Sepp Daxenberger trauert um seine Frau

Traunstein - Gertraud Daxenberger, die Ehefrau des früheren Grünen-Fraktionschefs Sepp Daxenberger, ist tot. Die 49-Jährige starb an einem Krebsleiden. Auch ihr Mann kämpft seit Jahren gegen eine Krebserkrankung.

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Ehefrau von Sepp Daxenberger gestorben

Erst am 9. Juni war Sepp Daxenberger, der Vorzeige-Politiker der bayerischen Grünen, vom Fraktionsvorsitz zurückgetreten. „Ich brauche die Restenergie für die Familie“, hatte er vor Journalisten im Landtag erklärt, als er seinen Abschied nahm. Und er wolle sich verstärkt seiner krebskranken Frau widmen. Dafür blieben dem Paar gerade einmal zwei Monate. „Wir sind sehr traurig und betroffen“, sagte die parlamentarische Geschäftsführerin der Grünen-Fraktion, Ulrike Gote, gegenüber unserer Zeitung. Angesichts des tragischen Schicksals, das die Familie getroffen habe, „kann man nur wünschen, dass sie trotzdem die Kraft haben, nach vorne zu schauen“.

Die Gedanken der Parteifreunde seien bei Sepp Daxenberger und seinen Söhnen. Auch Sepp Daxenberger leidet seit Jahren an einer tückischen Krebserkrankung. Einst war der Politiker aus Waging am See (Kreis Traunstein), der 1996 als erster grüner Bürgermeister in Bayern Schlagzeilen gemacht hatte, ein Bär von einem Mann, ein kraftstrotzendes bayerisches Mannsbild. Tief im Stammland der CSU hatte er den Christsozialen einen Bürgermeister-Posten abgerungen. Der Bauernsohn, der 1980 in die Partei der Grünen eingetreten war, entwickelte sich zu einem der beliebtesten Politiker des Freistaats. Bis 2008 blieb er Bürgermeister in seinem Heimatort. Parallel dazu war er schon 2002 bis 2008 Landesvorsitzender der Grünen.

Dann zog er zum zweiten Mal als Abgeordneter in den Landtag ein und wurde Fraktionschef. Seit 2003 aber hat ihn eine bösartige Erkrankung des Knochenmarks, ein unheilbares Plasmazytom, in ihren Fängen. Immer wieder kämpft sich der Grünen-Politiker zurück. Seit vergangenem Herbst scheint sich dann alles gegen die Daxenbergers zu verschwören. Im November 2009 hatte sich der Grünen-Politiker einer „sehr komplizierten und schmerzhaften Therapie“ unterzogen. Doch die Krebswerte stiegen wieder. Und dann wurden bei seiner 49-jährigen Frau, die im Januar 2009 an Brustkrebs erkrankt war, im Januar 2010 Metastasen festgestellt.

Der Politiker selber musste wegen einer Behandlung im Krankenhaus eine zweimonatige Zwangspause einlegen. Im Juni dann folgte der klare Entschluss, sich ganz seiner Familie zu widmen. „Leider muss ich feststellen, dass ich derzeit nicht die Energie und die Kraft habe, die notwendig wäre, um weiter meine Arbeit im Fraktionsvorstand zu leisten“, sagte er damals. Und gelangte zu der Entscheidung: „Politik ist nicht mehr das Wichtigste.“ Er brauche seine Kraft für den Kampf gegen die Krankheit und für seine Familie. Seine Parteifreunde hatten Tränen in den Augen, als Sepp Daxenberger Abschied nahm. Gegenüber der tz hatte Gertraud damals noch tapfer gesagt: „Mir geht’s ganz gut.“

Nach Medienberichten hatte sich der 48-Jährige in der vergangenen Woche von einem Münchner Krankenhaus nach Traunstein verlegen lassen, um bei seiner Frau zu sein. Gertraud Daxenberger starb am vergangenen Sonntag. Morgen müssen Sepp Daxenberger und seine drei Söhne im Alter von 12, 17 und 19 Jahren Abschied nehmen von der tapferen Frau und Mutter. Die Beerdigung findet um 14 Uhr in Waging am See statt. „Der Sepp ist ein Kämpfer“, sagt Ulrike Gote über den Parteifreund. Die Gedanken der Grünen sind bei ihrem früheren Partei- und Fraktionschef und seinen Kindern.

mm

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