Wöchentliche Liefermengen vereinbart

Die Krux mit der Impfstoff-Verteilung: So läuft es aktuell in den Landkreisen Oberbayerns

  • Katrin Woitsch
    vonKatrin Woitsch
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Die Verteilung des Impfstoffes lässt nach wie vor zu wünschen übrig. Dich wie gestaltet sich die Situation in Oberbayern aktuell? Wir geben Antworten auf wichtige Fragen.

Wolfratshausen - Der Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen hätte diese Woche mehr Menschen impfen* können - wenn er mehr Impfstoff gehabt hätte. Geliefert und bestellt wird immer wochenweise, dadurch sind kurzfristige Nachlieferungen meist nicht möglich. Denn der Impfstoff wird bayernweit nach einem detaillierten System verteilt.

Wie wird der Impfstoff auf die Landkreise verteilt?

Bayern bekommt die Impfdosen* vom Bund, bisher waren es insgesamt 1,6 Millionen. 83 Prozent davon sind bereits verimpft oder ausgeliefert. 98.000 Impfdosen werden für die Zweitimpfungen in den Zentrallagern zurückgehalten, um Lieferschwankungen ausgleichen zu können. Überwiegend handelt es sich dabei um die Biontech- und Moderna-Impfstoffe. Aktuell gibt es laut Gesundheitsministerium keine Lieferausfälle. Die Weiterverteilung der Impfdosen an die Landkreise erfolgt nach Bevölkerungsproporz. Zuständig ist dafür die Koordinierende Impfstelle jedes Regierungsbezirks. In Oberbayern sind dafür acht Leute zuständig, erklärt Sprecher Wolfgang Rupp. Sie informieren die Landratsämter, wie viele Impfdosen sie für die kommende Woche maximal erhalten können.

Welche Möglichkeiten haben die Landkreise, den Bedarf anzupassen?

Die Landkreise geben eine Rückmeldung an die Regierung, ob sie die volle Menge Impfstoff bekommen wollen oder in dieser Woche nur weniger verimpfen* können. „Das hängt zum Beispiel von den Kapazitäten in den Impfzentren ab“, erklärt Rupp. Das Impfzentrum Bad Tölz-Wolfratshausen beispielsweise hat ab Mitte März Kapazitäten für 1000 Impfungen täglich. Der Impfstoff reicht aktuell aber nur für 400 täglich, erklärt der Leiter Maximilian Pfandl. Kurzfristige Nachbestellungen (so wie diese Woche) seien aber nur begrenzt möglich, erklärt Rupp.

Die Landkreise können allerdings vorab besonderen Bedarf anmelden - zum Beispiel, wenn sie viele Seniorenheime oder große Kliniken haben. Das kann die Koordinationsstelle umverteilen, weil nicht immer alle Kreise den maximal verfügbaren Impfstoff abrufen. Langfristig werde das wieder ausgeglichen, erklärt Rupp.

Grundsätzlich schwanke die wöchentliche Menge Impfstoff nicht stark, sagt der Impfzentrumleiter Pfandl. „Die Liefermengen sind in den vergangenen Wochen etwas größer geworden.“

Wie werden die drei verfügbaren Impfstoffe verteilt?

Die Mengen, die die Landkreise von den drei verfügbaren Impfstoffen Biontech, Astrazeneca und Moderna erhalten orientiert sich ebenfalls am Bevölkerungsproporz. Nach Altersgruppen wird nicht unterschieden. Das bedeutet: Ein Landkreis, in dem weniger Senioren leben, bekommt nicht mehr Astrazeneca-Impfstoff, der bisher nur für Unter-65-Jährige zugelassen war. „Bislang ist es nicht möglich, auf die Altersstruktur zu reagieren“, erklärt Rupp. Das sei denkbar, wenn die Impfstoffmengen insgesamt steigen. Regierungssprecher Rupp betont, dass die Landkreise auch den angebotenen Astrazeneca-Impfstoff abrufen. „Da bleiben keine großen Mengen liegen.“ Das bestätigt Pfandl auch für seinen Landkreis. „Bei uns wird alles verimpft.“ Grundsätzlich sei die Skepsis gegenüber Astrazeneca aber größer als bei anderen Impfstoffen, berichtet er. Das beweisen auch die bayernweiten Zahlen. Geliefert wurden 321.600 Astrazeneca-Impfdosen, verimpft bislang aber nur 104.941.

Wieso sind die Impfquoten von Landkreis zu Landkreis so unterschiedlich?

In Erding haben 4,4 Prozent der Bürger die Erstimpfung erhalten, in Dachau bereits 6,8 Prozent.

Wieso gibt es eigene Impfzentren für Polizeibeamte?

Dadurch sollen die anderen Impfzentren entlastet werden. Der polizeiärztliche Dienst impft an zwölf Standorten in Bayern 44.000 Beamte in Vollzug und Verwaltung. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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