Nach Hetzrede an Neujahr

Umstrittener Deininger Pfarrer arbeitet nun in Nürnberg

Nürnberg - Er hetzte gegen Frauen, Homosexuelle und die Presse. Jetzt hat der frühere Pfarrer aus Deining einen neuen Job: Als Pfarrvikar im Bistum Nürnberg.

Ein wegen Hetzreden gegen Frauen, Homosexuelle und die Presse zurückgetretener Pfarrer aus der Oberpfalz hat nun eine Stelle als Pfarrvikar in Nürnberg. Wie eine Sprecherin des Bistums Eichstätt sagte, soll er in Nürnberg-Reichelsdorf die Seelsorge unterstützen. Er könne alle priesterlichen Funktionen erfüllen, sei aber nicht letztverantwortlich. Für welche Aufgaben er eingesetzt werde, entscheide die Pfarrei.

Der Reichelsdorfer Pfarrer Edmund Wolfsteiner sagte der „Nürnberger Zeitung“, die Gemeinde werde den früheren Deininger Pfarrer „kritisch beobachten“. Gerald Scharl, einer der Vorsitzenden des Nürnberger Katholikenrats, sagte dem Blatt: „Wir sind erschüttert, einen Priester mit solch befremdlichen Haltungen hier haben zu müssen.“

Der aus Polen stammende Geistliche hatte einen Großteil seiner Gemeinde empört, weil er auf einem Neujahrsempfang gegen verschwenderische Politiker, Homosexuelle, die angeblich zunehmende Islamisierung und angeblich einseitige Medien gewettert hatte. Nachdem das Bistum den Kirchenmann wiederholt ins Gebet genommen hatte, bot der Pfarrer Mitte März den Verzicht auf seine Stelle an.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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