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Passend zum Jubiläum 500 Jahre Reformation: das riesige Luther-Portrait in Utting.

Spannendes Projekt am Ammersee

Darum zeigt dieses Maisfeld ein Porträt von Martin Luther

Sich in Martin Luthers Kopf verirren - das können Besucher des Maislabyrinths am Ammersee. Wir haben mit der Familie gesprochen, die das Projekt betreibt. 

Utting - Smaragdgrün funkelt der Ammersee im Sommerlicht. Ein grünes Feld an seinem Westufer aber ist unterbrochen von hellen Linien, wie die Vogelperspektive zeigt: Hier prangt ein riesiges Porträt von Reformator Martin Luther! Jedes Jahr, seit 1999, erschafft die Landwirtsfamilie Ernst aus Utting auf dem 14.000- Quadratmeter-Maisfeld ein Labyrinth mit spektakulären Motiven – eine Sehenswürdigkeit für Tausende Ausflügler. Wir sprachen mit Corinne Ernst (43):

Wie viel Arbeit steckt hinter diesem Projekt?

Corinne Ernst: Es ist eine Wissenschaft für sich! Es geht los im März: Dann säen wir Samen von Hanf, Sonnenblumen, Mais, Raps und Malve aus. Dann kommt eine Gruppe angehender Vermessungsingenieure der Uni München. Die Studenten übertragen unsere Skizze auf den Computer und malen das Bild – ähnlich wie Linien auf einem Fußballfeld – auf den Acker. Wenn die Pflanzen sprießen, mähen wir entlang der Linien und legen dort am Ende Stroh aus, damit es auf dem Luftbild schön goldgelb leuchtet.

Aufgaben, Stempel, Überraschungen - das erwartet die Besucher

Wie hoch wächst das Labyrinth?

Ernst: Wir sind jetzt gerade in der Super-Wachstumsphase. Momentan ist das Feld noch im Schnitt 1,50 Meter hoch, es werden aber teils über vier Meter. Ein richtiger Dschungel!

Dienstag nächste Woche ist Eröffnung, bis 24. September ist täglich geöffnet. Was erwartet die Gäste?

Ernst: Sie können heuer alles Mögliche zum Thema Martin Luther erleben. Man bekommt zu Beginn einen Spielplan mit verteilten Rollen. Jeder kann (nur wenn er mag, natürlich) Aufgaben erledigen und Stempel sammeln. Am Ende gibt es eine kleine Überraschung.

Darum ist die Motivwahl so wichtig

Wie wurden Sie und Ihr Mann vor 19 Jahren zu Labyrinth-Bauern?

Ernst: Wir hatten das in Holland gesehen und beschlossen: Das machen wir auch, aber noch besser. Wir fingen dann mit einfachen Ornamenten an, seitdem verfeinern wir die Motive jedes Jahr weiter. Immer an Weihnachten beginnen wir mit den Überlegungen zum neuen Motiv. Es ist schwer, ein passendes zu finden…

Warum?

Ernst: Es dürfen nicht zu feine und nicht zu grobe Linien sein, damit man noch gut durchlaufen kann und nicht zwischen die Linien trampelt. Und: Es muss im Luftbild phantastisch ausschauen!

Ist es nicht traurig, wenn im September alles wieder abgemäht wird?

Ernst: Einerseits ja, andererseits passt es ja einfach zum Lauf der Natur. Die Pflanzen sind reif und bereit zum Mähen. Über den Winter dürfen unsere Kühe dann den Mais fressen. 

Interview: Andrea Stinglwagner

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