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Die Anspannung ist groß: Nach mehreren Totgeburten und anderen Misserfolgen bei der Zucht erwartet der Nürnberger Tiergarten wieder Nachwuchs bei seinen Delfinen.

Spannung im Nürnberger Zoo

Delfingeburt: Dieses Mal soll nichts schief gehen

Nürnberg - Dieses Mal soll alles klappen: Der Nürnberger Zoo erwartet bald wieder Nachwuchs bei seinen Delfinen. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren, mit dem Muttertier wird jeden Tag geübt.

Die Vorbereitungen für die Geburt eines Delfinkalbs im Nürnberger Tiergarten laufen bereits auf Hochtouren. Das Junge wird in den nächsten sechs Wochen zur Welt kommen, wie Zoo-Direktor Dag Encke am Freitag sagte. Für den Tiergarten ist es ein extrem wichtiges Ereignis, denn die Delfin-Nachzucht war in den vergangenen Jahren von zahlreichen Misserfolgen gekennzeichnet. Sechs Kälber in Folge starben - einige kamen tot zur Welt, andere verendeten nach wenigen Tagen. Sollte das Delfinjunge erneut sterben, würde die ohnehin heftige Kritik an der Delfinhaltung in Nürnberg wohl noch deutlich zunehmen.

Untersuchung sofort nach der Geburt

Doch Encke ist sich sicher, dass diesmal alles getan wurde, damit das Junge überlebt. Beim Bau der Delfinlagune wurde auch eine Rundhalle mit zwölf Metern Durchmesser errichtet, deren Boden angehoben werden kann. Hier soll das Kalb geboren werden, damit es möglichst schnell nach der Geburt untersucht werden kann. „Dabei wird das Kalb auf seinen Ernährungszustand und äußere Verletzungen untersucht“, sagte Encke. Mit Blutuntersuchungen kann später etwa der Glukosespiegel überprüft werden, um zu sehen, ob das Junge genug Milch bekommen hat. Sollte eine Infektion auftreten, kann diese mit Antibiotika behandelt werden. Eine eigene Immunabwehr hat das Kalb erst nach einem Monat.

Sunnys letztes Kalb starb nach drei Tagen

Es ist das erste Mal seit sieben Jahren, dass wieder ein Delfinweibchen in Nürnberg Nachwuchs erwartet. Und es ist die erste Geburt bei den Großen Tümmlern seit Eröffnung der Lagune vor drei Jahren. Die 15-jährige Sunny brachte vor etwa sieben Jahren ihr erstes Jungtier zur Welt. Das Kalb starb jedoch nach drei Tagen, weil die Milch der Mutter nicht ausreichte. „Das könnten wir heute ausgleichen“, sagt Encke.

Auch auf mögliche Krankheiten sei der Zoo gut vorbereitet. Sollte das Junge dagegen biologisch nicht lebensfähig sein, dann „soll es auch nicht leben“. Auch auf eine sogenannte Schwergeburt sei der Zoo nicht vorbereitet, also wenn das Junge bei der Geburt nicht herauskommt. Erst nach drei bis sechs Monaten könne man sich ganz sicher sein, dass das Kalb überleben wird. Dennoch sei gegebenenfalls auch ein erneuter Tod eines Jungtiers kein Grund, die Zucht im Delfinarium aufzugeben.

Tägliches Üben mit der Delfinmutter

Jeden Tag wird derzeit mit dem Muttertier auf dem Hebeboden geübt, damit sich Sunny an das Prozedere gewöhnt und möglichst wenig gestresst ist, wie Tierpfleger Armin Fritz sagte. Er steht dafür neben ihr in dem nur etwa 60 Zentimeter tiefen Wasser. „Ich fasse sie am ganzen Körper an und streichle sie.“ Auch auf den Rücken dreht er sie. Für den Ultraschall muss Sunny möglichst ruhig halten. Alle zwei Wochen wird eine Aufnahme gemacht. Die letzten Untersuchungen zeigten laut dem Zoo „ein normal entwickeltes Kalb, das in Bezug auf Größe und Herzschlag in einem guten Zustand ist“.

In engen Abständen wird auch Sunnys Temperatur gemessen und ihr Blut untersucht. Fällt die Körpertemperatur um etwa ein Grad, ist dies ein Zeichen, dass die Geburt wahrscheinlich in den nächsten 24 Stunden zu erwarten ist. Sunny wurde bereits mit ihrer besten Freundin Jenny vom Rest der Gruppe getrennt, damit keines der anderen Tiere sie bedrängt.

dpa

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