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Lichtblick Seniorenhilfe-Mitrbeiterin Hilde Falter fährt jede Woche Lebenmittelkisten aus.

Projekt in Oberbayern

„Vor Dankbarkeit sehr geweint“: Verein unterstützt Rentner in Corona-Krise - und erhält emotionale Reaktionen

  • Barbara Nazarewska
    vonBarbara Nazarewska
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Arm, krank und einsam: Bedürftige Rentner sind in der Corona-Krise mehr denn je auf Unterstützung angewiesen. Ein Münchner Verein hilft effektiv und unbürokratisch.

Der Verein „Lichtblick Seniorenhilfe“ hat daher ein besonderes Projekt auf die Beine gestellt, um all diesen Menschen die schwere Zeit etwas zu erleichtern. Ein Interview mit Vereinschefin Lydia Staltner

Die Corona-Krise hat den Freistaat fest im Griff – was bedeutet das für Senioren, die arm, krank und auch einsam sind?

Hunger, die Angst vor einer Infektion, aber auch Einsamkeit und Isolation stellen unsere Senioren vor eine Situation, die ihnen über den Kopf wächst. Schon in „normalen“ Zeiten sind der wöchentliche Einkauf und die Besorgung dringend benötigter Medikamente für all diese Menschen ein immenser Kraftakt. Seit dem Start der Corona-Krise stehen unsere Telefone nicht mehr still: Es erreichen uns im Minutentakt Hilferufe von Rentnern in Not, die keinen Ausweg mehr wissen – und dringend auf Unterstützung angewiesen sind.

Corona-Krise: Hilfsprogramm wurde in Rekordgeschwindigkeit realisiert 

Wie versorgt Lichtblick Seniorenhilfe all diese Menschen?

Wir haben in Rekordgeschwindigkeit ein einzigartiges Hilfsprogramm auf die Beine gestellt. Wir helfen mit allem, was ältere Menschen jetzt dringend brauchen: In Zusammenarbeit mit einem Großhandelsunternehmen werden unsere Senioren einmal die Woche mit einer Lebensmittelkiste beliefert. Ein regionaler Fahrdienst bringt die Päckchen direkt an die Wohnungstür – selbstverständlich mit dem vorgeschriebenen Mindestabstand. Zusätzlich erhalten alle bedürftigen Rentner eine finanzielle Soforthilfe in Höhe von 100 Euro

Wie viele Lebensmittelkisten werden denn pro Woche ausgefahren?

Derzeit beliefern wir einmal in der Woche mehr als 1000 Rentner mit Lebensmittelkisten – und täglich kommen rund 50 neue Empfänger dazu. In den Paketen befinden sich Grundnahrungsmittel und Hygieneartikel, dabei achten wir auf abwechslungsreiche Produkte. Mit wöchentlich wechselnden Inhalten stellen wir sicher, dass die Senioren das erhalten, was gerade zur Neige geht. Immer dabei sind frisches Obst und Gemüse, aber auch Eier, Wurst, Käse sowie haltbare Lebensmittel, etwa Nudeln, Reis oder ein Doseneintopf. Auch Hygieneartikel wie Seife, Shampoo oder Toilettenpapier gehören dazu. Rentner, die das Schicksal sehr hart getroffen hat und die besonders einsam und traurig sind in diesen Tagen, haben von einer ehrenamtlichen Mitarbeiterin zusätzlich einen kleinen Blumengruß erhalten. 

Corona-Krise: Rentner reagieren auf Hilfe mit rührenden Dankbotschaften

Wie reagieren Ihre Senioren auf all das?

Uns erreichen täglich herzzerreißende Nachrichten! Dürfte ich kurz aus einem Dankesbrief zitieren, der uns kürzlich erreicht hat? Das sagt dann eigentlich alles ... 

Selbstverständlich!

