Kofi Annan ist gestorben

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Letzte Vorbereitungen: Ab Dienstag hat das Luther-Labyrinth von Uli Ernst in Utting geöffnet.

Ums Verirren geht‘s hier gar nicht mehr

Darum sieht das Mais-Labyrinth in Utting jetzt aus wie Luther

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Ein Lutherkopf aus Stroh, Hanf und Sonnenblumen: Heute eröffnet die Familie Ernst in Utting ihr neues Labyrinth. Seit 19 Jahren bekommt das Feld am Ammersee jeden Sommer ein neues Motiv. 

Utting – Zielsicher steuert Uli Ernst durch die engen Pfade in seinem Feld am Ammersee. Bis zu drei Meter sind die Hanfpflanzen rechts und links von ihm bereits hoch, jeden Tag werden es zehn Zentimeter mehr. Aber der Bio-Bauer weiß genau wo er hin will. Zum hölzernen Kirchturm, an dem gleich noch die Glocke aufgehängt werden soll. Noch einmal links, vorbei an blühenden Sonnenblumen und violett leuchtenden Malvenpflanzen, dann wieder scharf rechts. „Ich kenn’ hier jede Pflanze persönlich“, sagt der 45-Jährige. Und jeden Schleichweg in seinem Labyrinth sowieso.

Seit 19 Jahren wird das Feld der Familie Ernst in Utting am Ammersee jeden Sommer zur Spielwiese für Groß und Klein. Ab heute ist es wieder so weit. In diesem Jahr dürfen die Besucher auf 18 000 Quadratmetern ein Labyrinth erkunden, das von oben ein Porträt von Martin Luther ergibt – zur Erinnerung an 500 Jahre Reformation.

Letzte Vorbereitungen: Ab Dienstag hat das Luther-Labyrinth von Uli Ernst in Utting geöffnet.

„Luther hat sich in einer Kampfabstimmungen gegen die Wikinger durchgesetzt“, sagt Uli Ernst mit einem Lächeln. Der Reformator ist in diesem Jahr einfach zu präsent, als dass die Irrwege an ihm vorbeigeführt hätten. In den vergangenen Jahren hatte die Familie schon Asterix und Obelix, das Planetensystem oder Albert Einstein in ihr Feld gearbeitet. Nun also Luther, die Wikinger müssen warten.

Seit Weihnachten laufen die Vorbereitungen. Die Wege, die Luthers Kopfbild ergeben, hat die Familie Ernst mit ihrem 15-köpfigen Team per GPS vermessen und mit Stroh ausgelegt. Das Pflanzendickicht ergeben THC-freie Hanfpflanzen, Sonnenblumen, Malven, Mais und allerlei andere Gewächse. Bis Ende September bleibt das Labyrinth geöffnet, danach werden die Pflanzen abgeerntet und als Silage an die Rinder am heimischen Bio-Hof verfüttert.

Die Lutherrose wird im Labyrinth gehisst.

Bis dahin soll das Labyrinth zum Abenteuerspielplatz für Jung und Alt werden. Kinder können die verwinkelten Wege erkunden und an verschiedenen Stationen Stempel sammeln – und lernen so spielerisch etwas über das Leben des Kirchenmannes. Für die Erwachsenen hat sich Corinne Ernst über Monate in Luthers Leben eingelesen und bietet allein auf dem großen Biografie-Brett Unmengen an Informationen – einen Meter pro Lebensjahr des Reformators. Bei einem Rollenspiel mit historischen Figuren aus Luthers Umfeld lernen sich die Besucher außerdem zwangsläufig untereinander kennen.

Allein ums Verirren geht es bei den Labyrinthen der Familie Ernst schon lange nicht mehr. „Es soll ein Erlebnis sein“, sagt Uli Ernst. Mit dem aufwendigen Rahmenprogramm will die Familie die vielen Stammgäste, die sie hat, in jedem Jahr wieder aufs neue nach Utting locken. „Innovation ist das Zauberwort“, sagt Uli Ernst. Und so stehen am ersten Tag in der Regel die Uttinger selbst vor den Toren – damit sie die Anfragen der Bekannten beantworten können, wie das Labyrinth denn in diesem Jahr geworden ist.

Am Holztor gibt es noch Arbeit für Corinne Ernst.

Und trotz aller verwinkelten Irrpfade: Hinausgefunden hat noch jeder aus dem Labyrinth. „Zumindest haben wir beim Pflügen im Herbst noch nie einen gefunden“, sagt Uli Ernst und lacht.

Das Luther Labyrinth befindet sich am Freizeitgelände Fahrmannsbachstraße in 86919 Utting. Es hat ab heute um 15 Uhr bis zum 24. September täglich geöffnet. Während der Schulzeit von 14 bis 20 Uhr, im September bis 18 Uhr und während der Sommerferien und an Wochenenden bereits ab 10 Uhr. Eintritt: Kinder unter 6 Jahren frei. Von 6 bis 11 Jahren 5 Euro. Von 12 bis 17 Jahren 5,50 Euro. Erwachsene 6 Euro. Alle Infos unter: www.exornamentis.de.

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