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Bahnstreik in Bayern geht weiter - erschreckende Bilanz nach erstem Tag

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Von: Tanja Kipke

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Bahnreisende brauchen momentan starke Nerven. Wegen eines deutschlandweiten Streiks der GDL fallen viele Züge aus. Am zweiten Protest-Tag gilt weiter ein Ersatzfahrplan.

Update vom 12. August, 8.33 Uhr: Es kam wie befürchtet: Der Bahnstreik der Lokführergewerkschaft GDL hat
in Bayern erneut für zahlreiche Zugausfälle gesorgt. Bis vorerst Freitag, 13. August, soll die Protestaktion anhalten. Am Donnerstagmorgen, 12. August, bestätigte ein Bahnsprecher, dass weiter ein Ersatzfahrplan gilt.

Bahnstreik in Bayern: Konkurrenten der Deutschen Bahn streiken nicht

Im Fernverkehr fuhren am Vortag bundesweit nur rund 25 Prozent der Züge, im Regionalverkehr etwa 40 Prozent. Dieses Niveau sei auch für Donnerstag geplant.

Auslöser für den Streik: Die Gewerkschaft kämpft um mehr Geld und bessere Arbeitsbedingungen für ihre Mitglieder. Nicht bestreikt werden Konkurrenten der Deutschen Bahn. Daher sind im Regionalverkehr in Bayern auf vielen Strecken Privatbahnen unterwegs. Einschränkungen sind aber auch bei ihnen möglich.

Ursprünglicher Artikel vom 12. August:

München - Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) hatte einen deutschlandweiten Streik angekündigt. Seit heute ist dieser Realität geworden. Auch Bayern ist von den Ausfällen im Fern- und Regionalverkehr der Deutschen Bahn betroffen. Bis Freitag sollen die Ausfälle noch andauern. Am Mittwochnachmittag zog die DB eine Bilanz des ersten Streiktages.

Bahnstreik in Bayern: Viele Privatbahnen im Regionalverkehr unterwegs

Laut einer Mitteilung der DB handelt es sich bei den Streikenden „fast ausschließlich um Zugpersonal“. Im Fernverkehr würden rund 75 Prozent der Züge ausfallen, im Regionalverkehr etwa 60 Prozent. Es gebe regional jedoch starke Unterschiede. Auch am Donnerstag ist mit einem hohen Ausmaß an Ausfällen zu rechnen. Nicht bestreikt werden hingegen Konkurrenten der DB. So sind etwa im Regionalverkehr in Bayern auf vielen Strecken Privatbahnen unterwegs.

Die Auswirkungen der Ausfälle sind enorm. Allein am Münchner Hauptbahnhof bildeten sich heute Morgen meterlange Schlangen vor den Servicestellen der Deutschen Bahn. Betroffen sind neben dem klassischen Bahnverkehr unter anderem auch die S-Bahnen im Großraum München*. Die S-Bahnen sollen dennoch mindestens im Stundentakt fahren, manche sogar im 20- oder 40-Minuten-Takt.

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Hintergrund des Bahnstreiks: Konflikte bei Tarifverhandlungen der GDL

Die GDL verlangt im Tarifkonflikt eine Corona*-Prämie von 600 Euro und 3,2 Prozent mehr Geld in zwei Stufen. Die Bahn will die Erhöhung nach den Corona-Verlusten über eine längere Zeit strecken. Dahinter schwelt in der Belegschaft ein Streit zwischen GDL und der größeren Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG darum, wer letztlich die Tarifverträge mit dem Unternehmen maßgeblich aushandelt.

Wegen Bahnstreik in ganz Deutschland: Kulanzregelungen für Reisende

Aufgrund der Beeinträchtigungen bittet die Deutsche Bahn „Fahrgäste, die nicht zwingend fahren müssen, ihre Reise zu verschieben“, wie es in der Mitteilung heißt. Wer sich dennoch für eine Fahrt mit der DB entscheidet, sollte sich vorab über die Kulanzregelungen informieren.

„Alle bereits gebuchten Fahrkarten des Fernverkehrs für Strecken, die vom 11. bis einschließlich 13. August vom GDL-Streik betroffen sind, behalten ihre Gültigkeit und können bis einschließlich 20. August flexibel genutzt werden“, so die Deutsche Bahn. Auch die Zugbindung bei Sparpreisen sei aufgehoben. Es ist außerdem möglich, sich seine Fahrkarte erstatten zu lassen. (tkip mit dpa) *Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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