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Das leere Krankenbett Demjanjuks im Gerichtssaal.

Demjanjuk fühlt sich unwohl - Prozess ausgesetzt

München - Der Prozess gegen den mutmaßlichen NS- Verbrecher John Demjanjuk ist am Donnerstag wegen gesundheitlicher Probleme des Angeklagten ausgesetzt worden.

Der 89-Jährige habe über Beklemmung in der Brust sowie Kopfschmerzen und Müdigkeit geklagt und deutlich gemacht, dass er nicht kommen wolle, sagte der Vorsitzende Richter am Landgericht München II, Ralph Alt. Ein EKG habe außer einem Flimmern keine Auffälligkeiten ergeben. Das Gericht sah von einer Zwangsvorführung ab. Angesichts des hohen Alters von Demjanjuk habe er dies nicht verantworten wollen, sagte Alt.

Der gebürtige Ukrainer ist angeklagt, 1943 bei der Ermordung von 27 900 Juden in den Gaskammern des Vernichtungslagers Sobibor geholfen zu haben. Das Verfahren soll nun wie geplant am kommenden Dienstag (19. Januar) mit der Vernehmung der beiden Sobibor- Überlebenden Thomas Blatt und Philip Bialowitz fortgesetzt werden. Einen neuen Termin für die für Donnerstag geplante weitere Zeugenvernehmung eines Gutachters vom Institut für Zeitgeschichte in München gab es zunächst nicht.

Demjanjuk ist seit seiner Abschiebung aus den USA in der Krankenstation der Münchner Haftanstalt Stadelheim untergebracht. Wegen seiner angeschlagenen Gesundheit darf gegen ihn nicht länger als zwei Mal 90 Minuten pro Tag verhandelt werden. Er hat die Prozesstage bisher im Liegen auf einem Rollbett verbracht, weil er beim Sitzen Rückenschmerzen bekommt. Über sein Gesicht hat er eine blaue Kappe gelegt, weil ihn die Beleuchtung im Gerichtssaal blendet.

Bereits kurz nach Beginn des Verfahrens war am dritten Verhandlungstag im Dezember das Verfahren wegen einer Erkrankung Demjanjuks ausgesetzt worden. Er hatte über Anzeichen eines Infekts mit Kopf- und Gliederschmerzen geklagt und erhöhte Temperatur gehabt.

dpa

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