Also: „Vor einer halben Stunde haben wir das Paket erhalten. Vor Freude und Dankbarkeit hat meine Frau erneut sehr geweint. Wir beide sind sehr gerührt über diese Hilfeleistung. Wir fragen uns, ob wir dies verdient haben? Solch eine humane Unterstützung habe ich noch nie erfahren – allerdings war ich früher nicht hilfebedürftig. Die Lebensmittel und Hygieneartikel helfen uns sehr, über unsere Engpässe hinwegzukommen. Einige Lebensmittel können wir uns schon länger nicht mehr leisten. Jetzt geht es uns besser! Unseren aufrichtigen Dank allen, die dies möglich machen! Wir schließen jeden von Ihnen in unser Gebet ein. Bleiben Sie alle gesund, munter und guter Dinge!“

Das ist wirklich sehr berührend. Was planen Sie noch in der Corona-Krise? 

Langfristig wollen wir unser Hilfsprojekt natürlich erweitern. Um bedürftige Senioren zu versorgen, suchen wir derzeit Verstärkung für unser Pilotprojekt in Bayern. Mit einem Formular auf unserer Internetseite (www.seniorenhilfe-lichtblick.de/corona-hilfe) wollen wir bedürftige Rentner und ehrenamtliche Helfer vernetzen. Die Ehrenamtlichen könnten den Einkaufsdienst oder kleine Erledigungen für die Hilfsbedürftigen übernehmen. Die gesammelten Erfahrungen des Pilotprojektes wollen wir zu einem späteren Zeitpunkt für andere Städte und Regionen nutzen – und Projekte wie Einkaufshilfe und Lebensmittelkiste für unsere bedürftigen Senioren auch überregional anschieben.

Coronavirus in Oberbayern: Versteckte Armut ist ein großes Thema 

Spielen die Tafeln dabei auch eine Rolle?

Wir haben bereits die Tafeln kontaktiert; viele von ihnen können derzeit bedürftige Rentner nicht unterstützen. Deshalb wollen wir gemeinsam eine Lösung finden. Zudem haben wir die vielen Menschen im Fokus, die alt und arm sind, aber keinen Berechtigungsschein für die Tafel besitzen – die versteckte Armut ist ein ganz großes Thema! Mit unserer Öffentlichkeitsarbeit bemühen wir uns, auch diese Menschen zu erreichen – damit sie wissen: Sie brauchen sich nicht zu schämen, es gibt einen Lichtblick, der für Sie da ist.

Was passiert, wenn sich die Situation für die Älteren – die ja zur Risikogruppe in der Corona-Krise gehören – zuspitzt?

Wir alle erleben gerade eine Ausnahmesituation. Wir haben keine Zeit, darüber nachzudenken, wann unsere Kapazitäten erschöpft sind – wir müssen handeln. Wir haben erkannt: Jetzt ist unsere Hilfe wichtiger denn je! Damit wir als gemeinnütziger Verein überhaupt helfen können, sind wir in diesen Krisenzeiten einmal mehr dringend auf Spenden angewiesen. Aus diesem Grund haben wir ein Extra-Konto für unsere Corona-Hilfsprojekte eingerichtet. Liebe Leserinnen und Leser, wir bitten Sie: Helfen Sie uns mit Spenden! Denn Helfen macht uns alle glücklich.

Interview: Barbara Nazarewska

Coronavirus: So können Sie für den „Lichtblick Seniorenhilfe“ spenden

Der Verein Lichtblick Seniorenhilfe unterstützt in Oberbayern Rentner in Not. In der Corona-Krise hat er ein einzigartiges Hilfsprogramm auf die Beine gestellt: In Zusammenarbeit mit einem Großhandelsunternehmen beliefert er bedürftige ältere Menschen einmal pro Woche mit einer Lebensmittelkiste.

Damit der gemeinnützige Verein überhaupt helfen kann, ist er in diesen schweren Zeiten einmal mehr dringend auf Spenden angewiesen. Dafür hat er auch eigens ein Extra-Konto für sein Corona-Hilfsprojekt eingerichtet. Wenn auch Sie helfen wollen, liebe Leserinnen und Leser, überweisen Sie bitte Ihre Spende unter dem Stichwort „Corona-Hilfe“: 

Stadtsparkasse München

IBAN: DE40 7015 0000 1005 9735

48 BIC: SSKMDEMM

*Merkur.de und tz.de sind Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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