Dämpfer für den Freistaat

Tourismus: Verliert Bayern seinen Spitzenplatz?

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München – Bayern droht beim Tourismus der Verlust des Spitzenplatzes in Deutschland. Im vergangenen Jahr machten nach einer Umfrage mehr deutsche Gäste an der Ostseeküste als im Freistaat Urlaub.

Ein Grund sind das Preisniveau und die Investitionen in Hotels, geht aus der „Tourismusanalyse 2015“ der Stiftung für Zukunftsfragen des Konzerns British American Tobacco hervor. An der Ostsee stiegen die Gästezahlen, in Bayern sinken sie deutlich.

Insgesamt machten 37 Prozent der Bundesbürger Urlaub im Inland: 8,1 Prozent an der Ostsee (Vorjahr: 7,7), 7,1 Prozent in Bayern (8,3). Spanien blieb beliebtestes Urlaubsziel im Ausland. Von 100 Reisenden zog es 14 dorthin, vor Italien und der Türkei (je 7). Abschließende Daten sind das allerdings nicht. Für die repräsentative Tourismusanalyse 2015 befragte die Stiftung gut 4000 Bundesbürger ab 14 Jahren.

In der Politik werden die Zahlen mit Vorsicht aufgenommen. Wichtiger seien statistische Daten, sagt die Tourismus-Sprecherin der Unionsfraktion im Bundestag, Daniela Ludwig (CSU). Sie mahnt aber ein einheitlicheres Marketing an, Vorbild Südtirol. „Das muss in Bayern deutlich besser werden, ist noch zu kleinteilig, zu sehr an den Kirchtürmen orientiert.“ Man müsse „nicht sofort nervös werden“, sagt der Grünen-Landtagsabgeordnete Ulrich Leiner. Die Zahlen hätten auch mit der wetterbedingt schlechten Sommersaison zu tun. Grundsätzlich solle Bayern seine Tourismus-Strategie aber überdenken, „hin zu mehr Qualität und mehr naturnahem Tourismus“.

Bei der Zahl der Übernachtungen scheint Bayern indes vorne zu liegen. Die Bayern Tourismus Marketing GmbH verweist auf die amtliche Statistik, die bis November 2014 knapp 80 Millionen Übernachtungen im Freistaat ausweist, für Mecklenburg-Vorpommern (ein Teilbereich der Ostseeküste) nur 27,6 Millionen. Im Wirtschaftsministerium heißt es, der Tourismus sei stabil, es gebe nur „gewisse kleinere Abschwächungen in traditionellen bayerischen Gebieten“, andernorts aber, etwa im Tölzer Land, sogar Zuwächse.  

Rubriklistenbild: © Tourismusamt München-dpa-tz

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