag über die schwere Panne bei den Corona-Tests an bayerischen Autobahnen informieren. Bei einer Krisensitzung in der Staatskanzlei sind unter anderem Gesundheitsministerin Melanie Huml und der Präsident des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, Andreas Zapf, dabei. Der Ministerpräsident wolle sich dezidiert über den Sachverhalt unterrichten lassen, hieß es in Regierungskreisen.

Brutale Panne bei Corona-Tests: „Schocknachricht für Deutschland“ - Gnadenlose Abrechnung mit Söder

Erstmeldung vom 13. August, 8.23 Uhr: München - In Bayern sorgt der Skandal um eine eklatante Panne bei der Auswertung tausender Corona-Tests derzeit für schlechte Stimmung in der Landesregierung. Wie Gesundheitsministerin Melanie Huml am Mittwoch (12. August) auf einer Pressekonferenz einräumte, hatte es in den vergangenen Wochen große Probleme bei der Zuordnung der Testergebnisse von Reiserückkehrern gegeben, die sich an bayerischen Autobahn-Raststätten und Bahnhöfen hatten testen lassen.

Panne um Corona-Tests in Bayern: 900 Infizierte unwissend - 44.000 Test-Ergebnisse stehen aus

Konkret wurde von etwa 44.000 ausstehenden Zuordnungen von Testergebnissen der insgesamt etwa 60.000 freiwilligen Corona-Tests der Urlauber gesprochen. Besonders brisant: Rund 900 der Tests weisen ein positives Ergebnis auf - doch die Infizierten wissen noch nichts davon.

Der Ärger der Gesundheitsministerin ist groß, zumal sich das Unheil bereits im Vorfeld angekündigt hatte. Bereits seit Tagen hatten sich immer mehr Urlaubs-Rückkehrer verwundert zu Wort gemeldet und die noch immer ausstehenden Testergebnisse beklagt. Auch Kollegen Humls aus der Politik waren darunter. Doch das Problem wurde zunächst abgetan „Da gibt es nichts schönzureden", so Huml auf der Pressekonferenz.

Heftige Panne bei Corona-Tests von Urlaubs-Rückkehrern: Konsequenzen der bayerischen Landesregierung gefordert

Nun ist das Ausmaß des Geschehens öffentlich und sorgt für mächtig Wirbel im Landtag. Ministerpräsident Markus Söder sagte am Mittwoch eine Kurzreise an die Nordsee ab. „Bayern geht jetzt vor“, verkündete der CSU-Chef via Twitter. In der Partei werden Rufe nach Konsequenzen laut. Jemand müsse zur Verantwortung gezogen werden, heißt es. Die Panne sei ein Ergebnis von Regierungsversagen und Schlamperei, so die Opposition.

Nur die Frage, wer denn nun Schuld hat an dem Chaos, die will derzeit niemand so wirklich beantworten. Das Bayerische Rote Kreuz (BRK) wies „Andeutungen zurück, die darauf schließen lassen, dass die Hilfsorganisationen eine (Teil-)Schuld an dieser Problematik haben“. Es sei bedauerlich, dass der „schweißtreibende Einsatz der Ehrenamtlichen“ in ein negatives Licht gerückt werde, sagte ein Sprecher.

Nach Panne um Corona-Testergebnisse in Bayern: BRK weist Schuld von sich - Söder unter Beschuss

Gesundheitsministerin Huml äußerte sich zur Frage nach der Verantwortung nur vage in einem Interview mit den ARD-Tagesthemen. Es sei eher wichtig, nun schnellstmöglich zu handeln, so die Aussage. Fest steht, dass Ministerpräsident Söder vor allem eins erwartete, als es um die Einrichtung mobiler Teststationen an Raststätten und Bahnhöfen ging: Schnelligkeit, damit zu Beginn der Sommerferien in Bayern alles bereit ist.

Genau das könnte nun allerdings zu dem Problem geführt haben, vor dem die bayerische Landesregierung nun steht. „Da das LGL sich nicht in der Lage gesehen hat, in dieser kurzen Zeit eine entsprechende Software zur Verfügung zu stellen, mussten die Reisenden händisch mit Formularen erfasst werden“, hieß es in einer Mitteilung. Dies hatte zu Chaos geführt. Ein externer Dienstleister, der nun im Auftrag der Regierung des Freistaats die Testerfassung übernehmen soll, will künftig digital vorgehen, um solche Schlampereien zu vermeiden.

Corona-Testergebnisse in Bayern: Panne sorgt für Diskussionen - weiteres Vorgehen offen

Neben dem eigentlichen Problem muss nun vor allem Söder heftige Kritik einstecken. „Söder kann Krise nicht“, warf ihm Grünen-Landtagsfraktionschef Ludwig Hartmann vor, sowie: „Eklatantes Regierungsversagen“ und twitterte weiter: „Das ist eine Schocknachricht für Deutschland und kratzt am Nimbus des selbstgefälligen Krisenmanagers Söder. Ausgerechnet die bayerische CSU-FW-Regierung lässt 900 potenzielle Superspreader ahnungslos durchs Land reisen.“ Und auch auf Bundesebene hagelt es Häme. Söder solle sich mal „ein paar Tage mit neunmalklugen Ratschlägen zurückhalten und die Dinge in Ordnung bringen“, sagt etwa FDP-Fraktionsvize Michael Theurer.

Wie es nun weitergeht und ob und welche Konsequenzen die bayerische Landesregierung tatsächlich aus der Panne ziehen wird, ist derzeit noch offen. Bayern Ministerpräsident Markus Söder gilt als harter Corona-Manager und Kanzlerkandidat. Umso mehr überraschte er jetzt mit einer Aktion, die Söders privaten Gefühle offenbart. (kah)

Unterdessen zeigt sich, dass es bereits vor der großen Panne zu Verzögerungen kam. Ein Infizierter lief nach Test in Bayern tagelang ahnungslos durch Hamburg

Rubriklistenbild: © Peter Kneffel/dpa

Kommentare