CSU contra Wolf

Bad Tölz/Traunstein – Zwei CSU-Abgeordnete machen Stimmung gegen den Wolf. Die bayerische Almwirtschaft sei „massiv gefährdet“, sagen Martin Bachhuber und Klaus Steiner.

Die Ansiedlung von Großen Beutegreifern wie Wolf und Bär sei im bayerischen Alpenraum „schlichtweg nicht mehr artgerecht möglich“, erklärten Martin Bachhuber aus Bad Tölz und Klaus Steiner aus Traunstein. „Wenn wir Wolfrudel ansiedeln, ist die bayerische Alm- und Alpwirtschaft massiv gefährdet.“ Zuvor hatten sie mit dem Almwirtschaftlichen Verein sowie mit Umweltminister Marcel Huber gesprochen.

Huber selbst schweigt gegenüber der Öffentlichkeit seit Tagen zum Wolf, mehrere Anfragen unserer Zeitung versandeten in der Pressestelle. Anders dagegen die beiden Abgeordneten, die mit Huber sprachen und nun zu einer etwas umständlichen Erklärung ansetzen: „Realität ist, dass der bayerische Alpenraum ein intensiv genutzter Wirtschafts-, Freizeit- und Erholungsraum ist, der von zahlreichen Verkehrsachsen, Autobahnen, Bundes- und Staatsstraßen durchzogen ist“, heißt es in ihrer Erklärung. Mittendrin sei auch noch die Almwirtschaft, „die wir unbedingt funktionsfähig erhalten müssen“. Dadurch seien die Lebensräume für Bär und Wolf „nicht nur massiv eingeschränkt“; vielmehr sei das Leben dieser Wildarten in den bayerischen Alpen schlicht unmöglich. „Allein die umfassende Freizeitnutzung“ werde diese Tiere permanent in Unruhe versetzen. Diese Entwicklung „möge man bedauern“, fügen Bachhuber und Steiner an. Aber sie sei mal eben Realität.

Außerdem stellen sich die Abgeordneten schützend vor die Almwirtschaft. Auf Almen mit Schafen sei das Konzept des Bund Naturschutz mit mobilen Zäunen und Hirtenhunden unrentabel.

Auch der immerhin vom Umweltministerium verfolgte Weg, bei dem Riss eines Schafes dem Landwirt Entschädigung anzubieten, verurteilen die Abgeordneten. „Kein Landwirt akzeptiert diesen Vorschlag“, behaupten sie. „Letztlich könnte man die Almbewirtschaftung dann gleich gegen Zahlungen an die Landwirte einstellen.“ 

dw

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