Es galt Aufnahmestopp

Corona-Mutation in bayerischer Klinik? Pendelquarantäne wird gelockert - aber nur für bestimmte Mitarbeiter

  • Lukas Schierlinger
    vonLukas Schierlinger
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  • Katarina Amtmann
    Katarina Amtmann
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Das Klinikum Bayreuth nahm Patienten nur noch in absoluten Notfällen auf. In dem Krankenhaus bestand der Verdacht des Ausbruchs einer Corona-Mutation. Nun wird die Pendelquarantäne gelockert.

  • Bayern befindet sich noch bis mindestens Mitte Februar im Corona-Lockdown.*
  • Im Klinikum Bayreuth galt ein Aufnahmestopp. Möglicherweise gab es dort einen Ausbruch der Corona-Mutation.*
  • Nun wird die Pendelquarantäne für einige Mitarbeiter gelockert.
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Update 2. Februar: Die Gesundheitsbehörden haben für das Klinikum Bayreuth die Sicherheitsmaßnahmen wegen der Corona-Mutations-Verdachtsfälle gelockert. Künftig wird klar zwischen Bereichen mit und ohne Ausbruchsgeschehen unterschieden. Unter anderem werde die Pendelquarantäne für die Beschäftigten der Stationen und Bereiche ohne Ausbruchsgeschehen am Mittwoch (24 Uhr) beendet. Zudem gelte kein allgemeiner Aufnahmestopp mehr, teilte das Klinikum am Dienstagabend mit.

Für Beschäftigte in Stationen mit noch aktuellen Corona-Infektionsfällen werde die Pendelquarantäne am Standort Hohe Warte bis einschließlich 5. Februar 2021 und für den Standort Klinikum bis zum 10. Februar 2021 verlängert. An den täglichen Antigen-Schnelltests für patientennahe Beschäftigte und den wöchentlichen PCR-Tests für alle Mitarbeiter werde zunächst bis zum 10. Februar festgehalten. Bei der Pendelquarantäne dürfen Beschäftigte nur zwischen ihrem Arbeitsplatz und ihrem Zuhause unterwegs sein.

Nach auffallend hohen Ansteckungszahlen hatte das Klinikum nach eigenen Angaben 30 zufällig ausgewählte Proben von Mitarbeitenden und Patienten testen lassen - elf gelten nun als Verdachtsfälle. Bei einer anschließenden Reihentestung der Angestellten fielen 21 Tests positiv aus. Alle wurden untersucht, bei zwölf Fällen besteht auch hier ein Verdacht auf die Mutation aus Großbritannien.

Die Mutation B.1.1.7 sei im Krankheitsverlauf nicht gefährlicher, wohl aber deutlich ansteckender, teilte das Klinikum mit. Je nach Studie soll die Ansteckungsgefahr um 50 bis 70 Prozent höher liegen

Corona-Mutation in bayerischer Klinik? Ergebnisse von Reihentestung liegen vor, Zahl der Verdachtsfälle steigt

Update 27. Januar, 18.21 Uhr: Im Bayreuther Klinikum gibt es weitere Verdachtsfälle auf die hochansteckende Corona-Mutation aus Großbritannien. Wie das Krankenhaus am Mittwoch berichtete, seien bei einer Reihentestung von knapp 3000 Klinikmitarbeitern 21 neue Infektionen festgestellt worden.

„Bei zwölf dieser Personen besteht der Verdacht, dass sie sich mit der sogenannten englischen Mutation des Virus infiziert haben“, berichtete das Klinikum. Die Gesamtzahl der Verdachtsfälle auf die B.1.1.7-Mutation habe sich damit auf 23 erhöht. Die Verdachtsfälle müssen allerdings noch endgültig bestätigt werden, was noch einige Zeit in Anspruch nehmen wird.

Update 26. Januar, 20.01 Uhr: Auf welchen Stationen am Klinikum Bayreuth sich die Corona-Mutation womöglich ausgebreitet haben könnte, ist aktuell unklar. Man befinde sich in ständiger Absprache mit dem Gesundheitsministerium und der Regierung von Oberfranken, erklärte Bayreuths Landrat Florian Wiedemann (Freie Wähler) gegenüber dem Bayerischen Rundfunk.

Vorerst müsse man für mindestens sieben Tage an den „drastischen Maßnahmen“ in Bezug auf die Quarantäne der Bediensteten festhalten. Spekulationen über eine Verbreitung der Virus-Variante - auch außerhalb der Klinik - seien „in dieser Situation“ unbedingt zu unterlassen, sagt Thomas Bollinger, Oberarzt und Virologe am Klinikum.

„Auch wenn es in der Öffentlichkeit sehr spektakulär erscheint, ist es für uns Routine. Wir sind professionell genug, um auch mit der Verunsicherung bezüglich der Mutation umzugehen“, beschwichtigt Bollinger.

Corona-Mutation am Klinikum Bayreuth: Person war von einer Reise zurückgekehrt

Ursprungsmeldung:

Bayreuth - Wegen des Verdachts des Ausbruchs einer hochansteckenden Coronavirus-Mutation* hat das Klinikum Bayreuth seine Häuser vorerst geschlossen. Wie das Klinikum am Dienstag mitteilte, werden Patienten nur noch in absoluten Notfällen aufgenommen. Alle geplanten Eingriffe sollen abgesagt und Patienten erst nach zwei negativen Testergebnissen entlassen werden. „Aktuell ist die Lage in dem Bayreuther Großkrankenhaus angespannt, aber unter Kontrolle“, betonte das Klinikum.

Die Mutation B.1.1.7 aus England wurde in Bayreuth erstmals bei einer Person nachgewiesen, die von einer Reise zurückgekehrt war. Daraufhin ließ das Klinikum nach eigenen Angaben 30 Proben untersuchen - in elf Fällen besteht nun tatsächlich der Verdacht einer Mutation, bei zwei Proben ist es noch fraglich. Mit dem abschließenden Ergebnis rechnet das Klinikum aber erst in knapp zwei Wochen.

Aktuell seien 99 der mehr als 3300 Mitarbeitenden des Klinikums positiv auf das Coronavirus* getestet worden. Eine Reihentestung am Wochenende von über 2800 Angestellten habe 18 Fälle ergeben. „Sie alle sind in Quarantäne und nicht im Dienst“, hieß es weiter. Aber auch alle anderen Mitarbeitenden des Klinikums dürfen nur noch ohne öffentliche Verkehrsmittel zur Arbeit kommen und befinden sich ansonsten in Quarantäne.

Corona-Ausbruch in Bayreuther Klinikum: Alle Patienten sollen getestet werden

Das Virus sei auf mehreren Stationen im Klinikum ausgebrochen. Nach und nach sollen alle Patienten auf das Coronavirus* getestet werden. Stand Dienstag wurden laut Klinikum 80 Covid-19-Patienten behandelt, davon elf intensiv.

Die Mutation B.1.1.7 sei im Krankheitsverlauf nicht gefährlicher, wohl aber deutlich ansteckender, teilte das Klinikum mit. Je nach Studie soll die Ansteckungsgefahr um 50 bis 70 Prozent höher liegen. (kam/dpa) *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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