Ein Hund mit Maske in Thailand.
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Ansteckungsgefahr: Studien haben gezeigt, dass Menschen auch Hunde und Katzen mit dem Coronavirus anstecken können. Zur Verbreitung des Virus tragen die Tiere nach aktuellem Forschungsstand aber wohl nicht bei.

Aktuelle Forschungsergebnisse

Wie Hund und Katze vom Coronavirus betroffen sind

  • Dominik Göttler
    vonDominik Göttler
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In Dänemark sorgt die Übertragung einer Mutation des Coronavirus über Nerze für Unsicherheit. Welche Rolle spielen Haus- und Nutztiere bei der Verbreitung des Virus? Dazu gibt es mittlerweile verschiedene Forschungsergebnisse. Ein Überblick.

  • In Dänemark werden Nerze getötet, weil dort das Coronavirus mutiert ist.
  • Haustiere spielen bei der Verbreitung offenbar keine Rolle
  • Allerdings können sich Hunde und Katzen auch mit dem Coronavirus anstecken.

München – Berichte aus Dänemark über von Nerzen auf Menschen übertragene mutierte Coronaviren sorgen bei Experten für Aufsehen. Die Virusmutation „Cluster 5“ sei bisher noch nicht beobachtet worden, teilte die Weltgesundheitsorganisation am Wochenende mit. In Dänemark haben sich zwölf Menschen mit der Variante infiziert – Experten befürchten, die Mutation könnte die Wirksamkeit künftiger Impfstoffe beeinträchtigen. Die Regierung in Kopenhagen hatte deshalb die Notschlachtung aller 15 bis 17 Millionen Nerze im Land angeordnet; Teile Jütlands wurden von der Außenwelt abgeriegelt.

In Deutschland spiele die kommerzielle Haltung von Nerzen keine Rolle mehr, teilte das Bundeslandwirtschaftsministerium nun mit. Aber wie sieht es mit anderen Nutztieren aus? Und wie sind eigentlich Haustiere vom Coronavirus betroffen? Während das zu Beginn der Pandemie im Frühjahr noch völlig unklar war, gibt es mittlerweile erste Forschungsergebnisse.

Hunde und Katzen

Laut Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) haben sich Hunde, Katzen, Kaninchen, Goldhamster und Frettchen bisher als empfänglich für Sars-CoV-2 erwiesen. Meerschweinchen hingegen ließen sich nicht infizieren. Keine Hinweise gibt es allerdings bislang darauf, dass diese Tiere das Virus auch weiterverbreiten. Der Kontakt gesunder Personen zu Haustieren müsse deshalb nicht eingeschränkt werden. Nicht auszuschließen ist allerdings, dass ein infizierter Mensch das Virus auf sein Haustier übertragen kann. „Daher sollten infizierte Personen gerade beim Kontakt zu ihren Haustieren besonders auf Hygiene achten, engen Kontakt möglichst vermeiden, die Tiere nicht anhusten oder anniesen und sich von den Tieren nicht durchs Gesicht lecken lassen“, heißt es beim FLI. Die bisherigen Studien deuten darauf hin, dass Hunde weniger empfänglich für das Virus sind als Katzen. Und auch wenn es schon erste Meldungen über einen toten, infizierten Hund aus den USA gab: Bislang ist wissenschaftlich nicht belegt, dass das Virus für Hunde tödlich sein kann.

Bei Tierarzt Michael Binder, der Praxen in Bad Tölz und in Bichl betreibt, sind bisher kaum Nachfragen zum neuartigen Coronavirus bei Tieren aufgeschlagen. „Das kommt wirklich nur sehr sporadisch“, sagt er. Er betont, dass ein Großteil aller Katzen in ihrem Leben bereits mal eine Coronavirus-Infektion durchgemacht hat – allerdings mit einer anderen und schon seit Jahrzehnten bekannten Form des Virus, die wohl nur Katzen befällt.

Nutztiere

Schweine, Hühner, Enten und Puten scheinen immun gegen Sars-CoV-2 zu sein. Das zeigen die bisherigen Studien, wie das FLI betont. Bei einzelnen Rindern konnte zwar eine minimale Virusvermehrung beobachtet werden, allerdings wurde der Erreger nicht an andere Kontakttiere übertragen. Somit geht auch von Kühen keine Gefahr der Übertragung aus.

Speziell bei Kälbern gibt es wie bei Katzen auch andere Coronaviren, die bereits seit Längerem bekannt sind und Durchfallerkrankungen auslösen können, wie Tierarzt Michael Binder erklärt. „Aus der Landwirtschaft kam vor allem zu Beginn der Pandemie häufiger die Frage, ob es sich dabei um dasselbe Virus handelt, das nun beim Menschen grassiert.“ Dem ist aber nicht so. Auch das Loeffler-Institut stellt klar: „Diese Erreger stellen für den Menschen keine Gefahr dar und sind klar von Sars-CoV-2 zu unterscheiden.“

Die Fledermaus

Und dann ist da ja noch die Fledermaus. Noch immer wird vermutet, dass die Pandemie möglicherweise in asiatischen Fledermäusen ihren Ursprung hat. Wissenschaftlich bewiesen ist das aber nicht. Laut Loeffler-Institut spielen aber heimische Fledermaus-Arten in der aktuellen Pandemie keine Rolle. „Daher gibt es keinen Grund, diese streng geschützten Arten zu verfolgen, sie aus Wohnhäusern zu vergrämen oder ihre Quartiere zu zerstören.“

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