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Das Museum hat seine Pforten geöffnet

Dauerausstellung über die Wittelsbacher

Hohenschwangau – Früher wohnten hier die Jagdgäste der königlichen Familie. Seit heute sind im ehemaligen Grandhotel „Alpenrose“ in Hohenschwangau die Wittelsbacher zu Hause – sämtliche Wittelsbacher. Das beeindruckende „Museum der Bayerischen Könige“ hat seine Pforten geöffnet.

Sie müssen noch saugen, putzen, nass aufwischen, die Fahne draußen hängt auch noch nicht, und im Museumsshop klebt noch die Abdeckfolie. So sieht es aus, hier im „Museum der Bayerischen Könige“ in Hohenschwangau zu Füßen von Schloss Neuschwanstein. Überall fleißige Betriebsamkeit.
So sieht es hier aus, ein paar Stunden vor dem feierlichen Festakt mit Seiner Königlichen Hoheit Herzog von Bayern, Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch, Wirtschaftsminister Martin Zeil und ein paar Dutzend Honoratioren von Nah und Fern. Die Eröffnung des Museums ist ein Ereignis, alles soll schön sein, perfekt. Kein Stäubchen soll auf den Bilder der Bayerischen Könige und den 160 kostbaren Originalexponaten liegen.
Der Wittelsbacher Ausgleichsfonds hat eine zweistellige Millionensumme Euro in das ehemalige Grandhotel Alpenrose direkt am Alpsee gesteckt. Sie haben das marode Gebäude saniert, restauriert, aufgehübscht. Das Dach des Hauses ist sowohl vom Schloss Neuschwanstein als auch vom Schloss Hohenschwangau zu sehen. Seine schimmernde Dachfläche aus Aluminiumschindeln soll die Visitenkarten und das Markenzeichen des Gebäudes werden.
Das Museum ist ab heute für jedermann geöffnet. Für 8,50 Euro Eintritt erwartet den Besucher eine eindrucksvolle Wittelsbacher-Show auf 1000 Quadratmetern. Man kann gut und gerne eine Stunde in dem Museum verbringen, auch länger. Neben Gemälden, Spielzeug-Soldaten der Prinzen Ludwig und Otto aus dem Jahr 1850, dem prunkvollen blauen Mantel von Ludwig II., einem Bild von Herzog Franz von Bayern mit seinem Dackel Wasti, königlichen Briefbeschwerern und Tintenfässern bietet das Museum alle paar Meter interaktive Station.
So kann man sich sämtliche Bauwerke der bayerischen Könige auf einer Karte anzeigen lassen oder in Interviews mit noch lebenden Wittelsbachern reinhören. Ein meterlanger Stammbaum vor einem Panoramafenster gibt knackige Kurzinformationen zu allen wichtigen Wittelsbachern. Über Ludwig II. heißt es zum Beispiel: „Im Gegensatz zu seinem Selbstverständnis als König verringerte sich sein tatsächlicher Einflussbereich beträchtlich, vor allem seit Bayern 1871 Teil des deutschen Kaiserreichs geworden war.“ Klar: Es geht hier in dem Museum um die bayerischen Könige, Personenkult ist nahezu unvermeidbar. „Aber es ist nicht der Auftrag ergangen, eine Heiligengeschichte der Wittelsbacher zu machen“, erklärt Professor Hermann Rumschöttel, der dem Kuratorium des Museums vorsteht.
Vielmehr ist ein kurzweiliges, modernes Museum in Traumlage entstanden, das – ganz klar – den Standort Hohenschwangau stärken soll. „Als touristischer Zielort kann man die Zukunft auch verpassen“, erklärt Peter Scherkamp, der Generaldirektor des Ausgleichsfonds. Hohenschwangau solle „eine Visitenkarte für Bayern und Deutschland sein. Das war es in der Vergangenheit nicht immer.“
Alle Informationen stehen auch auf Englisch an den Schautafel – man will mit dem Museum bewusst auch Touristen ansprechen, die nicht mehr über die bayerischen Könige wissen, als dass es da mal einen Märchenkönig mit Bau-Tick gab.
„Ich begrüße sehr, dass die Geschichte unseres Hauses seit den Anfängen im Jahr 1180 bis in die Gegenwart erzählt wird“, erklärte Seine Königliche Hoheit Herzog Franz. Das Museum steht nun offen, fertig geputzt ist inzwischen auch – jetzt sind es die Besucher, die über den Erfolg des Millionenprojekts entscheiden.

Stefan Sessler

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