CSU will Sperrstunde auf 3 Uhr festlegen

München - Die CSU startet einen Anlauf, die Sperrstunde in Bayern wieder einzuführen. Er plädiere für eine landesweite Sperrstunde von 3 Uhr morgens, auf Vereinsfesten und in Zelten von 2 Uhr morgens, sagte Sozial-Staatssekretär Markus Sackmann dem Münchner Merkur.

In Bayern hat sich die Zahl der Delikte unter Alkoholeinfluss im zurückliegenden Jahrzehnt verdoppelt. Vor allem Heranwachsende sind betroffen. Die Staatsregierung entwickelt Gegenkonzepte: ein nächtliches Verkaufsverbot an Tankstellen, die Wiedereinführung der Sperrstunde. Der für Jugendschutz zuständige Sozial-Staatssekretär Markus Sackmann (CSU) legt einen konkreten Vorschlag dazu vor.

Schon mal eine Nacht durchgefeiert, Herr Staatssekretär?

Markus Sackmann: Zuletzt am Rosenmontag, ja.

Warum will die Staatsregierung die Partygänger nun früher ins Bett schicken?

Sozial-Staatssekretär Markus Sackmann

Markus Sackmann: Wir wollen niemandem den Spaß verderben. Aber es gibt gefährliche Entwicklungen. Der nächtliche Alkoholmissbrauch hat stark zugenommen, die Polizei berichtet von deutlich mehr Unfällen in den frühen Morgenstunden. Ich höre von den Rettungsdiensten, dass an Wochenenden ab Mitternacht die Einsätze drastisch zunehmen, bei denen Opfer von Schlägereien versorgt werden müssen. Das kann’s nicht sein. Die Städte und Gemeinden bitten uns deswegen, doch wieder eine landesweite Regelung zu finden, insbesondere auch bei mir vor Ort in der Oberpfalz.

Die Rückkehr der Sperrstunde?

Markus Sackmann: Ich halte das für notwendig, auch aus Gründen des Jugendschutzes. Der Gemeindetag hat eine Sperrstunde von zwei Uhr morgens ins Gespräch gebracht. Mein Vorschlag wäre, die Sperrstunde landesweit bei Vereinsfesten und Zelten auf 2 Uhr, sonst auf 3 Uhr morgens festzulegen.

Immer und überall?

Markus Sackmann: Die Kommunen sollen im Einzelfall frei über Ausnahmen entscheiden dürfen. So war es in Bayern in der Vergangenheit, diese Regelung wird wieder angestrebt.

Die Kommunen könnten sich auch jetzt schon auf Sperrzeiten einigen. Haben Sie nicht die Sorge, dass Ihnen die Bürgermeister beim Partyvolk einfach den schwarzen Peter zuschieben wollen?

Markus Sackmann: Nein. Meine Sorge ist: Ohne landesweite Regelung würden sich die Kommunen auf keine prinzipiell einheitliche Sperrstunde einigen. Genau das ist aber nötig, um den Disco-Tourismus, die gefährlichen nächtlichen Fahrten von einem Lokal zum nächsten, einzudämmen. Wir werden es nicht ganz verhindern können, vor allem im ländlichen Raum. Aber ich sehe hier auch eine Fürsorgepflicht des Staates.

Interview: Christian Deutschländer

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