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Der Prozess gegen John Demjanjuk geht weiter.

Demjanjuk-Verteidiger fordert Aussetzen des Verfahrens

München - Am ersten Prozesstag im neuen Jahr hat der Verteidiger des mutmaßlichen NS-Verbrechers John Demjanjuk ein Aussetzen des Verfahrens auf unbestimmte Zeit gefordert.

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Außerdem müssten die Nebenkläger und ihre Verteidiger vom Prozess ausgeschlossen werden, sagte Verteidiger Ulrich Busch am Dienstag vor dem Landgericht München II. Er beantragte, eine Vielzahl von Akten aus den USA, Israel und Polen, aber auch aus den baltischen Staaten, der Ukraine, Tschechien und Usbekistan beizuziehen. Die Staatsanwaltschaft habe Akten eingesehen, die der Verteidigung bisher nicht zugänglich waren, erklärte Busch.

Der Vorsitzende Richter Ralph Alt reagierte mit Unverständnis. Die Nebenkläger seien vom Gericht zugelassen worden. “Wie ich jetzt dazu kommen soll, das zu widerrufen, ist mir nicht klar“, sagte Alt. Er rügte Busch, dieser habe das Gericht mit Aussagen zitiert, die es nie gemacht habe. Der 89-Jährige Demjanjuk soll als Wachmann im Nazi- Vernichtungslager Sobibor im besetzten Polen 1943 geholfen haben, Zehntausende Juden in den Gaskammern zu töten. Seit November 2009 muss sich der gebürtige Ukrainer wegen Beihilfe zum Mord in 27 900 Fällen verantworten.

John Demjanjuk: Der Prozess in München

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Am Dienstag sollte Experte Dieter Pohl vom Institut für Zeitgeschichte der Ludwig-Maximilians-Universität in München dem Gericht unter anderem über die Tötungsmaschinerie der Nazis berichten Demjanjuk selbst verfolgte die Verhandlung erneut im Liegen. Er wurde auf einem Rollbett und mit einer Decke zugedeckt in den Gerichtssaal gebracht. In dem Prozess, der seit seinem Beginn weltweit Aufsehen erregt, sind bis Mai vorerst 35 Verhandlungstage angesetzt. Wegen Demjanjuks angeschlagener Gesundheit darf pro Tag nicht länger als zweimal 90 Minuten verhandelt werden.

Demjanjuk schweigt bisher zu den Vorwürfen. Zuletzt hatten zwei Tage vor Weihnachten Holocaust-Überlebende und Angehörige der Opfer, die als Nebenkläger auftreten, als Zeugen ausgesagt. Teils unter Tränen schilderten sie, wie ihre Verwandten nach Osten zu vermeintlichen Arbeitseinsätzen gebracht wurden.

dpa

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