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Manche Regionen sind stark verschuldet, während andere Landkreise kaum Schulden haben.

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Diese bayerischen Regionen haben die höchsten Schulden

München - Während einige bayerische Regionen von der Schuldenlast beinahe erdrückt werden, bleiben andere fast schuldenfrei. Hier erfahren Sie, wie hoch Ihr Landkreis belastet ist.

Schulden - in den letzten Jahren sind sie in aller Munde. Die griechischen Defizite sind ebenso im Zentrum der öffentlichen Debatte wie die deutsche „schwarze Null“. Doch wie steht es eigentlich um die eigene Heimat? Wir haben die Verschuldung der bayerischen Landkreise und kreisfreien Städte betrachtet - und festgestellt: Von praktisch keinen Schulden bis 2931 Euro pro Kopf sind die Unterschiede der Verschuldung beträchtlich.

Insgesamt gilt jedoch: „In Bayern ist die Situation relativ gut“, sagt Dr. Jens Boysen-Hogrefe, der am Institut für Weltwirtschaft in Kiel unter anderem zu öffentlichen Finanzen forscht. Dies bestätigt auch ein Blick in den Kommunalen Finanzreport der Bertelsmann Stiftung: Während die Lage in Nordrhein-Westfalen, Hessen, Rheinland-Pfalz und im Saarland kritisch ist, sind die durchschnittlichen Schulden der bayerischen Gemeinden, Städte und Landkreise gering.

In manchen Landkreisen sieht das aber auch anders aus: So ist die Pro-Kopf-Verschuldung in Passau mit 2931 Euro sehr hoch. Auch der Landkreis Wunsiedel und die Stadt Nürnberg stehen in der Statistik der kommunalen Verschuldung ganz oben. Dagegen hatte Schweinfurt nur sehr wenige Schulden - durchschnittlich circa 76 Euro pro Kopf. 

Bei den einzelnen Kommunen hatten 2015 die Gemeinden Wunsiedel, Bidingen un Schirnding die höchsten Schulden. In Wunsiedel lag der Stand 2015 beispielsweise bei 5360 Euro pro Einwohner. Andere Kommunen, wie zum Beispiel Neuenmarkt, sind dagegen fast schuldenfrei. Wie lassen sich diese eklatanten Unterschiede zwischen den einzelnen Landkreisen und Kommunen erklären?

Zauberformel gegen Schulden: Hohe Steuereinnahmen, geringe Sozialausgaben

Strukturelle Faktoren sind durchaus eine wichtige Einflussgröße, wie der Schulden-Experte Boysen-Hogrefe im Gespräch mit unserer Onlineredaktion erläutert. So beeinflusse laut Boysen-Hogrefe vor allem der Sozialetat die Verschuldung einer Kommune. Die Arbeitslosen-Grundsicherung muss nämlich von den Kommunen getragen werden. Je mehr Hartz-IV-Empfänger in einer Gemeinde leben, desto stärker wird die Haushaltskasse belastet. Deshalb haben auch die Regionen, in denen der Strukturwandel noch im Gange ist, vergleichsweise große Probleme. Der Verschuldung entgegenwirken können dagegen hohe Steuereinnahmen. Wenn beispielsweise viele Gewerbetreibende in der Gemeinde angesiedelt sind, spülen die Gewerbesteuern Geld in die Kassen der Kommunen. So sorgen die erfolgreichen Unternehmen in Unterföhring dafür, dass die Gemeinde Rekordhaushalte verzeichnet. Die Zauberformel für einen geringen Schuldenstand lautet also: hohe Steuereinnahmen und geringe Sozialausgaben.

Doch in Bezug auf den Umgang mit Geld gilt laut Boysen-Hogrefe auch: „Handelnde Politiker sind mal mehr, mal weniger verantwortungsvoll.“ Es existiere stets die Verlockung, kurzfristig Projekte auf Pump zu finanzieren. So können Schulden - zumindest teilweise - auch selbstverschuldet sein. 

Verschuldung hat weitreichende Folgen für die Bevölkerung

Wer aber einmal in der Schuldenfalle gefangen ist, kommt so leicht nicht mehr hinaus. Da die hochverschuldeten Kommunen vom Land gehalten werden, nicht noch mehr Geld auszugeben, können sie kaum Investitionen tätigen. Deshalb leidet häufig die kommunale Infrastruktur - und damit die Einwohner: Straßen und Schulen sind vergleichsweise schlecht, auch die Verwaltung kann laut Boysen-Hogrefe nicht mehr so effizient arbeiten. Die Kommunen könnten zwar als Gegenmaßnahme beispielsweise die Gewerbe- und Grundsteuer erhöhen, um die Einnahmen zu steigern. Doch ab einem bestimmten Level führt das zu einer Abwanderung von Unternehmen und Einwohner. 

Abhilfe schafft, zumindest teilweise, der kommunale Finanzausgleich. Durch diesen soll Geld von den finanzstarken Gemeinden zu den finanzschwachen Kommunen transferiert werden. Boysen-Hogrefe glaubt, dass der kommunale Finanzausgleich den Schuldenstand der Gemeinden positiv beeinflussen könnte. Allerdings sei stets fraglich, wie viel Geld man aus den „reichen“ Kommunen abzweigen kann, ohne Schaden anzurichten. Es existiere die Gefahr, dass schlechtes Verhalten in den verschuldeten Gemeinden belohnt werde. Deshalb stellt der Schulden-Experte klar: „Zuerst muss man dazu bereit sein, gut zu wirtschaften.“

Sophia Baumann

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