Eis auf dem Dach: Hausmeister stürzt acht Meter in die Tiefe

Nürnberg - Schwere Verletzungen hat sich ein Hausmeister zugezogen, nachdem er von einem Dach acht Meter in die Tiefe gestürzt war. Er wollte Eis aus einer Dachrinne entfernen und verlor dabei den Halt.

Sein Einsatz für eine eisfreie Dachrinne ist am Montag dem Hausmeister eines Mehrfamilienhauses in Nürnberg zum Verhängnis geworden. Als der 48-Jährige zu diesem Zweck auf das Dach stieg, rutschte er von einer ein Meter breiten Schräge ab und stürzte acht Meter in die Tiefe. Retter bargen den schwer verletzten Mann in einem asphaltierten Hinterhof des Wohnhauses und brachten ihn in eine Klinik. Der Mann war von dem obersten Geschoss des Hauses aus auf das Ziegeldach geklettert und hatte dann von einer schmalen Schräge aus versucht, die mit Eisbrocken verstopfte Dachrinne frei zu klopfen, damit das Schmelzwassers besser abfließen kann.

Feuerwehr-Großeinsatz nach Tauwetter

Das plötzlich einsetzende Tauwetter hatte zudem für einen Großeinsatz der Nürnberger Feuerwehr gesorgt. Insgesamt hätten die Helfer bis zum späten Sonntagabend 110 Mal ausrücken müssen, um Hausdächer von gefährlichen Eiszapfen und schweren Eisplatten zu befreien, berichtete die Nürnberger Berufsfeuerwehr.

Nach Angaben der Feuerwehr hatten mehrfach undicht gewordene Dächer abgedichtet und Wasser aus Dachwohnungen abgesaugt werden müssen. Das größte Problem sei gewesen, dass vielerorts große Mengen Tauwasser wegen zugefrorener Abflüsse von Dächern nicht ablaufen konnten. Dadurch seien in einigen Dachwohnungen erhebliche Wasserschäden entstanden.

Ein Wohnhaus habe vorübergehend geräumt werden müssen, weil Feuerwehrleute wegen der Eis- und Wasserlast das Einstürzen des Dachstuhls befürchtet hätten, sagte ein Feuerwehrsprecher. Die Bewohner wurden für rund zwei Stunden in einem Bus von Helfern des Bayerischen Roten Kreuzes betreut. Herbeigerufene Statiker gaben aber schließlich Entwarnung.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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