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Starb an den Folgen einer Infektion mit dem Coronavirus: Sepp Mangstl (re.), hier mit dem Seniorchef der Flötzinger Brauerei, Franz Steegmüller, der ihn im vergangenen Jahr ehrte.

Brauerei Maxlrainer trauert

Corona-Tod mit 54 Jahren: Musiker aus Bayern stirbt - ohne Vorerkrankung

Bestürzung hat am Wochenende der Tod von Sepp Mangstl (54) aus Ostermünchen im Kreis Rosenheim ausgelöst. Der Musiker hatte keinerlei Vorerkrankungen.

  • Das Coronavirus* hat in Bayern bereits Tote gefordert.
  • Einer davon ist ein Musiker aus dem Kreis Rosenheim.
  • Er warerst 54 Jahre alt und hatte keine Vorerkrankungen.
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Tuntenhausen – Bürgermeister Hans Schaberl aus Feldkirchen-Westerham kann den Verlust nur schwer in Worte fassen, den derTod des Mitbürgers auch für seine Gemeinde bedeutet. Seit 40 Jahren war er bei der Höhenrainer Musi aktiv, seit 18 Jahren war der Verstorbene bei der Kapelle als Dirigent tätig, berichtet deren Vorsitzender Alois Stacheter. „Sein Tod reißt eine sehr große Lücke“, so Stacheter.

Coronavirus im Kreis Rosenheim: „Mahnung für uns alle“

Und dieses Urteil trifft nicht allein auf die Höhenrainer Musi zu. „Das ist ein schwerer Schlag für den gesamten Ortsteil“, ergänzt der Rathauschef. Sepp Mangstl war nicht nur bei der Blasmusik aktiv, sondern sang auch im Kirchenchor mit und fungierte als Schriftführer des Trachtenvereins. Hauptberuflich war er als Leiter der Führerscheinstelle beim Landratsamt Rosenheim beschäftigt. „Sein tragischer Tod muss uns allen eine Mahnung sein, die Corona-Krise nicht auf die leichte Schulter zu nehmen“, sagt der Bürgermeister.

Wo sich der Vollblutmusiker genau infiziert hat, ist derzeit unklar. Der Bruder des Verstorbenen, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte, berichtete im Gespräch mit dem „Oberbayerischen Volksblatt“ davon, dass der Verstorbene am 5. März eine Flugreise nach Madrid angetreten habe. Von der sei er am 12. März zurückgekehrt. „Da hat er sich schon krankgefühlt und sich in ärztliche Behandlung begeben. Er war krankgeschrieben und hat das Haus seit dieser Zeit nicht mehr verlassen“, versichert der Bruder. Vorerkrankungen hatte der Verstorbene nicht.

Coronavirus: „Sepp bekam massive Atemprobleme“

Die Tragödie nahm am vergangenen Donnerstag ihren Anfang. „Sepp bekam massive Atemprobleme. Der Notarzt hat ihn auf die Intensivstation des Krankenhauses Rosenheim eingewiesen, wo die Ärzte sein Leben leider nicht mehr retten konnten“, schildert der Bruder das Geschehen. Sepp Mangstl schloss am Freitag gegen 15 Uhr für immer seine Augen. Besonders bitter für den Bruder und die gesamte Familie: Niemand konnte dem Sterbenden beistehen. Die Todesnachricht überbrachte das Klinikum der Familie telefonisch.

„Wir sind alle erschüttert und zutiefst traurig.“ So beschreibt Roland Merk, der Dirigent der Dreder Musi, die Gefühlslage bei der Kapelle nach Bekanntwerden der schrecklichen Nachricht, die sich am Wochenende in der Region verbreitete. Mangstl vertrat Merk als Dirigent und war auch den Herbstfestbesuchern als Flügelhornist der Kapelle ein Begriff. Seit 35 Jahren spielte er während der Rosenheimer Wiesn-Zeit auf der Bühne des Flötzinger-Zeltes.

Coronavirus: „Die Trauer ist unendlich groß“

Merk informierte noch am Wochenende zahlreiche Musikerkollegen des Verstorbenen und steht auch mit dessen Familie in engem Kontakt. Wie beliebt Mangstl in Musikerkreisen war, das erschließt sich dem Dirigenten der Dreder Musi aus vielen spontanen Reaktionen, die er erhielt, nachdem er die traurige Botschaft in der Szene übermittelt hatte. „Vielen hat es schlichtweg die Sprache verschlagen. Die Trauer ist überall unendlich groß“, so der Dirigent. Besonders nachdenklich hat Merk ein Satz von Roland Bräger gestimmt, dem Direktor der Brauerei Maxlrain. „Corona hat jetzt ein Gesicht im Landkreis bekommen“, habe er ihm gesagt. Es habe sich auf dramatische Weise gezeigt, dass die Pandemie kein Ereignis sei, das man nur in den Nachrichten zur Kenntnis nehmen dürfe, so Merk. Auch Marisa Steegmüller, die Geschäftsführende Gesellschafterin der Flötzinger-Brauerei, ist schockiert: „Der Sepp war mit ein Inbegriff der Dreder Musi. Durch seinen Tod ist unsere Brauerei-Familie um ein Mitglied ärmer geworden“, sagt Steegmüller. Die Brauerei werde ihm auf jeden Fall auf der nächsten Wiesn ein würdiges Gedenken bereiten.

Der Bruder hofft, dass der tragische Tod von Sepp Mangstl den Menschen in Stadt und Land als ernste Mahnung dient, das Coronav irus nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. „Wir hätten uns vor ein paar Tagen nicht gedacht, dass unsere Familie mit einer solch traurigen Wahrheit konfrontiert wird.“ Den Tod will die Familie im engsten Kreis verarbeiten. Aus diesem Grund richtet sie einen eindringlichen Appell an die Öffentlichkeit. „Bitte respektieren Sie diesen Wunsch und sehen von Nachfragen, persönlichen Beileidsbekundungen und Anrufen ab.“

Norbert Kotter

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